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„Andrés Auszeit“ am Marktplatz in Drensteinfurt ist ab sofort geschlossen. Die Betreibergesellschaft meldet Insolvenz an. Noch ist unklar, wie es weitergeht.

Drensteinfurt – Es ist noch keine vier Jahre her, dass „Andrés Auszeit“ als neues Bistro, Café und Restaurant am Marktplatz erstmals seine Türen öffnete. In der vergangenen Woche hat der Gastronomiebetrieb nun Insolvenz angemeldet.

Die Gerüchteküche brodelte: Beliebtes Restaurant auf dem Marktplatz schließt

Gerüchte über eine mögliche Schließung kursierten in Drensteinfurt bereits seit Längerem – befeuert durch den Rückzug von Namensgeber André Krawczyk, der die Immobilie einst gemeinsam mit Frank Raulf von der Marga-Kamphus-Stiftung gepachtet hatte. „Es ist aber nicht so, dass die Zahlen danach erst runtergingen sie waren schon zu diesem Zeitpunkt nicht gut“, bestätigt Raulf. Der Weggang Krawczyks habe mehrere Gründe gehabt. Zum einen habe er sich verändern wollen, zum anderen habe ihm die Betriebsform als GmbH missfallen.

„Andrés Auszeit“, Cafe Bistro Restaurant DrensteinfurtDie Gerüchteküche brodelte lange, nun ist es offiziell: „Andrés Auszeit“ hat geschlossen. © Mechthild Wiesrecker

„Wir haben viele Gäste, die unsere Küche mögen und auch regelmäßig kommen“, sagt Raulf. Doch es sei kein Geheimnis, dass die Umsätze in der Gastronomie bundesweit rückläufig seien – „man spricht von einem Minus von rund 18 Prozent.“ Die Gründe seien steigende Lebenshaltungskosten und sinkende Realeinkommen. „Die Menschen geben einfach weniger Geld für Restaurantbesuche aus“, stellt er fest.

Die Neueröffnung der Pizzeria im ehemaligen Schlossbistro habe seine Entscheidung nicht beeinflusst. „Natürlich ist es normal, dass die Leute Neues ausprobieren wollen. Aber auf unsere Gästezahlen hatte das keinen negativen Einfluss.“ Im Gegenteil: Für eine Stadt wie Drensteinfurt gebe es derzeit eher zu wenig Gastronomie, findet Raulf.

„Andres Auszeit“: Fixkosten als GmbH zu hoch

Auch das Thema Barzahlung – eine Kartenzahlung ist nicht mehr möglich – sei kein Problem gewesen. „Es gab keine Beschwerden darüber“, betont er. „Unsere Gäste sind gerne gekommen.“

Dass André Krawczyk einige Mitarbeitende mitgenommen habe, sei verkraftbar gewesen. Morgens habe es dann statt serviertem Frühstück ein Frühstücksbuffet gegeben, das aber gut angenommen worden sei. Bei hohem Besucheraufkommen seien zusätzliche Aushilfen beschäftigt worden. Dennoch räumt Raulf ein: „Es ist nach wie vor sehr schwer, gutes Personal in der Branche zu finden.“.

Dr. Birgit Salomon von der Marga-Kamphus-Stiftung habe zunächst gehofft, dass das Sommergeschäft die Wende bringen könnte. Doch Raulf zeigt sich realistisch: „Als GmbH sind unsere Fixkosten einfach zu hoch. Wenn sich ein Geschäft nicht rechnet, muss man Konsequenzen ziehen.“ Alle bestehenden Buchungen sollen in den kommenden Tagen storniert werden, das Lokal bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Betreiber sieht mögliche Zukunft für das Lokal

„Wir sind sehr traurig darüber“, sagte Birgit Salomon im Gespräch mit wa.de. „Der Standort mit der Außengastronomie vor dem Wasserspiel ist mehr als ideal. Frank Raulf und Betriebsleiter Brandon Roller haben sich wirklich Mühe gegeben und alles versucht.“ So habe es Schnitzel-, Hähnchen- und Burgertage und auch schon mal selbstgebackenen Kuchen gegeben. „Wir werden uns mit den beiden zusammensetzen und besprechen, wie es weitergeht“, versichert Birgit Salomon.

Frank Raulf möchte das Lokal gerne für den Ort erhalten. „Drensteinfurt ist mir ans Herz gewachsen“, sagt er. So sehr, dass er mit seinem Lebensgefährten Brandon Roller inzwischen selbst nach „Stewwert“ gezogen ist. Eine Zukunft für das Lokal sieht er dennoch: „Brandon Roller könnte als Betreiber übernehmen, ich selbst würde dann als Angestellter mitarbeiten“, so Raulf. Ob dieser Plan Realität wird, hängt nun auch von der Entscheidung der Marga-Kamphus-Stiftung, vertreten durch Dr. Birgit Salomon und Elke Willecke, ab.

Falls die Stiftung grünes Licht gibt, könnte das Restaurant am Marktplatz weitergeführt werden – unter neuem Namen und mit einem verbesserten, zeitgemäßen Konzept.

Im Jubiläumsjahr schließt auch ein Schuhhaus in Drensteinfurt seine zweite Filiale. Die Hauptfiliale bleibt jedoch bestehen.