Der größte Weihnachtsbaum der Welt kehrt nach Dortmund zurück. 45 Meter hoch, rund 40 Tonnen schwer und mit Tausenden Lichtern geschmückt: Doch was kostet das Wahrzeichen der Weihnachtsstadt eigentlich? Und wer bezahlt die aufwendige Konstruktion?
Er ist das wohl bekannteste Fotomotiv der Dortmunder Weihnachtszeit: der riesige Weihnachtsbaum auf dem Hansaplatz. Jahr für Jahr zieht die Konstruktion Besucher aus Dortmund, dem Ruhrgebiet und dem Ausland an. Auch 2026 soll das imposante Bauwerk wieder im Mittelpunkt der Weihnachtsstadt stehen.
Doch hinter dem festlichen Glanz steckt ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand. Wie hoch die Gesamtkosten für den Weihnachtsbaum 2026 ausfallen, hat der Veranstalter auf Anfrage von DER WESTEN erklärt.
📌 Dortmunds Weihnachtsbaum: 5 Fakten zum Riesenbaum
- Ein Engel als Krönung: Ein rund vier Meter hoher Engel steht an der Spitze des Weihnachtsbaums und gehört zu seinen markantesten Schmuckelementen.
- Kilometerweise Kabel: Für die Beleuchtung werden rund elf Kilometer Kabel verlegt. Das Lichtsystem umfasst etwa 2.600 Lichterketten.
- Brandschutz gehört dazu: Zum Sicherheitskonzept gehört eine Sprinkleranlage, die laut Veranstalterangaben rund 3,2 Kubikmeter Wasser pro Minute abgeben kann.
- Ein besonderer Baustellentyp: Baurechtlich gilt die Konstruktion als „fliegender Bau“. Deshalb ist sie auch ein Fall für die Bauaufsicht, die sich unter anderem mit der Sicherheit solcher temporären Anlagen befasst.
- Seit 1996 eine Dortmunder Tradition: Der Riesenbaum wurde erstmals 1996 errichtet. Die Idee geht auf den Dortmunder Werner Basselmann zurück.
Dortmunder Weihnachtsbaum: 45 Meter hoch, 40 Tonnen schwer
Die Dimensionen des Dortmunder Weihnachtsbaums sind beeindruckend. Laut der offiziellen Website der Weihnachtsstadt ist er in diesem Jahr 45 Meter hoch und wiegt rund 40 Tonnen. Zusammengefügt wird er aus etwa 1.200 eigens für den Baum gezüchteten Rotfichten aus dem Sauerland. Das Fundament bringt zusätzlich rund 120 Tonnen auf die Waage.
Für den Aufbau sind ungefähr vier Wochen eingeplant. Verantwortlich für die Umsetzung ist die C. O. Weise GmbH & Co. KG. Bauherr ist der Markthandel- und Schausteller-Verband Westfalen e. V. Die Idee für den Riesenbaum geht auf Werner Basselmann zurück. Erstmals errichtet wurde die Konstruktion 1996.
Auch bei der Beleuchtung wird nicht gespart: Rund 138.000 LEDs sollen den Baum in diesem Jahr zum Leuchten bringen. Hinzu kommen Lichtshows, die während der Weihnachtszeit für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen. Laut Veranstalter beginnt das Programm täglich ab 17 Uhr und dauert zwei Minuten an.
280.000 Euro für den Dortmunder Weihnachtsbaum
Wie teuer einzelne Bestandteile des Spektakels sind, zeigte bereits das Jahr 2025. Damals berichtete die Stadt Dortmund über eine neue Beleuchtung für den Weihnachtsbaum, deren Kosten mit 250.000 Euro angegeben wurden. Die LED-Technik mit 138.000 Lichtpunkten war bereits 2024 eingeführt worden. 2025 kamen zusätzliche weihnachtliche Schmuckelemente hinzu.
Für den Weihnachtsbaum und seinen Aufbau fallen 2026 laut Veranstalter Gesamtkosten von 280.000 Euro an. Das sind 30.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Kosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen, wie DER WESTEN auf Nachfrage erfahren hat. Dazu zählen das Gerüst, der Aufbau, die rund 1.200 Fichten, die Elektrik, die Wasserversorgung für den Brandschutz sowie die Montage der Beleuchtung und der Ornamente. Auch der Austausch defekter Leuchtkugeln, das Sandfundament sowie Lagerung und Instandhaltung sind darin enthalten.
Wer bezahlt den Weihnachtsbaum?
Eine weitere zentrale Frage ist die Finanzierung. Der Baum ist ein Aushängeschild der Dortmunder Weihnachtsstadt und zieht zahlreiche Besucher in die Innenstadt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welchen Anteil die Veranstalter selbst tragen und ob öffentliche Gelder oder Sponsoren an der Finanzierung beteiligt sind.
Foto: IMAGO/Anadolu Agency
Dass die Stadt Dortmund den Baum finanziell unterstützt, ist auch 2026 der Fall. Auf Nachfrage erklärt die Stadt, dass der städtische Zuschuss in diesem Jahr 120.000 Euro beträgt. Das Geld ist für den Aufbau und den laufenden Betrieb vorgesehen. Finanziert wird der Zuschuss aus dem Marketing-Etat der Stadt. Grundlage ist ein politischer Haushaltsbegleitbeschluss, der bereits vor vielen Jahren gefasst wurde. Der Betrag ist seitdem fest im städtischen Haushalt eingeplant. An der Höhe des Zuschusses hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nichts geändert.
Auch der Veranstalter beteiligt sich an der Finanzierung. Nach dessen Angaben werden die Kosten über die Standgebühren der gesamten Weihnachtsstadt getragen. Die Einnahmen aus den Ständen finanzieren demnach das Projekt im Rahmen der Gesamtveranstaltung.
Millionen Besucher erwartet
Der Aufwand soll sich auch für die Stadt und die Region lohnen. Die Weihnachtsstadt Dortmund gehört zu den großen Weihnachtsmärkten Deutschlands. Nach Angaben der Stadt besuchten rund 2,5 Millionen Menschen die Weihnachtsstadt im Jahr 2024. Der Weihnachtsbaum gilt dabei als einer der wichtigsten Anziehungspunkte.
Für 2026 rechnet der Veranstalter mit rund zwei bis 2,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Die Weihnachtsstadt läuft vom 19. November bis zum 30. Dezember. An mehr als 250 Ständen werden unter anderem Kunsthandwerk, Weihnachtsdekoration, Geschenkideen und kulinarische Angebote verkauft. Der Besuch der Weihnachtsstadt ist kostenlos.
Mehr Nachrichten:
Auch die traditionelle Grundsteinlegung für den Baum hat einen sozialen Aspekt: Am 20. Oktober 2026 um 16 Uhr war die Veranstaltung auf dem Hansaplatz. Der Erlös aus dem Verkauf von Glühwein und Bratwurst soll in diesem Jahr an das JuKi-Haus in Dortmund-Menglinghausen gehen. Die Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen Raum für kreative Projekte.
Lohnt sich das Spektakel für Dortmund?
Der Weihnachtsbaum ist viel mehr als eine große Dekoration. Er ist ein Werbemotiv für Dortmund, ein Treffpunkt in der Innenstadt und ein beliebtes Fotomotiv für Besucher aus dem In- und Ausland. Die Stadt verweist auf das internationale Publikum der Weihnachtsstadt.
Mit Gesamtkosten von 280.000 Euro, einem städtischen Zuschuss von 120.000 Euro und erwarteten bis zu 2,5 Millionen Besuchern bleibt der Weihnachtsbaum ein kostspieliges, aber weithin sichtbares Aushängeschild der Stadt. Wie stark die Weihnachtsstadt tatsächlich zur lokalen Wirtschaft beiträgt, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht beziffern.