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Frankfurt/Main – Am Samstagabend eskalierte die Lage in Frankfurt/Main. Es spielten sich Szenen ab, die an schwere Ausschreitungen in Frankreich erinnern: Randalierer lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, rund um die Geschäftsstraße Zeil brachen Tumulte aus. Mehrere Schaufensterscheiben wurden eingeschlagen, auch ein Waffengeschäft wurde geplündert.

Foto: Kai Pfaffenbach/REUTERS
Zunächst soll eine Gruppe die Schaufensterscheiben der Schuhkette „Snipes“ zertrümmert haben. Die Polizei rückte mit einem Wasserwerfer an und drängte die Randalierer zurück. Doch die zogen einfach weiter. Sie bogen in eine Seitenstraße ab. Dort gerieten mehrere Läden ins Visier von Plünderern, darunter auch ein Waffengeschäft.

Hier ist zu sehen, wie zwei junge Männer ein Gewehr durch das Loch in der Scheibe herausziehen. Die Täter wurden von der Nachrichtenagentur dpa unkenntlich gemacht
Foto: Andreas Arnold/dpa

Die zerstörte Scheibe des Waffenladens. Deutlich zu sehen ist, wie dick das Glas und wie tief die Löcher sind
Foto: Kai Pfaffenbach/REUTERS
Vor dem Laden rotteten sich Randalierer zusammen. Mit Steinen und Fäusten schlugen sie immer wieder gegen die Scheibe, andere traten dagegen. Das Glas bekam Risse, schließlich gab es an mehreren Stellen nach. Offenbar gelangten die Randalierer an die Waren im Inneren. Nach Angaben eines Reuters-Fotografen stahlen sie mindestens zwei Waffen. Unklar war zunächst, ob es sich um scharfe Waffen handelte.

Randalierer schlagen mit verschiedenen Gegenständen auf die Scheibe eines Schuhladens ein. Dabei setzen sie sogar Verkehrsschilder ein
Foto: Kai Pfaffenbach/REUTERS
Den Einsatzkräften gelang nach den wilden Plünderungen ein schneller Fahndungserfolg: Eine Person konnte festgenommen werden. Zudem stellten die Beamten zwei Waffen sicher. Beide sollen aus dem Waffengeschäft stammen, dessen Scheibe der Mob zuvor zertrümmert hatte. Auch das Schuhgeschäft wurde geplündert, bei weiteren Läden wurden mindestens die Schaufenster zertrümmert.

Die Scheibe geht teilweise zu Bruch. Die Randalierer gelangen in den Laden, greifen nach den Markenschuhen und rennen mit ihrer Beute davon
Foto: Kai Pfaffenbach/REUTERS
Gen-Z-Proteste in Frankfurt aufgelöst
Die Gen-Z-Demo mit rund 8000 Teilnehmern verlief zunächst stundenlang friedlich. Doch am frühen Abend kippte die Stimmung. Laut hessischem Innenministerium griffen etwa 100 linksextremistisch motivierte Gewalttäter die Polizei mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik an. Mehrere Beamte wurden verletzt, die Polizei löste die Proteste schließlich auf.

Die Einsatzkräfte nehmen eine Person fest. Im Hintergrund ist der zuvor geplünderte Schuhladen zu sehen
Foto: IMAGO/5VISION.NEWS
Doch die Gewalt ging weiter. Gruppen zogen durch die Innenstadt, besonders auf der Zeil spitzte sich die Lage zu. Frankfurts bekannteste Einkaufsstraße wurde abgeriegelt, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Zwischen den Randalierern befanden sich auch unbeteiligte Passanten, immer wieder flogen Böller in die Menge. Im Zuge der Ausschreitungen gab es mehrere Dutzend Festnahmen. Die Lage in der Innenstadt bleibt am Abend angespannt.

Am Abend kippte die Stimmung bei den Gen-Z-Protesten: Nach zunächst friedlichen Demonstrationen kam es zu Gewalt und Plünderungen
Foto: Kai Pfaffenbach/REUTERS