Namenswechsel zum 1. September

Die Post heißt bald nicht mehr Post

Aktualisiert am 06.05.2026Lesedauer: 3 Min.

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Eine Deutsche-Post-Fahne an der Konzernzentrale, umrahmt von DHL-Fahnen. (Quelle: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-bilder)

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Einst kaufte die Deutsche Post die US-Firma DHL. Seither wird das Auslandsgeschäft immer wichtiger. Nun wird die Deutsche Post AG zur Tochter von DHL.

Die Deutsche Post legt aller Voraussicht nach ihren Konzernnamen ab und heißt künftig DHL. Einen entsprechenden Antrag, der auch eine neue Konzernstruktur enthielt, stellte der Vorstand bei der Hauptversammlung am Dienstag in Bonn vor. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Unternehmen von der ehemaligen Deutschen Bundespost zu einem weltweit führenden Logistikkonzern entwickelt“, sagte Konzernchef Tobias Meyer. Es sei überfällig, die historisch gewachsene Konzernstruktur den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die Zustimmung am Nachmittag galt als Formalie. Mit ihr wird der Namenswechsel vermutlich zum 1. September vollzogen sein, dann soll der Sachverhalt im Handelsregister eingetragen sein.

2002 kaufte die Post den US-Logistiker DHL

Der Logistiker macht nur noch etwa ein Fünftel seines Geschäfts mit seinem traditionellen Postgeschäft, also dem Transport von Briefen und Paketen. Der Rest entfällt auf globale Konzernbereiche wie das Expressgeschäft und Frachtgeschäft. Schon vor zwei Jahren hatte das Unternehmen seinen Markennamen von Deutsche Post DHL zu DHL geändert, rechtlich blieb es aber beim Namen Deutsche Post AG. Auch an der Börse wird das Unternehmen künftig DHL heißen. Die Umbenennung samt neuer Struktur kostet nach Angaben von Meyer rund 37 Millionen Euro.

Die Deutsche Post AG ist eine Nachfolgerin der Bundespost, die in den 90er Jahren schrittweise privatisiert wurde. 2002 kaufte die Firma den US-Logistiker DHL, danach wurde das Auslandsgeschäft immer wichtiger. Das Kürzel DHL steht für deren Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Der Bonner Logistikkonzern hat rund 534.000 Vollzeitstellen, etwa ein Drittel davon sind in Deutschland.

Deutschlandtochter wird Deutsche Post AG genannt

Ganz verschwinden wird der Firmenname Deutsche Post AG aber nicht: Stand der Name bislang für den Gesamtkonzern, so steht er künftig nur noch für die neu gegründete Tochterfirma Deutsche Post AG, die das Deutschlandgeschäft verantwortet, also den Transport von Briefen und Paketen. Diese neue Tochterfirma bekommt auch einen Aufsichtsrat, dessen Kosten samt Extra-Verwaltungskosten sich den Angaben nach auf drei Millionen Euro pro Jahr belaufen.

Bislang war das Stammgeschäft in die übergeordnete Holding eingebettet. Dieses rechtlich kuriose Konstrukt lag gewissermaßen an historischen Altlasten als ehemaliges Staatsunternehmen Bundespost. Künftig steht das Brief- und Paketgeschäft in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Konzernbereichen, sondern gleichrangig neben ihnen.

„Für unsere Beschäftigten ergeben sich keinerlei Nachteile, ihre Interessen bleiben vollständig gewahrt – inklusive Lohn, Arbeitszeit und Schutzregeln“, betonte Konzernchef Meyer. Auch im Management ändere sich nichts.

Jahresbilanz DHL Group - Deutsche PostVergrößern des BildesKonzernchef Tobias Meyer hält die Umbenennung für überfällig. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

Schritt hin zur Trennung vom Briefgeschäft?

Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) meldete sich zu Wort und fragte, es sei zwar gut, dass Nachteile ausgeschlossen würden, aber was seien denn die Vorteile? Er ließ Zweifel erkennen, wollte aber trotzdem dafür stimmen. Ein anderer Aktionär sagte, er sehe wirtschaftlich keine Vorteile.