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News zur Nahost-Lage: Trump behauptet, Irans Atomprogramm und das Uran sei zerstört. Doch europäische Geheimdienste widersprechen. Der Ticker.

Update, 21.35 Uhr: US-Präsident Donald Trump setzt weiter auf unabhängige Inspektionen des iranischen Atomprogramms. Der Präsident bejahte die Frage eines Journalisten, ob die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Irans Atomanlagen auch weiterhin kontrollieren sollte. „Oder jemand, ja, oder jemand, den wir respektieren“, inklusive der USA selbst, sagte Trump im Weißen Haus. 

Als Reaktion auf die israelischen und US-Angriffe auf iranische Atomanlagen hatte Irans Parlament zuletzt für eine Aussetzung der Zusammenarbeit mit der IAEA gestimmt, bis die „Sicherheit“ der nuklearen Anlagen gewährleistet sei. Nach Angaben der Atomenergiebehörde in Wien hat Teheran das Aussetzen der Kooperation bislang nicht offiziell mitgeteilt. 

Auf die Frage, ob er Irans Atomanlagen erneut bombardieren lassen würde, falls es wieder Sorgen über Teherans Urananreicherung gebe, sagte Trump: „Sicher, ohne Frage, absolut.“ Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben. Die jüngsten Angriffe hätten das Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen, bekräftigte er. 

Konflikt mit dem Iran: Israels Verteidigungsminister offenbart neuen Plan

Update, 18 Uhr: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat im Kurznachrichtendienst X mitgeteilt, dass er die israelische Armee dazu aufgefordert habe, einen weiteren Aktionsplan gegen den Iran vorzulegen. Ziel ist es demnach, die Lufthoheit über dem Iran trotz Ende der Luftangriffe aufrechtzuerhalten, den Wiederaufbau des Atomprogramms sowie der Produktion von ballistischen Raketen zu verhindern und die nötigen Schritte angesichts der Unterstützung des Irans für „terroristische Aktivitäten“ gegen Israel einzuleiten.

Katz warnte außerdem, die Operation im Iran sei nur ein „Werbespot“ für die israelische Politik nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 gewesen. Der Verteidigungsminister schrieb, es gebe „keine Immunität“ mehr. Zuvor hatten israelische Beamte weitere militärische Aktionen gegen den Iran nicht ausgeschlossen und mit weiteren Angriffen gedroht, sollte der Iran sein Atomprogramm wiederaufbauen.

Update, 15.42 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben Ziele der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon angegriffen. Laut dem israelischen Militär handelte es sich um einen Teil eines unterirdischen Stützpunkts, der bereits zuvor von israelischen Angriffen betroffen war. Die Hisbollah, die Unterstützung aus dem Iran erhält, habe versucht, unterirdische Stellungen in der Nähe der strategisch wichtigen Kreuzritterfestung Beaufort wieder aufzubauen, was einen Verstoß gegen die Waffenstillstandsvereinbarung darstelle.

In libanesischen Medien waren Bilder zu sehen, die mehrere hohe Rauchsäulen zeigten. Sicherheitskreise in Beirut berichteten von mindestens fünf schweren Luftangriffen auf Hügel in der Nähe der Stadt Nabatije. Berichten aus libanesischen Medien zufolge traf ein Geschoss ein Wohnhaus in der Stadt. Dabei sei eine Frau ums Leben gekommen und 20 weitere Menschen seien verletzt worden.

Nach Nahost-Eskalation: Luftraum im Iran trotz Waffenruhe weiter gesperrt

Update, 14.02 Uhr: Der Iran hat die weitgehende Sperrung seines Luftraums trotz der Waffenruhe mit Israel erneut verlängert. Die Maßnahme gelte zunächst für einen weiteren Tag bis Samstag, 14.00 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ), berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von den Kriegsparteien aus Israel und dem Iran. Die Angaben lassen sich daher nicht immer unabhängig überprüfen.

Einige Lockerungen und Überfluggenehmigungen gelten aber bereits, und zwar für den Osten des Landes. Der Flughafen in Teheran, Hauptziel internationaler Flüge, bleibt weiterhin geschlossen. Das Tracking-Portal Flightradar verzeichnete vereinzelte Flüge im Osten und entlang der Südostküste.

Neue Verhandlungen zwischen Iran und USA: Teheran könnte auf Milliardeninvestition hoffen

Update, 11.50 Uhr: Bei möglichen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA könnte Teheran auf eine Milliardeninvestition hoffen. Das berichtet CNN unter Berufung auf einige Quellen im Weißen Haus. Konkret soll es um 30 Milliarden US-Dollar gehen, die dem Iran beim Aufbau eines zivilen Nuklearprogramms helfen sollen, das ausschließlich den Energiesektor betrifft. Teil der Verhandlungen sind auch eine klare Ablehnung einer erneuten militärischen Urananreicherung.

Israel und Iran im Krieg: Hunderte Raketen fliegen nach Tel Aviv und TeheranIsraelische Luftangriffe in TeheranFotostrecke ansehen

Dabei soll die Investition nicht direkt von der US-Administration kommen, sondern über arabische Partner in der Region. US-Sondergesandter und Trump-Vertrauter, Steve Witkoff, soll die möglichen Pläne bereits einen Tag vor den US-Angriffen am Freitag in Washington besprochen haben. Eine Quelle erklärte gegenüber CNN: „Die USA ist gewillt, diese Verhandlungen zu führen.“ Die Quelle fügte hinzu: „Und irgendjemand wird für den Aufbau des Atomprogramms bezahlen müssen, aber wir werden diese Verpflichtung nicht eingehen.“

Nach Nahost-Eskalation: Iranische Bewohner in Teheran kehren in ihre Hauptstadt zurück

Update, 10.38 Uhr: Nach dem zwölf Tage andauernden Konflikt zwischen Israel und dem Iran kehrt allmählich der Alltag nach Teheran zurück. Aufgrund der israelischen Luftangriffe verließen Tausende von Iranern und Iranerinnen die Hauptstadt. Nika, eine 33-jährige Iranerin, äußerte sich gegenüber dem Nachrichtensender al-Jazeera: „Nach all diesen Tagen nach Hause zu kommen, selbst von einem Ort, an dem man in Sicherheit war, fühlt sich wie der Himmel an.“

Eine andere Person schilderte ihre Erfahrungen während der Spannungen zwischen Israel und dem Iran: „Ich lebte in Teheran, hatte einen Vollzeitjob, studierte, und da ich allein lebte, kümmerte ich mich um alle anfallenden Hausarbeiten. Als der Krieg begann, konnte ich für ein paar Tage nicht glauben, dass diese Routine zum Stillstand kommen würde. Ich ging immer noch zur Arbeit, kaufte ein oder ging in ein Café. Aber irgendwann konnte man die Realität nicht mehr verleugnen. Das Leben kam zum Stillstand.“

Netanjahu und Trump wollen sich nach Sieg über den Iran wohl treffen

Update, 08.18 Uhr: Nach den US-Angriffen auf den Iran möchte sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu mit US-Präsident Donald Trump treffen. Das berichtet das US-Medium Axios. Ein israelischer Beamter erklärte anonym: „Beide Seiten haben ein Interesse daran, nach dem Krieg mit dem Iran eine Siegesfeier zu veranstalten.“ Demnach sollen die Israelis bereits im Austausch mit dem Weißen Haus stehen. Ein konkretes Datum soll noch nicht feststehen.

Update vom 27. Juni, 5.05 Uhr: Der iranische Außenminister hat sich zurückhaltend über mögliche erneute Atomverhandlungen mit den USA geäußert. Die Diplomatie gehe weiter, er habe Kontakt mit mehreren Außenministern gehabt und man tausche sich aus, sagte Abbas Araghtschi dem Staatssender IRIB. „Aber was die Verhandlungen mit den USA betrifft, so evaluieren wir gerade, was das Beste für unsere nationalen Interessen ist“, sagte Araghtschi.

Lage in Nahost: Verhandlungen zwischen USA und Iran?

Update, 20.57 Uhr: Das Weiße Haus hält sich bezüglich möglicher neuer Gespräche zwischen den USA und dem Iran alle Optionen offen. Karoline Leavitt, die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, erklärte auf einer Pressekonferenz auf die Frage nach Details zu möglichen Verhandlungen in der kommenden Woche: „Wir haben im Moment noch nichts geplant“. Trump hatte beim Nato-Gipfel am Mittwoch angekündigt, dass es in der nächsten Woche neue Gespräche mit dem Iran geben könnte, jedoch ohne konkrete Informationen zu liefern. Bislang fehlt eine Bestätigung aus Teheran für eine neue Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm.

Leavitt betonte, sie habe am Morgen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff gesprochen und könne versichern, dass die USA weiterhin in engem Kontakt mit dem Iran stünden. Das Ziel der US-Regierung sei es, einen Zustand zu erreichen, in dem der Iran einem zivilen Atomprogramm ohne Uran-Anreicherung zustimme. Sobald ein Treffen feststehe, werde die US-Regierung darüber informieren.

Putin will Handelsbeziehungen nach Nahost-Eskalation mit Iran stärken

Update, 20.12 Uhr: Kreml-Chef Wladimir Putin sieht den Konflikt zwischen Israel und dem Iran für beendet an. Putin erklärte laut der russischen Nachrichtenagentur Tass am Donnerstag: „Im Mai trat ein Freihandelsabkommen mit dem Iran in Kraft. So Gott will, beruhigt sich die Lage im Nahen Osten nun, und auch der Konflikt zwischen Israel und dem Iran wird dort, Gott sei Dank, der Vergangenheit angehören.“ Russland hatte seine Zusammenarbeit mit dem Iran seit Beginn des Ukraine-Kriegs vertieft.

Die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), ein von Russland initiierter Zusammenschluss aus Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland, will die „Beziehungen zu allen Ländern der Region“ weiter ausbauen. Putin fügte hinzu: „Die Arbeit an der Stärkung der Integrationsmechanismen und der Stärkung der Autorität und des Einflusses der EAWU auf internationaler Ebene wird fortgesetzt.“

Update, 18.36 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs fordern alle Parteien im Nahen Osten zu Zurückhaltung und zur Einhaltung des Völkerrechts auf. In einer in Brüssel beschlossenen Gipfelerklärung bekräftigen sie, der Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Zudem heißt es, die Europäische Union werde sich weiterhin an allen diplomatischen Bemühungen beteiligen, um Spannungen in der Region abzubauen. Eine Lösung der Atomfrage könne nur durch Verhandlungen erreicht werden.

Nach Nahost-Eskalation: Russland will weiter mit Teheran zusammenarbeiten

Update, 17.05 Uhr: Russland plant, die Kooperation mit Teheran fortzuführen – trotz des Kriegs in Israel und der Angriffe der USA auf den Iran. Dies verkündete Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Donnerstag. Sie betonte, dass Russland die „amerikanischen Angriffe auf das Schärfste verurteilt“ habe.

Russland beabsichtigt, den Iran weiterhin im Bereich des Atomprogramms zu unterstützen. Sacharowa stellte klar: „Unsere bekannte Zusammenarbeit mit Teheran im Bereich der friedlichen Kernenergie ist absolut legitim und entspricht den Interessen beider Länder. Sie wird fortgesetzt, und ich betone, dass sie von niemandem in irgendeiner Weise infrage gestellt wurde.“ Die Diplomatin hob hervor, dass die „strategische Partnerschaft“ zwischen Russland und dem Iran auch im Jahr 2025 „fruchtbar“ sein werde.

Europäische Einschätzungen widersprechen Trumps Iran-Aussagen

Erstmeldung: Brüssel – Ein Bericht eines amerikanischen Geheimdienstes über die massiven US-Angriffe auf iranische Atomanlagen sorgt weiterhin für Aufsehen. Die Regierung der USA unter Präsident Donald Trump behauptet, die Anlagen und damit das iranische Atomprogramm seien vollständig „zerstört“ worden. Der umstrittene Bericht zeigt sich jedoch zurückhaltender. Laut der Financial Times gibt es nun auch erste Einschätzungen aus europäischen Hauptstädten, die Trumps Aussagen zu widersprechen scheinen.

Das britische Medium berichtete unter Berufung auf vertrauliche Quellen über geheimdienstliche Einschätzungen, die europäischen Regierungen vorgelegt wurden. Diese Einschätzungen betreffen vor allem das angereicherte Uran des Iran, das zur Herstellung von Kernwaffen genutzt werden könnte. Trump behauptete, das Uran sei in der unterirdischen Fordo-Anlage gelagert gewesen und habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs dort befunden. Er dementierte Berichte über eine Evakuierung.

Europäische Einschätzungen legen jedoch nahe, dass der Uran-Bestand von 408 Kilogramm nicht nur in Fordo war, sondern vor den Angriffen der amerikanischen B-2-Bomber auf verschiedene sichere Standorte verteilt wurde. Die Schlussfolgerung lautet, dass ein Großteil des angereicherten Urans im Rahmen des iranischen Atomprogramms unversehrt geblieben ist.

US-Angriffe auf Irans Atomanlagen: Laut europäischen Geheimdiensten kein „struktureller Kollaps“

Quellen berichteten der Financial Times, dass man noch auf einen vollständigen Geheimdienstbericht zur Lage in Fordo warte. Man gehe jedoch von „schweren Schäden“, aber keinem „strukturellen Kollaps“ aus. Die Atomanlage Fordo liegt in der Nähe der für den schiitischen Islam heiligen Stadt Qom unter einem Berg. Um die Anlage zu treffen, setzte die US-Luftwaffe mehrere bunkerbrechende Bomben ein, die jeweils 30.000 Pfund (13,61 t) wiegen.

Trump USA Atomanlage Iran Krieg NahostDonald Trump und die USA griffen auch den Iran an. Doch wie viel ist wirklich kaputtgegangen? Der US-Präsident wehrt sich gegen Berichte. © Imago 2x / Collage fr.deTrump bestreitet Evakuierung von Fordo vor Angriff

Präsident Trump bestritt erneut, dass der Iran vor den US-Angriffen auf drei Atomanlagen angereichertes Uran in Sicherheit bringen konnte. „Es wurde nichts aus der Einrichtung entfernt“, schrieb Trump am Donnerstag auf seinem Onlinedienst Truth Social. Dies hätte zu lange gedauert und wäre zu gefährlich gewesen, betonte er.

In einer weiteren Veröffentlichung kritisierte Trump Medien, die den Erfolg der US-Angriffe auf iranische Atomanlagen in Frage stellten. „Die Fake News sollten alle feuern, die sich an dieser Hexenjagd beteiligen“, schrieb er. Zudem forderte er eine Entschuldigung „bei unseren großartigen Kriegern und allen anderen“.

USA gehen weiterhin von „Auslöschung“ iranischer Anlagen aus

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte bei einem Auftritt im Pentagon die Aussagen des Präsidenten. Er erklärte, die Angriffe mit bunkerbrechenden Bomben hätten die Nuklearanlagen des Iran „ausgelöscht“ und vollständig „zerstört“. Hegseth nutzte die Pressekonferenz auch, um massive Vorwürfe gegen Medien wie CNN und die New York Times zu erheben. Diese verbreiteten „Halbwahrheiten“, manipulierten die Öffentlichkeit und gönnten Trump nicht den Erfolg, sagte er.

Ein vorläufiger US-Geheimdienstbericht hatte Zweifel an der Wirksamkeit der US-Angriffe aufkommen lassen. CNN und andere Medien berichteten unter Berufung auf diesen Bericht, dass die Angriffe das iranische Atomprogramm nur um einige Monate zurückgeworfen hätten und die iranischen Zentrifugen sowie die Vorräte an angereichertem Uran nicht vollständig zerstört worden seien.