Saarbrücken (Saarland) – Der Abriss des Saarbrücker Finanzamtes am Stadtgraben ist politisch besiegelt, doch die Diskussion geht weiter: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fordert die saarländische Landesregierung auf, ihren bereits genehmigten Plan, das denkmalgeschützte Gebäude plattzumachen, wieder aufzugeben.
Stiftungsvorstand Dr. Steffen Skudelny: „Das Denkmal ist ein stadtbildprägendes Bauwerk der Landeshauptstadt Saarbrücken und besitzt als erster großer Verwaltungsbau des nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Saarlandes auch einen immens hohen historischen Wert für das Bundesland.“
Abriss und Neubau sei ein veraltetes Konzept
Der angeführte schlechte Zustand des Gebäudes sei bis heute nicht durch Gutachten unterfüttert, das veraltete Konzept von „Abriss und Neubau“ nach seinen Worten heute nicht mehr zukunftsfähig. Ein Denkmaleigentümer könne sich nach dem Gesetz nicht auf den schlechten Zustand eines Bauwerks berufen, wenn er diesen selbst zu verantworten hat – etwa durch mangelnde Bauunterhaltung.
Skudelny: „Die von vielen profitorientierten Investoren vielerorts geübte Praxis, ein Denkmal verfallen zu lassen, um einen Abriss zu erzwingen, ist durch den saarländischen Gesetzgeber vorausschauend unterbunden worden.“ Daran müsse sich auch die Landesregierung im Saarland bei ihren Liegenschaften halten.
Landesregierung ignoriere den Denkmalschutz
Wenn die Landesregierung den Denkmalschutz bei ihren eigenen Liegenschaften ignoriere, dürfe man sich nicht über eine zunehmende Politikverdrossenheit beschweren. Der Stiftungsvorstand in seinem offenen Brief: „Nur durch ein vorbildliches und tadelloses Verfahren kann der Denkmalschutz im Saarland vor weiterem Schaden bewahrt werden.“
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Quelle: Reuters16.07.2024