Bensheim. Cara Metzner (25) kommt aus Bensheim, lebt in Mainz, führt seit zehn Jahren einen Buchblog und ist damit eine echte Expertin auf diesem Gebiet. Sie interessiert sich hauptsächlich für queere Literatur, Detektivgeschichten und Thriller. Seit 2016 ist sie ebenso ein Teil der BAnane Jugendredaktion. Im Interview erzählt Cara alles von ihren Anfängen beim Book-Blogging, ihren persönlichen Beweggründen, einen Buchblog zu führen, und gibt hilfreiche Tipps, wie man am besten seinen eigenen Book-Blog startet.
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Wie bist du zum Book-Blogging gekommen und was hat dich motiviert, damit anzufangen?
Cara Metzner: Ich habe schon immer gern mit meinen Freundinnen und Freunden über Bücher und Serien gesprochen – richtig leidenschaftlich. 2015 war ich 15 und dachte mir: Warum nicht einfach mehr Leute daran teilhaben lassen? Also habe ich spontan einen Blog und eine Instagram-Seite gestartet. Zufällig war das genau die Zeit, als „Bookstagram“ so richtig Fahrt aufgenommen hat – also ein perfekter Moment, um loszulegen.
Cara ist großer Fan der Detektivreihe „Die drei ???“. © Frederik Koch
Wie gehst du beim Schreiben einer Rezension vor? Hast du eine feste Struktur oder schreibst du eher intuitiv?
Cara: Ganz klar, intuitiv. Ich wünschte manchmal, ich wäre da strukturierter – vor allem, weil ich beim Lesen fast nie Notizen mache. Das rächt sich dann manchmal. Aber meistens starte ich mit einem Satz, der mein Gefühl zum Buch auf den Punkt bringt. Von da aus arbeite ich mich dann durch die Rezension und entfalte, was genau mir gefallen oder eben nicht gefallen hat.
Was war das letzte Buch, das dich emotional richtig mitgenommen hat – und warum?
Cara: Marianengraben von Jasmin Schreiber. Ich habe es zwar vor einer Weile gelesen, aber es lässt mich nicht los. Es geht um eine junge Frau, die nach dem Tod ihres kleinen Bruders in eine Depression fällt. Auf einem Friedhof trifft sie einen älteren Mann, der seine Frau verloren hat – gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch ihre Trauer. Das Buch ist unglaublich bewegend, ich musste zwischendurch richtig Pausen machen, weil es mich so berührt hat. Aber genau deshalb ist es auch so gut.
Wie wichtig ist dir der Austausch mit anderen Leserinnen und Lesern oder Bloggerinnen und Bloggern?
Cara: Der Austausch ist für mich eigentlich der Hauptgrund, warum ich das alles mache. Bücher leben für mich durch Gespräche – durch unterschiedliche Perspektiven, durch das gemeinsame Schwärmen oder Diskutieren.
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Welche Tipps würdest du jemandem geben, der selbst einen Book-Blog starten möchte?
Cara: Man sollte sich gut überlegen, wie viel Zeit man wirklich investieren kann – und dann eine passende Plattform wählen. TikTok ist aktuell super groß, das sieht man zum Beispiel auch an den BookTok Awards auf der Frankfurter Buchmesse. Aber auch Instagram funktioniert noch sehr gut, vor allem wenn einem der persönliche Austausch wichtig ist.
Ich glaube allerdings, die klassische Website mit Blogartikeln hat ihre beste Zeit hinter sich – zumindest für neue Bloggerinnen und Blogger. Die meisten Leserinnen und Leser sind mittlerweile auf Social Media unterwegs. Und ganz wichtig: Vergleicht euch nicht zu sehr mit anderen. Nur weil jemand 20 Bücher im Monat liest, heißt das nicht, dass ihr weniger „wert“ seid als Leser oder Leserin. Ein Buchblog sollte aus Liebe zum Lesen entstehen – nicht um damit nur eine große Reichweite haben zu wollen . Frederik Koch