Kiel. Junge Menschen, die künftig im Norden studieren möchten, können aufatmen: Da in Schleswig-Holstein vergleichsweise wenige Studiengänge zulassungsbeschränkt sind – also einen Numerus clausus (NC) oder ein Eignungsverfahren voraussetzen – ist es relativ wahrscheinlich, den Wunschstudienplatz zu bekommen. Im kommenden Wintersemester beträgt der Anteil zugangsbeschränkter Studienfächer nur 20,8 Prozent.

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In Kiel, dem einzigen Hochschulstandort des Landes mit mehr als 15.000 Studierenden, liegt der Anteil mit 16 Prozent sogar noch etwas darunter – und deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 32,5 Prozent. Das ergab eine Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Mit Zulassungsbeschränkungen reagieren die Hochschulen auf Bewerberzahlen, die das Studienplatzangebot übersteigen.

Rückläufiger Trend: Weniger Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen

Nachdem der Anteil an zugangsbeschränkten Studienrichtungen viele Jahre bei etwa 40 Prozent gelegen hatte, ist seit dem Wintersemester 2018/2019 deutschlandweit ein abnehmender Trend erkennbar. Grund für den Rückgang der Studiengänge mit NC oder Eignungsverfahren seien die gesunkenen Erstsemesterzahlen bei gleichzeitiger Zunahme der Angebote.

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Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Den höchsten Anteil zugangsbeschränkter Studiengänge erfasste das CHE mit 54,4 Prozent in Berlin, den niedrigsten mit 17,4 Prozent in Brandenburg. Schleswig-Holstein reiht sich im unteren Drittel ein. Nur vier Bundesländer bieten prozentual noch mehr zulassungsfreie Studiengänge an.

Mehr als 90 Prozent der Studiengänge an der CAU Kiel zulassungsfrei

Angehende Akademiker müssen sich in Schleswig-Holstein bei den meisten Studiengängen also keine Sorge über eine Absage machen. Ist ein Studiengang zulassungsfrei, können sich die Interessenten direkt einschreiben, wenn sie die jeweiligen Voraussetzungen wie etwa Abitur oder Fachhochschulreife erfüllen.

Ein Blick auf die Kieler Hochschulen verdeutlicht die Entwicklung: Während es an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Wintersemester 2020/21 insgesamt 24 zulassungsbeschränkte Studiengänge gab, sind es derzeit noch 15. „Die Anzahl hat sich wegen sinkender Nachfrage in den vergangenen Jahren kontinuierlich reduziert“, sagt Pressesprecher Jan Winters. Mittlerweile sind mehr als 90 Prozent der 205 Studiengänge an der CAU zulassungsfrei.

CAU Kiel: Bei diesen Studiengängen gelten noch Auswahlgrenzen

Anders sieht es an der Fachhochschule in Kiel mit 7837 Studierenden aus: Dort haben noch knapp 40 Prozent (17 von 43) der Studiengänge eine Zugangsbeschränkung. „Die Fachhochschule Kiel hat die Zulassungsbeschränkung vor allem für einige technische Studiengänge aufgehoben, in denen die Bewerbungszahlen rückläufig waren“, sagt Sprecherin Frauke Schäfer.

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Die Fachhochschule Kiel hat die Zulassungsbeschränkung vor allem für einige technische Studiengänge aufgehoben, in denen die Bewerbungszahlen rückläufig waren.

Frauke Schäfer

Pressesprecherin FH Kiel

Manche Studienrichtungen bleiben jedoch umkämpft: Seit Jahren zulassungsbeschränkt und weiterhin am stärksten an der CAU Kiel nachgefragt sind die Studiengänge Medizin (NC zuletzt: 1,0 bis 1,2) Zahnmedizin (1,1 bis 1,3), Psychologie (1,5), Biochemie (1,6) und Biologie (2,4). In diesen Fächern ist ein Einser-Abitur weiter Voraussetzung, um eine gute Chance auf einen Studienplatz zu haben.

Bewerbungsfrist für zulassungsbeschränkte Studiengänge in SH endet

Besonders beliebt an der FH Kiel sind die Studienrichtungen Soziale Arbeit (NC zuletzt: 1,6), Betriebswirtschaft (2,2), Multimedia Production (1,6), Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation (1,7) und Bauingenieurwesen (1,8).

Wer im Oktober in Schleswig-Holstein ein zulassungsbeschränktes Studium beginnen möchte, hat noch knapp eine Woche für die Bewerbung Zeit. Die bundesweite Bewerbungsfrist für das kommende Wintersemester endet am 15. Juli.

KN