Die meisten Tatverdächtigen werden aufgrund von eher geringen Straftaten oder Vergehen gesucht. Handelt es sich um schwerere Taten, so wird oft auch europaweit gefahndet. Einige Täterinnen und Täter, bzw. Tatverdächtige aber gelten als so gefährlich, dass sie als „Europe‘s most wanted“ bezeichnet werden. Das bedeutet, in der ganzen EU wird öffentlich nach ihnen gefahndet. Einige von ihnen werden auf Bitten deutscher oder österreichischer Behörden gesucht.

Europol veröffentlicht Liste mit den meistgesuchten Personen der Europas

Die meistgesuchten Verbrecherinnen und Verbrecher Europas werden von der Polizeibehörde der Europäischen Union (Europol) öffentlich gesucht und als „Europe‘s most wanted“ bezeichnet. Die Fahndung erfolgt unter anderem durch den entsprechenden Internetauftritt von Europol. Wichtig: Nicht alle Personen, nach denen per Steckbrief gesucht wird, sind tatsächlich verurteilte Straftäter – einige gelten als tatverdächtig.

Wie funktioniert die Liste der „Europe‘s most wanted“?

Im Internet veröffentlicht Europol Steckbriefe mit Fotos, Namen und Informationen über die gesuchten Personen. Zu den Verbrechen, die im Zusammenhang mit diesen Personen stehen, gelten schwere Straftaten wie Mord, Menschenhandel, Drogenhandel, Raub oder Terrorismus.

Ziel der öffentlichen Liste ist es, Hinweise zu den gesuchten Personen zu erhalten. Diese werden dann von den jeweiligen Ermittlungsbehörden geprüft. Hinweise nehmen dabei alle Polizeibehörden innerhalb der EU entgegen.

Alle Täter gelten als gefährlich

Die auf der Liste der „Europe‘s most wanted“ aufgeführten Personen gelten laut Europol als gefährlich. Personen, die diese Schwerverbrecher oder Tatverdächtigen entdecken, sollten sich ihnen auf keinen Fall nähern. Stattdessen empfiehlt Europol, schnellstmöglich die Polizei zu informieren.

Diese „Europe‘s most wanted“ werden von deutschen Ermittlern gesucht

Unter der aktuellen Liste der meistgesuchten Schwerverbrecher innerhalb der EU gehören derzeit zwei Personen, die besonders von deutschen Ermittlern gesucht werden.

GÜNDÜZ, Dijvar

Dijvar Gündüz wird wegen illegalem Handel mit Betäubungsmitteln und psychotropen Stoffen von der Staatsanwaltschaft Essen und der Polizei Essen gesucht. Der 34-Jährige wurde am 14. Oktober 2026 während eines Transports von der JVA Essen in ein Krankenhaus von zwei bewaffneten und maskierten Männern befreit. Er floh anschließend mit einem E-Scooter.

Dijvar Gündüz ist deutscher Staatsbürger und spricht Deutsch und Türkisch. Ein Bild des Flüchtigen gibt es unter diesem Link.

TYMOSHCHUK, Volodymyr Viktorovych

Volodymyr Tymoshchuck wird unter anderem von der Landespolizei Baden-Württemberg gesucht. Dem 30-jährigen Ukrainer wird vorgeworfen, Rädelsführer einer international agierenden Bande zu sein. Sie sollen über 300 sensible Daten von Unternehmen gestohlen und verschlüsselt haben. Im Anschluss forderten sie von den Unternehmen ein Lösegeld. Der Schaden wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Sein Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt, es liegt jedoch ein europäischer Haftbefehl gegen den Mann vor. Die US-Regierung hat eine hohe Belohnung für die Ergreifung des 30-Jährigen ausgesetzt.

Volodymyr Viktorovych Tymoshchuk spricht Ukrainisch und hat braune Augen. In die Liste der meistgesuchten Schwerverbrecher Europas wurde er im Juni 2026 aufgenommen. Den Steckbrief von Europol finden Sie unter diesem Link.

Diese Täter werden von österreichischen Ermittlern gesucht

Auf der Liste der meistgesuchten Schwerverbrecher Europas stehen auch zwei Personen, die von österreichischen Ermittlungsbehörden gesucht werden.

ZVICER, Radoje

Das österreichische Bundeskriminalamt sucht nach Radoje Zvicer. Dem 43-jährigen Mann aus Montenegro wird Drogenhandel vorgeworfen. Zvicer soll 83 Kilogramm Kokain nach Österreich geschmuggelt haben. Dabei sei er maßgeblich an der Organisation der Transporte beteiligt gewesen. Weiter wird ihm vorgeworfen, die Drogen in Wien verkauft zu haben.

Der Gesuchte nutzte weitere Identitäten in verschiedenen europäischen Ländern. Dazu zählten die Namen: „Josip Babic“ in Deutschland, „Dragen Gojkovic“ in Montenegro, „David Gepro“ und „Ferenc Karoly“ sowie weitere. Zvicer gilt als gefährlich und ist möglicherweise bewaffnet.

Er wird als muskulös und athletisch beschrieben, hat blaue Augen und braunes Haar. Am Oberkörper befinden sich mehrere Operationsnarben infolge von Schussverletzungen. Diese sind vorwiegend auf der linken Seite zu finden.

Die österreichischen Ermittler haben eine Belohnung von 20.000 Euro ausgesetzt. Einen Link zum Steckbrief des Gesuchten finden Sie hier.

MIJAILOVIC, Mariana

Österreichische Ermittler suchen weiter nach der 45-jährigen Österreicherin Mariana Mijailovic. Sie steht im Verdacht sich unter dem Namen „Amela“ als Schamanin ausgegeben und so mehrere Millionen Euro erbeutet zu haben. Ihr wird schwerer, gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.

Für sogenannte Reinigungsrituale nahm die Gesuchte unter anderem Bargeld, Schmuck und andere wertvolle Gegenstände an. Die Taten ereigneten sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Die Gesuchte ist 45 Jahre alt, hat braune Augen und ist 1,64 Meter groß. Sie spricht Deutsch und Serbokroatisch. Nach ihr wird seit Ende 2025 mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Die Europol-Fahndung zur gesuchten Person finden Sie unter diesem Link.