In Italien schmelzen bereits die Straßen – soweit ist es in Deutschland noch nicht, aber die Wettermodelle sind sich einig: Es wird auch hierzulande heiß, sehr heiß. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in den kommenden Tagen mit den bisher höchsten Temperaturen des Jahres.
Der bisherige Rekord in diesem Jahr, den am vorigen Sonntag mit 36,2 Grad Saarbrücken-Burbach meldete, dürfte dabei „deutlich überboten“ werden, sagte DWD-Meteorologe Martin Jonas.
Auch nachts kühlt es nicht richtig ab
Für den heutigen Montag warnt der DWD vor einer „teils starken Wärmebelastung“, wie der DWD in seinem Warnlagebreicht schreibt. Betroffen sei vor allem der Südwesten. Einzelne Hitzegewitter seien im Schwarzwald sowie in den Alpen möglich.
Von einer „starken Wärmebelastung“ spricht der Wetterdienst bei gefühlten Temperaturen über 32 Grad und zugleich nur geringer nächtlicher Abkühlung. Steigt die gefühlte Temperatur über 38 Grad, ist von „extremer Wärmebelastung“ die Rede.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
Bereits für Samstag und Sonntag hatte der DWD eine Hitzewarnung mit einer „gebietsweise starken Wärmebelastung“ für Südwestdeutschland herausgegeben. Das Thermometer kletterte dann in Mannheim (Baden-Württemberg) bereits bis auf 33,1 Grad. Das war dem DWD zufolge die höchste Temperatur des Tages.
„Sehr hohe gesundheitliche Gefährdung“ durch UV
Mit der starken Wärmebelastung zu Wochenbeginn geht eine erhöhte UV-Intensität einher. Fast überall im Land besteht dem UV-Gefahrenindex des DWD zufolge eine „sehr hohe gesundheitliche Gefährdung“ (Stufen 8 und 9). Schutzmaßnahmen seien daher „unbedingt erforderlich“.
UV-Schutztipps des Deutschen Wetterdienstes
Mit Blick auf die ungewohnt hohen Werte der UV-Strahlung im Land empfiehlt der Deutsche Wetterdienst folgende Schutzmaßnahmen:
- Unternehmungen auf die Morgen- und Nachmittagsstunden legen.
- Mittags zwischen 11 und 16 Uhr drinnen oder im Schatten aufhalten.
- Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor LSF 30 benutzen, die einen UVA- und UVB-Schutz bieten und keine Duftstoffe enthalten.
- Vor dem Sonnenaufenthalt Sonnencreme dick und gleichmäßig auftragen und besonders auf die „Sonnenterassen“ des Körpers achten: Nase, Ohren, Lippen, Schultern und Fußrücken.
- Sonnenbrille tragen.
- Auch im Schatten gehören ein sonnendichtes Hemd, lange Hosen, Sonnencreme (mindestens LSF 30), Sonnenbrille und ein breitkrempiger Hut zum sonnengerechten Verhalten.
- Textiler Sonnenschutz besteht aus: dicht gewebten T-Shirts oder Hemden, Tuch, Kappe oder Hut mit Schirm und Nackenschutz sowie Schuhen, die den Fußrücken schützen.
- Babys im ersten Lebensjahr nicht der direkten Sonne aussetzen und auch nicht mit Sonnencreme eincremen.
Ausführlichere Informationen finden Sie in den UV-Schutztipps des DWD.
An den Küsten im Norden prognostiziert der DWD eine minimal geringere UV-Belastung, die jedoch eine „hohe gesundheitliche Gefährdung“ (Stufen 7) erwarten lässt. Schutzmaßnahmen seien „erforderlich“.
Hitze-Höhepunkt am Mittwoch
Am Dienstag breitet sich die Wärmebelastung laut DWD nach Nordosten aus. Für den Westen und Südwesten ist von extremer Wärmebelastung die Rede.
Den Höhepunkt der Hitzewelle erwarten die DWD-Meteorologen für Mittwoch mit Temperaturen bis 39 Grad.
Die Menschen in Berlin und Brandenburg sollten sich demnach zur Wochenmitte auf 38 Grad einstellen, in Hamburg werden 36 Grad erwartet und in Köln um 39 Grad. Auch Hessen und Niedersachen könnten dann mit extremen Temperaturen rechnen.
Eine Familie schwimmt auf einer Luftmatratze im Wasser eines Sees.
© dpa/Patrick Pleul
41,2
Grad wurden 2019 als bisher höchste Temperatur in Deutschland gemessen.
Der höchste jemals in Deutschland gemessene Wert liegt bei 41,2 Grad und wurde am 25. Juli 2019 an den Wetterstationen Tönisvorst und Duisburg-Baerl (Nordrhein-Westfalen) gemessen.
Am Donnerstag ist dann schauerartiger Regen in Aussicht. Trotzdem ist nach Einschätzung des DWD danach kein Temperatursturz absehbar.
Warum Gewitter-Vorhersagen ungenau sind
- Der genaue Ort eines Gewitters (Stadt oder Gemeinde) kann erst ein bis zwei Stunden vorher mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmt werden.
- Denn die Vorhersagemodelle sind nicht kleinräumig genug, die Bildung und Verlagerung von Gewittern ist chaotisch.
Quelle: Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes
Vor allem für ältere Menschen und Kleinkinder können die hohen Temperaturen lebensgefährlich sein. Die betroffenen Gruppen sollten sich in der Nachmittagshitze möglichst in kühleren Innenräumen aufhalten und auf körperliche Anstrengungen verzichten, empfehlen Mediziner.
Auch DWD-Meteorologe rät den Menschen, ihr Verhalten anzupassen: Es sei ratsam, viel zu trinken, kühle Plätze zu suchen und Anstrengung zu vermeiden. Wegen der sehr hohen UV-Strahlung sei es auch wichtig, die Haut zu schützen und sich gegebenenfalls mehrfach einzucremen. Empfehlenswert sei zudem das Tragen einer Kopfbedeckung und möglichst luftige, aber lange Kleidung.
46 Grad in Spanien
In der südspanischen Stadt El Granado hat es am Samstag mit 46 Grad einen neuen Hitzerekord an einem Juni-Tag gegeben, wie der staatliche Wetterdienst mitteilte. Damit wurde der Rekord von 45,2 Grad in Sevilla aus 1965 gebrochen. In Dutzenden weiteren Städten Spaniens wurden Höchsttemperaturen von mehr als 40 Grad gemessen. Auf Mallorca stiegen die Temperaturen auf fast 35 Grad.
Auch in Portugal war es extrem heiß, vor allem in der Urlauberregion Algarve im Süden des Landes, wo um die 40 Grad registriert wurden. (dpa)
Auch beim Baden ist vorsichtig geboten. Am vergangenen Wochenende gab es in Deutschland nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit mindestens 15 Badeopfern die bisher meisten Toten an einem Wochenende im Jahr 2025 verzeichnet. Die allermeisten Todesfälle ereignen sich in Seen und Flüssen, warnen die Retter.
Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt
Die meisten Badeunfälle würden durch leichtsinniges Verhalten, Selbstüberschätzung und fehlendes Gefahrenbewusstsein verursacht, warnte die DLRG. Besonders häufig würden Badegäste unterschätzen, wie gefährlich es ist, bei Hitze schnell in kühles Wasser einzutauchen.
Der schnelle Temperaturunterschied sei eine große Belastung für den Herz-Kreislauf. „Kollabiert der Kreislauf, ist das im Wasser viel schneller lebensbedrohlich als an Land“, sagte ein DLRG-Sprecher.
Mehr zum Wetter: „Hitzeschutz am Arbeitsplatz ist verpflichtend“ Brandenburgs Ministerium appelliert an Betriebe Die Geheimtipps der Tagesspiegel-Redaktion Diese Badestellen in Berlin und Brandenburg haben das gewisse Etwas Erwartet uns ein Höllensommer? Das sagt ein Potsdamer Wetterexperte dazu
Doch nicht nur die Temperaturen steigen in dieser Woche, sondern auch die Gefahr für Waldbrände. Das gilt insbesondere für Brandenburg. Der DWD rechnet damit, dass am Mittwoch in fast allen Regionen die zweithöchste oder die höchste Gefahrenstufe gelten wird. Das Umweltministerium in Potsdam gab bereits für die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Teltow-Fläming die höchste Gefahrenstufe an.
Wegen anhaltender Trockenheit gilt in mehreren Regionen Deutschlands und auch einigen Brandenburger Landkreisen ein Verbot zur Wasserentnahme aus Oberflächengewässern.