Die Musikchefin der BBC ist Berichten der britischen Presse zufolge nach dem Eklat um das live übertragene Konzert des Rap-Duos Bob Vylan von ihrem Posten zurückgetreten. Lorna Clarke und weitere leitende Mitarbeiter hätten ihre Ämter abgegeben.

Der Sänger von Bob Vylan hatte auf dem von der BBC ausgestrahlten Glastonbury Festival „From the River to the Sea, Palestine must be, will be free“ und „Death, death to the IDF“ skandiert – also israelischen Soldaten den Tod gewünscht – und die Menge zum Mitgrölen aufgefordert.

Konzert in Köln abgesagt

Die BBC hatte die Übertragung nicht unterbrochen und war dafür stark kritisiert worden, unter anderem von Premierminister Keir Starmer. Der Sender entschuldigte sich. Man habe den Auftritt von Bob Vylan als besonders risikobehaftet eingestuft, so wie sechs andere Auftritte bei dem Festival auch. „Sie galten jedoch alle als geeignet für einen Livestream“, wenn Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen würden.

Während der Übertragung waren auf dem Bildschirm Warnungen zu Sprache und Inhalt zu sehen. Die Einschätzung, dass dies ausreiche, sei falsch gewesen, so die BBC, ebenso die Entscheidung, die Übertragung nicht abzubrechen.

Die Band hat sich damit verteidigt, sie habe nicht zur Tötung von Menschen aufgerufen. Es habe sich vielmehr um legitime Kritik an der israelischen Kriegsführung gehandelt. Das geplante Deutschland-Konzert der Gruppe in Köln wurde abgesagt.