Kirche ruft zur Besonnenheit
Rechtsextreme marschieren mit Nazi-Symbolen durch Dresden
09.07.2025 – 02:20 UhrLesedauer: 1 Min.
Neonazis bei einer Demonstration: Rund 500 Menschen schlossen sich am Dienstagabend einer Demonstration der rechtsextremen „Freien Sachsen“ in Dresden an. (Quelle: xcitepress)
Nach einem Angriff auf Deutsche in Dresden eskaliert die Stimmung: Rechtsextreme marschieren mit Nazi-Symbolen auf, während die Kirche zu Besonnenheit mahnt.
Eine Gewalttat mit ungeklärten Umständen hat Dresden-Leuben in zwei Lager gespalten. Rund 500 Menschen schlossen sich am Dienstagabend einer Demonstration der rechtsextremen „Freien Sachsen“ an, während parallel ein Friedensgebet in der Himmelfahrtskirche stattfand.
Anlass war eine Auseinandersetzung von Sonntagabend in Leuben, bei der zwei Deutsche verletzt wurden. Zwei Tunesier gelten als tatverdächtig. Doch die genauen Umstände sind derzeit unklar.
Auf der rechten Demonstration waren zahlreiche rechtsextreme Symbole zu sehen. Einige Teilnehmer, darunter Neonazis, waren vermummt. Ein Redner sprach davon, den „Dreck zum Teufel“ zu jagen und bezog sich damit auf nach Deutschland eingereiste Flüchtlinge.
Parallel fand in der Himmelfahrtskirche Leuben ein Friedensgebet mit rund 35 Teilnehmenden statt, das sich auch gegen rechte Hetze richtete. Pfarrerin Claudia Kneppler warnte: „Es ist fatal, wenn solche Konflikte und das Leid politisch instrumentalisiert werden.“ Weiter wird sie in einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ zitiert: „Ich wünsche mir eine sichere, friedliche Stadt, Jesus hat keine No-go-Areas gepredigt.“
Bei einer anschließenden Gegenkundgebung von linken Gruppen fanden sich rund 50 Personen ein. Gegen Ende musste die Polizei vereinzelt eingreifen, um rechte Störer davon abzuhalten, in Richtung der linken Gegendemo zu gelangen, berichtet ein Reporter vor Ort.
Die Polizei hatte am späten Samstagabend an der Haltestelle „Altleuben“ zwei Tunesier vorläufig festgenommen, die zwei 18-Jährige mit Bierflaschen angegriffen haben sollen. Bei den Tatverdächtigen wurde eine Musikbox der Geschädigten gefunden.