Hattest du eine besondere Inspirationsquelle?

Ja, zum Beispiel das „The Hotel Chelsea“ in New York City. Es ist ein geschichtsträchtiges Haus, in dem Kreative wie etwa Patti Smith und Leonard Cohen wohnten. Vor kurzem wurde es nach einer langen Neugestaltung wiedereröffnet, bei der die Geschichte des Hauses bewahrt und gleichzeitig raffinierte Oberflächen, stimmungsvolle Farbpaletten und durchdachte Zurückhaltung Hand in Hand gehen. Außerdem sind in jedem Zimmer unglaubliche Teppiche zu finden, das ist der Wahnsinn!

Habt ihr viele Möbel neu angeschafft?

Da ich ja aus den USA nach Marokko und dann nach Berlin gezogen bin, hatte ich natürlich gar keine Möbel. Das heißt, ich musste eine komplett neue Designvision kreieren, um eine Geschichte zu erzählen, die die einzelnen Objekte zusammenwachsen lässt. Ich liebe es aber auch Möbel mit der Zeit zu verändern, unser Bett stammt beispielsweise von Westwing, das ich mit einem neuen Stoff beziehen ließ. Wir haben viele Möbel von Auktionen oder Antiquitätenhändlern, wie etwa Felix Bachmann, erstanden.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Romantisch, aber auch eklektisch. Mein Stil verändert sich immer mit mir, es kann sein, dass die Wohnung in fünf Jahren schon nicht mehr dieselbe ist. Ich glaube, ich kann nie sagen, dass ich fertig bin. Aber ich möchte immer einen vollkommenen Rückzugsort schaffen.

Wie gehst du mit Kunst um?

Über das Visuelle hinaus sehe ich Kunst als eine Möglichkeit, einem Raum Geschichte und Geist zu verleihen. Ob es sich um ein kleines Kunstwerk von einer Reise oder ein auffälliges Statement handelt, Kunst bedient immer emotionale Ebenen, schafft Blickpunkte und Rhythmus.

Was ist deine Lieblingsarbeit?

Eines meiner Lieblingsstücke ist ein Stillleben von Duilio Barnabè, das ich auf einer Auktion entdeckt habe. Seine Malweise hat etwas Zeitloses und Gefühlvolles. Es hängt an einem Ort, wo es am späten Nachmittag im Licht aufgeht, und selbst heute entdecke ich immer noch etwas Neues darin. Das ist die Kraft guter Kunst: Sie entfaltet sich langsam und verankert ein Zuhause in Schönheit und Zeit.

Letzte Frage: Ihr erwartet bald ein Baby, wie bereitet ihr euch und eure Wohnung darauf vor?

Der Marmorcouchtisch im Wohnzimmer muss weg (lacht), der ist viel zu gefährlich. Aber ich finde, man muss damit leben, dass ein weißes Sofa keine praktische Entscheidung war. Ich werde noch Stauraum für Spielzeuge schaffen müssen. Ich möchte, dass das Kind in den Räumen spielt und tobt. Ich finde, Möbel sind dazu da, benutzt zu werden, man sollte nicht überempfindlich sein. Jedes Objekt muss mit mir arbeiten, nicht gegen mich. Aber die Wohnung wird sich mit Kind sicher auch noch mal verändern.

Noch mehr Eindrücke von der Altbauwohnung von Adele Helmers und Stephan Raczak

Das Wohnzimmer hat an jeder Wand Türen oder Fenster, daher war der Raum am schwersten einzurichten.

Jordann Wood / Kunst: Courtesy of Qing Chun Diao; Courtesy of Nico Brodersen