FC St. Pauli
Shake Hands: Nürnbergs Trainer Miroslav Klose (l.) und Marcel Rapp (hier noch Coach bei Holstein Kiel) klatschen sich vor einem Zweitliga-Spiel am 19. Oktober 2025 ab.
IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr
Die deutsche Sturm-Legende kommt mit Topteam Nürnberg ans Millerntor. Der St. Pauli-Übungsleiter hat eine klare Meinung zu ihm.
Topspiel-Flair am Millerntor! Der 1. FC Nürnberg sorgt in dieser Saison bislang für Furore und kommt am Sonntag zum mit Spannung erwarteten Duell mit dem FC St. Pauli (13.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) auf den Kiez. Die Gäste spielen nicht nur einen sehr erfolgreichen, sondern auch wuchtigen und attraktiven Fußball. Die „Clubberer“ sind ein heißer Aufstiegskandidat. Vater des Erfolges: Trainer Miroslav Klose, deutsche Stürmerlegende, als Chefcoach aber immer noch am Anfang der Karriere. Ein Mann, zu dem auch St. Pauli-Trainer Marcel Rapp eine klare Meinung hat.
Das Ziel für das Gastspiel im Norden hat Klose auf die ihm eigene Art in wenige Worte gepackt. „Mit Mut und Überzeugung auf drei Punkte spielen“ werde seine Mannschaft am Sonntag, um nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie gegen Kaiserslautern in der Liga und bei Bayer Leverkusen im DFB-Pokal wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren.
Mit 21 Toren in neun Spielen stellt der FCN eine der besten Offensiven der Liga, hat zehn Treffer mehr erzielt als die Kiezkicker und mit 18 Zählern sechs mehr als der Bundesliga-Absteiger.
St. Pauli gegen Nürnberg: Was Trainer Marcel Rapp zum Gegner sagt
St. Pauli-Coach Rapp erwartet „ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner“. Der 47-Jährige konstatiert: „Nürnberg spielt einen super Fußball.“ Das gelte auch unabhängig von den Ergebnissen. „Sie sind total Spielaktiv, gegen den Ball präsent. Sie haben viele gute Spieler, die sie auch immer gut in die Räume bringen. Die spielen nicht immer gleich, sondern je nach dem welcher Spieler spielt, hat man das Gefühl, dass sie irgendwas anpassen. Die Spieler fühlen sich aber trotzdem immer wohl.“
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Das ist ganz klar das Verdienst des Trainers, das Konzept, die Handschrift. Und so verwundert es auch nicht, dass Rapp Voll des Lobes für sein Gegenüber auf der Trainerbank ist, was für die gesamte Karriere des 48-Jährigen gilt.
Rapp findet Kloses Karriere und dessen Charakter „außergewöhnlich“
„Außergewöhnlich“ sei das, was Klose in seiner Laufbahn erreicht habe. Ein Junge aus der Pfalz, der zum Weltstar avancierte, mit dem FC Bayern Titel sammelte und mit der deutschen Nationalmannschaft (137 Spiele, 71 Tore) 2014 Weltmeister wurde. Zwölf Jahre lang war Klose mit 16 Treffern der Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften, bis er im Verlauf der WM 2026 von Lionel Messi und schließlich Kylian Mbappé abgelöst wurde. „Ohne NLZ-Ausbildung so eine Karriere hinzulegen und so bodenständig zu sein, ist außergwöhnlich“, betont Rapp. „Er ist wirklich so bodenständig geblieben.“
Auch als Coach hat Klose mittlerweile Erfolg, aber auch das gelang längst nicht auf Anhieb und hat klein angefangen. „Der Sprung vom Spieler zum Trainer ist immer ein Unterschied“, so Rapp, der anders als Klose keine bedeutende Spielerkarriere vorweisen und auf wenige Zweitliga-Spiele zurückblicken kann. „Nicht jeder gute Spieler wird mal ein guter Trainer. Bei Klose sieht man an seinem Weg, dass es kein einfacher Weg ist, den er gegangen ist. Das ist alles nicht so einfach.“
Kloses erste Station als Profi-Cheftrainer war ein Misserfolg
Seine Trainer-Laufbahn hatte der gebürtige Pole 2018 bei der U17 des FC Bayern gestartet. Anschließend war der gebürtige Pole einer von drei Co-Trainern von Hansi Flick bei den Profis (2020 bis 2021). Sein erster Job als Cheftrainer im Profibereich beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach endete mit seiner vorzeitigen Entlassung im März 2023.
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Im Sommer 2024 schließlich trat der der DFB-Rekordtorschütze seinen Job in Nürnberg an und beendete seine erste Saison ziemlich unspektakulär auf Tabellenplatz zehn und die Qualität der Arbeit von Klose war von außen schwer einzuschätzen. „Wenn man die jetzt aber spielen sieht“, findet Rapp, „dann sieht man schon, dass Nürnberg einen richtig guten Trainer hat.“