Schon wieder Aspach. Gerade einmal fünf Wochen nach dem Auswärtssieg gegen den VfB Stuttgart II führt der Spielplan den SC Preußen Münster erneut in die WIRmachenDRUCK Arena. Diesmal wartet allerdings nicht die Stuttgarter Zweitvertretung, sondern der eigentliche Hausherr: SG Sonnenhof Großaspach gegen Preußen Münster heißt das Duell am Samstag, 17. Oktober 2026. Anstoß ist um 14 Uhr, gespielt wird am 10. Spieltag der 3. Liga. Für die Adlerträger ist es die Chance, an einen Ort zurückzukehren, an dem es in dieser Saison schon einmal drei Punkte gab.
Bei der ersten Reise nach Aspach drehte Marvin Schulz II mit zwei Treffern einen Rückstand und sorgte für einen 2:1-Erfolg. Seitdem ist sportlich allerdings einiges passiert: Vier Ligaspiele, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen und kein weiterer Sieg. Aus dem damaligen dritten Tabellenplatz ist Rang neun geworden. Nach einer intensiven englischen Woche wäre ein Dreier beim Aufsteiger deshalb nicht nur für die Tabelle hilfreich, sondern auch für das Selbstvertrauen.
Nach Düsseldorf: Preußen braucht wieder Stabilität
Mit dem 3:3 gegen Rot-Weiss Essen und der 1:2-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf liegen zwei sehr unterschiedliche, am Ende aber gleichermaßen ernüchternde Heimspiele hinter den Preußen. Gegen Essen wurde eine 2:0-Führung verspielt, ehe Joshua Mees spät zumindest noch den Ausgleich sicherte. Gegen Düsseldorf brachte Felix Higl die Adlerträger nach der Pause in Führung. Doch Andreas Müller glich aus und Eric Hottmann bestrafte einen Fehler in der Defensive in der Nachspielzeit. Was gegen die Fortuna lange nach einem Punkt aussah, endete mit leeren Händen.
Der NullSechs-Spielbericht zum Düsseldorf-Spiel bringt das zentrale Problem auf den Punkt: Die Mannschaft verteidigt nicht konstant genug. Nach neun Begegnungen stehen 16 eigene Tore bereits 18 Gegentreffern gegenüber. Noch kein Ligaspiel hat der SCP ohne Gegentor beendet. Die Bilanz aus drei Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen klingt zunächst nach solidem Mittelfeld. Doch mit zwölf Punkten beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nur drei Zähler. Viel Platz für weitere vermeidbare Rückschläge bleibt da nicht.
Thomas Wörle muss dabei die richtige Balance finden. Preußen soll sich nicht nur hinten einigeln, denn die Offensive hat in den ersten Wochen durchaus gezeigt, dass sie Chancen herausspielen und verwerten kann. Wenn allerdings selbst Führungen nicht reichen, wird jeder eigene Treffer zur Einladung für die nächste Zitterpartie. Ein konzentrierter Auftritt über die volle Distanz wäre in Aspach deshalb fast wichtiger als die Frage, wie ansehnlich das Spiel zwischendurch aussieht.
Sonnenhof Großaspach: Zwischen 1:5 und großer Aufholjagd
Auch für die SG Sonnenhof Großaspach ist der Saisonstart kein Selbstläufer. Der Rückkehrer in den Profifußball belegt nach neun Spieltagen mit neun Punkten Rang 18. Zwei Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen stehen in der Bilanz. Nur neun eigene Treffer bei 16 Gegentoren zeigen, an welchen Stellen der Dorfklub noch Probleme hat. Allerdings wäre es ein Fehler, die Schwaben allein anhand ihrer Tabellenposition einzuordnen. Gerade die beiden jüngsten Partien zeigen, wie unterschiedlich diese Mannschaft auftreten kann.
Am vergangenen Samstag sah es gegen Waldhof Mannheim zunächst gut aus. Luca Molinari brachte Großaspach früh in Führung, doch der Ausgleich folgte beinahe sofort. Am Ende stand eine deutliche 1:5-Heimniederlage, bei der die SG vor allem in der Schlussphase auseinanderfiel. Nur vier Tage später gelang dagegen beim Tabellenzweiten Viktoria Köln ein bemerkenswertes Comeback: Nach elf Minuten lagen die Aspacher mit 0:2 zurück, doch Fabian Eisele verkürzte in der 70. Minute und Loris Maier traf in der 88. Minute zum 2:2. Dazwischen vergab Eisele sogar noch einen Elfmeter.
Der Punktgewinn in Köln beendet zwar nicht die Serie von inzwischen fünf Ligaspielen ohne Sieg, dürfte aber neue Energie freigesetzt haben. Großaspach hat gezeigt, dass die Mannschaft auch nach einem frühen Rückschlag noch einmal zurückkommen kann. Genau das sollte den Adlerträgern eine Warnung sein. Wer gegen diesen Gegner führt, hat das Spiel noch lange nicht gewonnen – eine Erfahrung, auf die man in Münster zuletzt ohnehin gut hätte verzichten können.
Trainer Reinhardt will das Spiel aktiv gestalten
Großaspachs Trainer Pascal Reinhardt zieht aus dem 2:2 in Köln zwei Lehren: Seine Mannschaft soll die Entschlossenheit der Aufholjagd mitnehmen, gleichzeitig aber die Unachtsamkeiten zu Beginn abstellen. In der offiziellen Vorschau der SG kündigt er an: „Wir wollen am Samstag zuhause nicht nur dagegenhalten, sondern das Spiel aktiv mitgestalten und die Punkte bei uns behalten.“ Reinhardt sieht im SCP einen robusten Gegner, gegen den seine Elf mutig und mit eigener Präsenz auftreten soll.
Dabei muss der Gastgeber vier Ausfälle auffangen. Deli Hajdini befindet sich im Aufbautraining, Marlon Faß fehlt mit einer Sprunggelenksverletzung und Lorenz Ender nach einer Meniskusoperation. Dazu kommt die Gelbsperre von Kapitän Volkan Celiktas, der in Köln seine fünfte Verwarnung sah. Besonders dessen Fehlen könnte sich im zentralen Mittelfeld bemerkbar machen. Für Preußen ist das eine mögliche Gelegenheit, früh Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Automatisch wird daraus allerdings noch lange kein Vorteil.
Was sich beim SCP ändern muss
Für Preußen wird es darum gehen, die eigenen Ballverluste besser abzusichern und in entscheidenden Situationen klarer zu verteidigen. Beim späten Gegentor gegen Düsseldorf reichte ein langer Ball, um eine eigentlich beherrschbare Szene gefährlich werden zu lassen. Solche Momente lassen sich nicht vollständig verhindern, sie dürfen sich aber nicht in dieser Häufigkeit wiederholen. Gerade gegen einen Gegner, der nach Ballgewinnen schnell nach vorne spielen und in der Schlussphase noch einmal Druck aufbauen kann, ist Aufmerksamkeit bis zum Abpfiff gefragt.
Zugleich muss der SCP die Belastung der englischen Woche wegstecken. Nach Essen und Düsseldorf folgt in Aspach bereits das dritte Ligaspiel innerhalb von acht Tagen. Frische Beine können helfen, ersetzen aber nicht die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen. Ob Wörle personell rotiert oder auf die zuletzt eingespielte Formation setzt, wird sich erst mit der Aufstellung zeigen. Entscheidend ist, dass seine Elf wieder über längere Phasen Kontrolle entwickelt, ohne die eigenen Offensivmöglichkeiten zu verschenken.
Der direkte Vergleich: Ein Wiedersehen nach sechs Jahren
Zwölfmal standen sich Sonnenhof Großaspach und Preußen Münster bislang in der 3. Liga gegenüber. Die Bilanz fällt aus Münsteraner Sicht knapp negativ aus: Vier Siege gingen an die SG, drei an die Adlerträger, fünf Partien endeten unentschieden. Besonders in Erinnerung geblieben ist das 1:4 im Preußenstadion im Dezember 2017. Das letzte direkte Duell fand im Juni 2020 statt und endete in Aspach mit einem torlosen Remis.
Danach verliefen die Wege beider Klubs höchst unterschiedlich. Während Preußen nach dem Abstieg 2020 den Weg aus der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga schaffte, musste Großaspach seinerseits den Profifußball verlassen. Nun begegnet man sich wieder auf Augenhöhe in der 3. Liga, wenn auch mit unterschiedlichen Erwartungen an die Saison. Dass die Münsteraner das Stadion erst im September beim Sieg über Stuttgart II kennengelernt haben, macht die Rückkehr zusätzlich kurios.
Rund um den 10. Spieltag: Spitzenspiel und enge Tabelle
Nicht nur in Aspach geht es an diesem Wochenende um wichtige Punkte. Bereits am Freitag eröffnet Fortuna Köln gegen den VfB Stuttgart II den Spieltag. Am Samstag stehen mit Alemannia Aachen gegen Hansa Rostock sowie Fortuna Düsseldorf gegen den 1. FC Saarbrücken zwei Duelle an, in denen beide Mannschaften den Anschluss nach oben halten wollen. Rot-Weiss Essen, derzeit mit 18 Punkten Dritter, ist beim FC Ingolstadt gefordert. Außerdem empfängt Jahn Regensburg den SV Wehen Wiesbaden, während die Würzburger Kickers auf Waldhof Mannheim treffen.
Das größte Spiel des Wochenendes steigt am Sonntag in Duisburg. Tabellenführer MSV Duisburg empfängt den Zweiten Viktoria Köln. Der MSV hat acht seiner ersten neun Partien gewonnen und bereits 24 Punkte gesammelt. Köln folgt mit 19 Zählern, und beide Teams stehen schon bei jeweils 26 erzielten Toren. Ein echtes Spitzenspiel also, das auch für die Konkurrenz interessant sein dürfte. Außerdem spielen Hoffenheim II gegen Verl und Meppen gegen Schlusslicht Havelse.
Für die Preußen ist vor allem der Blick auf die eng gestaffelte untere Tabellenhälfte entscheidend. Platz neun klingt ordentlich, aber zwischen zwölf Punkten und den Abstiegsplätzen liegen nur wenige Zähler. Mit einem Sieg könnte der SCP etwas Abstand schaffen und die Stimmung nach den jüngsten Enttäuschungen aufhellen. Eine weitere Niederlage würde dagegen dafür sorgen, dass man sich noch intensiver mit dem Tabellenkeller beschäftigen muss.
Nach Aspach geht es direkt weiter
Auch nach dem Auswärtsspiel dürfen die Adlerträger ihren Kalender nicht weit weglegen. Bereits am Dienstag, 20. Oktober, steht um 19 Uhr das Westfalenpokalspiel bei der SG Wattenscheid 09 an. Am Sonntag, 25. Oktober, empfängt Preußen dann um 16:30 Uhr Fortuna Köln im Preußenstadion. Es bleibt also kaum Zeit, grundsätzliche Dinge auf dem Trainingsplatz neu aufzubauen. Umso wichtiger wäre ein Erfolgserlebnis, das der Mannschaft vor den nächsten Aufgaben etwas Ruhe verschafft.
Die SG Sonnenhof Großaspach gegen Preußen Münster ist damit weit mehr als ein Treffen zweier alter Drittligabekannter. Beide Teams warten seit mehreren Partien auf einen Sieg, beide haben zuletzt ihre defensive Anfälligkeit gezeigt und beide brauchen Punkte. Für den SCP gilt: Die Erinnerung an den September ist schön, auf dem Rasen zählt am Samstag aber nur die Gegenwart. Ein konzentrierter Auftritt und drei Punkte wären die beste Antwort auf die vergangenen Tage.
Alle zusammen für Preußen Münster!
Der 10. Spieltag der 3. Liga im Überblick
2026/2027 – 3. Liga

Fr., 16. Okt. 2026
–
19:00
SC Fortuna Köln
![]()
![]()
Stuttgart II
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
14:00
Fortuna Düsseldorf
![]()
![]()
1. FC Saarbrücken
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
14:00
SSV Jahn Regensburg
![]()
![]()
SV Wehen Wiesbaden
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
14:00
FC Ingolstadt
![]()
![]()
Rot-Weiss Essen
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
14:00
SG Sonnenhof Großaspach
![]()
![]()
SC Preußen Münster
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
14:00
Alemannia Aachen
![]()
![]()
FC Hansa Rostock
2026/2027 – 3. Liga

Sa., 17. Okt. 2026
–
16:30
FC Würzburger Kickers
![]()
![]()
SV Waldhof Mannheim
2026/2027 – 3. Liga

So., 18. Okt. 2026
–
13:30
Hoffenheim II
![]()
![]()
SC Verl
2026/2027 – 3. Liga

So., 18. Okt. 2026
–
16:30
MSV Duisburg
![]()
![]()
FC Viktoria Köln
2026/2027 – 3. Liga

So., 18. Okt. 2026
–
19:30
SV Meppen
![]()
![]()
Havelse