
AUDIO: Johannes Zehe wird neuer Weihbischof im Erzbistum Hamburg (7 Min)
Stand: 11.10.2026 06:38 Uhr
Der gebürtige Neustrelitzer Johannes Zehe wird neuer Weihbischof im Erzbistum Hamburg. Am Sonnabend war die Amtseinführung. Priester zu werden, war seine zweite Berufswahl – zuvor war er Musiker.
Bisher war Johannes Zehe als Regens und Pastor im Erzbistum Hamburg tätig. In seinem neuen Amt wird er den Hamburger Erzbischof Stefan Heße unterstützen. Geboren wurde Zehe am 28. Oktober 1963 in Neustrelitz in Mecklenburg. Zunächst studierte er Musik in Berlin. 1999 wurde er in Hamburg zum Priester geweiht, wo er seit 2023 für die Priesterausbildung zuständig ist. Im Gespräch berichtet Zehe, wie ihn die katholische Gemeinde geprägt und was ihn angetrieben hat, Priester zu werden.
Herr Zehe, Sie haben am 28. Oktober Geburtstag. Ist die anstehende Weihe für Sie eine Art Geburtstagsgeschenk?
Johannes Zehe: Ja, so kann man es sehen. Ich selber habe das nicht als Geburtstagsgeschenk gesehen, sondern generell als ein Geschenk. Dass ich da in der Nähe auch noch Geburtstag habe, das passt ganz gut zusammen. Wichtig ist mir: Es ist ein Geschenk, dass man auspacken muss, über das ich mich aber auch freue. Das hat mich überrascht. Und ich lasse mich auch gerne freudig überraschen und bin gespannt, was da rauskommt, was von mir gefordert wird, ganz konkret.
Haben Sie Papst Leo mal getroffen?
Zehe: Ich war jetzt gerade bei einem Bischofskurs. Jedes Jahr gibt es so einen Bischofskurs für alle, die seit dem letzten Jahr ernannt und geweiht worden sind in Rom. 147 Bischöfe aus aller Welt waren da. Da war dann zum Abschluss auch eine Audienz beim Papst. Da hat der Papst uns erst was gesagt und dann konnten Fragen gestellt werden. Nachher war dann auch nochmal eine persönliche Begegnung, sprich Fototermin, wo jeder sich vorgestellt hat und die Hand schütteln konnte und dann ein Foto gemacht wurde. Das war schon beeindruckend und auch schön.

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Ihr Lebenslauf ist spannend, denn vor der Theologie lebten sie für die Musik. Sie waren Geigenlehrer in Anklam und Orchestermusiker.
Zehe: Nach dem Musikstudium war ich erst Geigenlehrer. Ich habe dann ein Probespiel gemacht in Stralsund und wurde genommen, musste dann aber erst noch zur Nationalen Volksarmee. Die nächsten drei Jahre war ich dann in Stralsund am Theater, richtig angestellt als Orchestermusiker.

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Wie kam es dann dazu, dass Sie den Beruf gewechselt haben und Theologie studierten?
Zehe: Es ist etwas, was über mehrere Jahre läuft. Diese Frage, Priester zu werden, hat sich mir immer wieder gestellt im Laufe der Zeit. Auch wenn ich was anderes gemacht habe. Und sie hat mich immer beschäftigt. Nicht kontinuierlich, aber sie taucht immer wieder auf und irgendwann muss man dann mal sagen: Wenn es dir keine Ruhe lässt, dann solltest du es vielleicht mal machen. Dann habe ich den Schritt gewagt und habe es bis jetzt nicht bereut. Insofern nehme ich an, dass das für mich der richtige Weg ist. Nichtsdestotrotz ist das, was ich gemacht habe, nicht etwa schlechter. Sondern das ist etwas, was mich geprägt hat, worüber ich mich freue, woran ich gerne denke. Und wovon ich in meinem Leben zehre.
Sie kommen aus einer katholischen Familie.
Zehe: Sie sagen es, ich bin katholisch aufgewachsen, meine Eltern waren katholisch. Ich habe drei Brüder. Wir sind in der katholischen Gemeinde Neustrelitz aufgewachsen und haben das katholische Leben im Grunde auf dem Kirchengelände erlebt. Mit allen Festen, mit Kommunion, Erstkommunion, Firmung, wir waren Messdiener, der Religionsunterricht fand statt. Man hatte da seine Freunde, die man da auch getroffen hat. Das hat mich schon geprägt.

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Haben Sie noch Ihr Instrument und spielen die Geige ab und an?
Zehe: Ja, ich weiß auch, wo sie ist und wo sie liegt. Für einen Anlass packe ich sie gerne aus und spiele dann auch gerne. Aber für mich selber packe ich sie nicht aus. Wenn ich etwas musikalisch arbeite, mache ich eher mit anderen zusammen Musik. Sprich, ich arrangiere. Ich habe als Jugendpfarrer und auch später als Pastor Big-Band-Projekte gemacht, wo wir Gottesdienste gestaltet haben im Big-Band-Stil. Da habe ich dann die Arrangements geschrieben und das einstudiert und geleitet. Da ist meine musikalische Praxis in den letzten Jahren hingegangen.
Die Weihe am Sonnabend wird feierlich, es gibt einen musikalischen Rahmen. Was erwartet Sie?
Zehe: Ich habe schon ein bisschen mitgestaltet. Es werden zwei Kompositionen von mir gesungen und gespielt im Gottesdienst. Da freue ich mich darüber. Das sind zwei Werke, die ich mal in früheren Jahren geschrieben, auch aufgeführt habe, für den Gottesdienst, für die Gemeinden, wo ich war. Einmal in Agnus Dei und einmal in Magnificat.

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Und dann geht es in die neue Aufgabe als Weihbischof. Worauf freuen Sie sich?
Zehe: Bis jetzt war ich in der Gemeindearbeit vor allen Dingen als Pastor mit den Leuten direkt über längere Zeit verbunden. Das wird sich jetzt ein bisschen ändern, weil ich für das ganze Bistum eine größere Verantwortung habe in der Mitgestaltung. Worauf ich mich freue, ist natürlich, dass ich in die Gemeinden kommen kann, auch mit den Leuten sprechen. Das andere, was dazukommt, ist, dass ich den Erzbischof unterstütze oder auch vertrete. Und ich bin auch weiterhin für die Priesterausbildung zuständig. Das ist auch eine Aufgabe, die mir Freude macht. Da bin ich jetzt auch schon drei Jahre dabei und die werde ich auch beibehalten.
Das Gespräch führte Axel Seitz vor der Amtseinführung.

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