Bahnarbeiter arbeiten auf einer Bahnstrecke in Hamburg.

Stand: 25.06.2025 16:58 Uhr

Die bundesweite Sanierung des Schienennetzes könnte sich bis 2035 hinziehen – und damit vier Jahre länger als geplant dauern. Auch die Bahnstrecke zwischen Minden und Hannover wäre davon betroffen.

Die Deutsche Bahn will den Zeitplan zur Erneuerung und Modernisierung stark belasteter Bahnstrecken gemeinsam mit Beteiligten überprüfen und anpassen, teilte das Unternehmen mit. Bei den geplanten Anpassungen soll es den Angaben zufolge unter anderem um die Stabilität von Umleitungsverkehren gehen. Dazu ist die Bahn am Mittwoch auf einer Informationsveranstaltung mit Verkehrsunternehmen, Verbänden und Ländern in den Austausch getreten. Es hatte Kritik zum bisherigen Zeitplan im Rahmen der Generalsanierung gegeben – insbesondere von Bahn-Wettbewerbern im Güterverkehr. Der Plan sei zu ambitioniert, sagten die Kritiker. Unter anderem seien Ausweichstrecken nicht ausreichend vorbereitet und geplant.

Sanierung Bahnstrecke nach Hannover deutlich später

Unter anderem würde die Bahnstrecke zwischen Minden und Wunstorf (Region Hannover) deutlich später saniert, hieß es von Teilnehmenden der Informationsveranstaltung am Mittwoch. Auf diesem Abschnitt fahren ICE-Züge vom Ruhrgebiet über Hannover bis nach Berlin. Bislang sollten die Arbeiten auf der Strecke 2028 beginnen. Geplant sei, das Projekt auf 2034 zu verschieben, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Welche Strecken darüber hinaus später saniert werden könnten, konnte ein Bahnsprecher auf Anfrage des NDR Niedersachsen noch nicht beantworten.

Erst Hinweise sammeln, dann neuer Zeitplan

Der Sprecher verwies auf den laufenden Austausch mit beteiligten Verkehrsunternehmen und Verbänden. Diese werden seinen Angaben zufolge gebeten, zunächst ihre Hinweise und Positionen einzureichen. Zudem sei am 9. Juli ein Folgetermin zur nun stattgefundenen Informationsveranstaltung angesetzt. Im Anschluss will das zuständige Tochterunternehmen DB InfraGo laut Bahn das angepasste Konzept mit der Bundesregierung abstimmen und verabschieden.

Gleise liegen in einem Gleisbett auf Betonschwellern nach einer Bahnerneuerung.

Statt bis 2031 bis 2035: Die Deutsche Bahn will sich mehr Zeit für die Modernisierung ihrer Hauptstrecken nehmen.

Generalsanierung sollte 2031 abgeschlossen sein

Das Pilotprojekt für die Generalsanierung hatte die Bahn bereits im vergangenen Jahr zwischen Juli und Dezember auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim umgesetzt. Ab August 2025 soll die umfassende Erneuerung und Modernisierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin folgen. Ursprünglich sollte sie 2031 abgeschlossen sein.

Ein Verkehrsschild vor klarem Himmel weist auf eine Baustelle hin

Die Stadt warnt vor Verkehrsbehinderungen während der Bauzeit. In der Nordstadt werden gleich mehrere Baumaßnahmen umgesetzt.

Ein Arbeiter geht in Hamburg über eine Gleisanlage der Bahn.

Die Deutsche Bahn setzt auf Generalsanierungen wichtiger Strecken. In Norddeutschland gibt es ab August teils erhebliche Einschränkungen für Bahnreisende.

Ein Schild für Ersatzverkehr hängt an einer Scheibe.

Die Bahn hat in Lüneburg bekannt gegeben, wann die Strecke in 2026 und 2029 jeweils gesperrt sein wird.

Zwei Loks der Deutschen Bahn in Nahaufnahme.

Die Deutsche Bahn plant, bis 2030 ein Viertel des Schienennetzes zu erneuern. Auf der Strecke Hamburg-Berlin wird ab Sommer gebaut.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.06.2025 | 14:00 Uhr