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Gut gelaunt am Morgen: die Teilnehmer des Zeltlagers der Jugendfeuerwehr Colnrade.Gut gelaunt am Morgen: die Teilnehmer des Zeltlagers der Jugendfeuerwehr Colnrade. © Bergmann

1 300 junge Feuerwehrleute und Betreuer, Dutzende Zelte in den unterschiedlichsten Größen und Formaten, eine komplette Infrastruktur – von der separaten Frisch㈠wasser㈠versorgung bis zu einer eigenen Notarztstation –, Kioske und sogar eine eigene Zeitungsredaktion: Das 21. Zeltlager des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV) in Delmenhorst hat einiges zu bieten. „Wir haben quasi einen neuen Stadtteil aufgebaut“, fasst es Werner Hilscher, OFV-Pressesprecher für das Zeltlager, zusammen. Bei einem Rundgang über das Gelände auf den Graftwiesen (rings um die „Grafttherme“) wird deutlich, dass er nicht übertrieben hat. Die mehr als 1000 Mädchen und Jungen stammen aus 59 Gemeinden des Oldenburger Landes.

Alle drei Jahre bietet der OFV diese einwöchige Aktion an, ergänzt Hilscher. Die Vorbereitung nehme rund ein Jahr in Anspruch. Um den finanziellen Beitrag der Kinder und Jugendlichen (im Alter von zehnb bis 18 Jahren) gering zu halten, seien viele Sponsoren notwendig. Diese haben die Aktion auch in diesem Jahr wieder unterstützt. In diesem Zusammenhang lobt Hilscher die Zusammenarbeit mit der Stadt Delmenhorst, die sich tatkräftig beteiligt habe. Oberbürgermeisterin Petra Gerlach sei denn auch die Schirmherrin der Veranstaltung und hatte diese am vergangenen Samstag eröffnet.

Zeltlager auf den Graftwiesen: Wie ein eigener, kleiner und autarker StadtteilZeltlager auf den Graftwiesen: Wie ein eigener, kleiner und autarker Stadtteil. © Feuerwehr

Doch auch wenn es jeden Tag Aktionen und Wettbewerbe für den Feuerwehr-Nachwuchs gibt, bedeutet die Woche in Delmenhorst nicht nur Spiel und Spaß, sondern durchaus auch Arbeit und die Übernahme von Verantwortung, wie Hilscher erläutert: Das Spülen des Geschirrs, das Leeren der Müllbehälter auf dem Areal oder das Reinigen der Duschen und Sanitäranlagen gehöre jedazu. Diese werden reihum von den jungen Teilnehmern übernommen. Und das, so betont der 65-Jährige aus Lemwerder, sei durchaus so gewollt und damit Teil des Programms.

Der zwölfjährige Malte aus Colnrade ist bislang mit dem Zeltlager ganz zufrieden. Er war vor anderthalb Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten. „Ich habe mich einfach für die Feuerwehr interessiert“, berichtet er. Außerdem sei die Gemeinschaft für ihn ein Grund gewesen, die Gruppe zu verstärken. „Das Zelten ist eigentlich ganz gut“, berichtet Malte über die Schlafsituation im Zeltlager. Aber manchmal leuchteten während der Nacht ein paar Taschenlampen zu stark.

Im Verpflegungszelt: Für die Gruppen gelten festgelegte Essenszeiten.Im Verpflegungszelt: Für die Gruppen gelten festgelegte Essenszeiten. © Bergmann

Mit der Verpflegung ist der Zwölfjährige im Großen und Ganzen zufrieden. „Am Abend gibt es nur Brot“, ergänzt er, „dafür gibt es beim Frühstück immer Brötchen.“ Das Mittagessen lobt der Colnrader: „Das ist immer lecker.“ Die Aktivitäten des Zeltlagers gefallen ihm. Besonders viel Spaß hatte er bei zeltlagerweiten Brennballturnier.

Eine der Betreuerinnen von Maltes Gruppe ist Marie Lindemann. Die heute 26-Jährige war bis zu ihrem 19. Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr Colnrade und meldete sich dann als Betreuerin für diese. In diesem Jahr hilft sie bei dem Jugendzeltlager ehrenamtlich aus, wie schon mehrfach zuvor. „In diesem Jahr ist es chaotischer als sonst“, betont sie. Das läge aber an der hohen Zahl an Teilnehmern. „Sonst sind die Zeltlager ein wenig kleiner.“ Trotzdem sei die Veranstaltung immer etwas ganz Besonderes. „Man freut sich jedes Mal da㈠rauf“, fügt Lindemann hinzu.

Immer mobil: „Bürgermeisterin“ Christina Reiners-Zirk mit ihrem Einsatzfahrzeug.„Bürgermeisterin“ Christina Reiners-Zirk mit ihrem Einsatzfahrzeug. © Bergmann

Die 43-jährige Christina Reiners-Zirk aus Elsfleth hat eine spezielle Aufgabe inne: Sie ist einer von vier „Bürgermeistern“ des Zeltlagers. Denn dieses ist in vier „Zeltdörfer“ unterteilt. Dabei stellt sie sicher, dass die Organisation dort rund um die Uhr funktioniert. Diesen Posten hat die Feuerwehrfrau seit 2013 immer wieder gerne übernommen und verfügt daher über viel Erfahrung in dem Bereich. „Anstrengend ist es nicht. Es ist eher wie ein positiver Stress“, antwortet die 43-Jährige auf die Frage, ob ihr die Aufgaben des Bürgermeisters manchmal über den Kopf hinauswachsen. „Ich bin der Sache immer treu geblieben. Feuerwehr ist mein Elixier.“ Das kommt nicht von ungefähr: Reiners-Zink stammt aus einer Familie, die seit vielen Jahren in der Feuerwehr verwurzelt ist. Und nun macht ihre elfjährige Tochter beim Zeltlager mit.

Tägliche Zeitung für das Zeltlager: Anke Friedrichs und Werner Hilscher.Tägliche Zeitung für das Zeltlager: Anke Friedrichs und Werner Hilscher. © Bergmann21. Jugendzeltlager des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes

Über ihre Erlebnisse während des Zeltlagers berichtet der Feuerwehrverband nicht nur in einer täglich erscheinenden, gedruckten Zeitung, sondern auch auf Instagram und Tiktok.