Berlin. Leserbriefe an die Berliner Morgenpost: Ihre Meinung ist uns wichtig. Eine Auswahl von Zuschriften finden Sie hier.
Zum Artikel „Schwarz-rotes Fiasko: Warum die Richterwahl nicht zustande kam“ vom 11. Juli
Wenn Brandmauer zur AfD bedeutet, dass jede abzustimmende Entscheidung nur von Gnaden eben dieser Fraktion abhängt, dann kann sich das Kabinett doch jetzt schon die Karten legen. Mit diesem Gebaren erhält die AfD doch eine Aufwertung sondergleichen. Durchschaut denn keiner im Parlament dieses infame Spielchen? Es hatte sich schon früh abgezeichnet, dass sich die Parteien des demokratischen Spektrums auf diese Weise erpressbar machen. Traurig!
Ullrich Herzau, per Mail
Zum Artikel „Umbenennung der Mohrenstraße: ,Freue mich auf den Schritt‘“ vom 9. Juli
Die Menschen (gemeint sind die Bürger) werden überhaupt nicht mehr bei solchen Entscheidungen mit herangezogen. Es ist zu befürchten, dass jetzt schnell weitere Namensänderungen folgen werden, wie u.a. der von Richard Wagner. Ach ja: Mindestens einen Namen gibt es, der seit nurmehr 35 Jahren noch immer in der Hauptstadt dieses Landes keinen würdevollen Ort des Gedenkens wie z.B. in Form einer Straße oder eines Platzes erhalten hat. Gemeint ist hier der Kanzler der Deutschen Einheit – Helmut Kohl.
Götz Krause, per Mail
Die Sau ist längst durchs Dorf, die Duftspur weht aber noch lange in der Luft. Ausgerechnet die, mit der Fahne der direkten Demokratie, schlagen das Votum betroffener Bürger in den Wind und machen die Hauptstadt mit ihrem Rassismusverdacht lächerlich.
H. Huber, per Mail
Mit der Umbenennung der Mohrenstraße wird wieder ein Stück Berliner Geschichte verloren gehen, denn die heißt schon seit rund 300 Jahren so. Dabei hatte deren Benennung absolut nichts mit Rassismus zu tun, auf so etwas kommen erst die dem Zeitgeist erliegenden Besserwisser von heute. Müssen nun auch alle Mohrenapotheken in Deutschland, deren Benennung ebenfalls nichts mit Rassismus zu tun haben, umbenannt werden?
Jörg Görn, per Mail
Es ist sicher angebracht, Straßen nicht mehr nach früheren Kolonialherren zu benennen. Außerdem ist das Urteil des Gerichts nachvollziehbar, weil es nur formal, aber nicht inhaltlich zu entscheiden hatte. Die verantwortlichen Bezirkspolitiker hatten eben einen politischen Spielraum, den sie ausgenutzt haben. Politischer Unsinn lässt sich in diesem Fall leider nicht juristisch verhindern.
Die Umbenennung der Mohrenstraße ist mehr als nur Unsinn. Sie ist ein tragisches Unglück für die historisch gewachsene Identität Berlins. Mit der Umbenennung der über 300 Jahre alten Mohrenstraße verschwindet das möglicherweise älteste im Straßenbild sichtbare historische Zeugnis der Einwohnerschaft Schwarzer Menschen in Berlin. Dieser Straßenname war für sich ein Denkmal für das Leben afrikanischstämmiger Bewohner der Stadt schon vor Jahrhunderten. Ein Denkmal dafür, dass diese Bewohner aus damaliger begrenzter Sicht (über die heute niemand selbstgefällig urteilen sollte) möglicherweise als exotisch, letztlich aber wertschätzend und vor allem eben als Menschen angesehen wurden. Das Wort Mohr benutzt man heute an sich nicht mehr. Aber nicht, weil es früher angeblich diskriminierend war. (Oder was sollen Leute denken, die Maurice oder Moritz heißen?) Sondern, weil es heute mit den vielfältigeren Kenntnissen von der Welt nicht mehr zeitgemäß ist. Die Mohrenstraße aber war ein Schritt der langen und schwierigen Entwicklung zur heutigen toleranten und vielfältigen Stadt. Den Straßennamen nur in seinem Kern und nur aus heutiger Sicht zu betrachten, setzt diese Entwicklung auf geradezu selbstgefällige Weise herab.
Sascha Lufter, per Mail
Zum Artikel „Nachtflugverbot am Flughafen BER: ,Ist das verhältnismäßig?‘“ vom 11. Juli
Bei der Bewertung der mit Lärmschutz zu versehenen Räume war der „geniale Schachzug“ des Flughafens, die Schlafzimmer nur mit einem Lüftermonstrum ausrüsten zu wollen. Die einfache Logik lautete seinerzeit: Weil in der Nacht kein Flugzeug fliegt, brauchen die Schlafzimmer auch keinen Lärmschutz, was bedeutet, dass circa 22.000 Schlafzimmer mit neuen Fenstern und Dämmungen von Wänden, Dächern oder Giebelverkleidungen nachgerüstet werden müssten.
Morgenpost Späti
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Bei laienhaft geschätzten Durchschnittskosten von 5000 Euro pro Objekt kommen da schnell über 100 Millionen Euros zusammen.
Keine Angst, der BER an diesem Standort wurde nur genehmigt, wenn dort in der Nacht nicht geflogen wird, und das wird auch ein Billigflieger nicht ändern. Man darf gespannt sein, welche Politiker zuerst den Kopf aus der Deckung stecken und das Nachtflugverbot kippen wollen.
Dietmar Astfalk, per Mail
Ich lebe in Süd-Berlin und die fliegen alle über meinen Bezirk! Ich bin glücklich, dass auch mal Ruhe ist und ich nicht 24 Stunden nur Flugzeugturbinen hören muss!
Boris M., via Instagram
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