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Geistliche im Iran fordern die Ermordung von US-Präsident Donald Trump und des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu.
Teheran – Im Iran scheint der Wunsch nach der Ermordung von US-Präsident Donald Trump und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu groß zu sein. Nach einem Bericht der in London ansässigen Online-Plattform Iran International haben Geistliche zur Ermordung von Trump und Netanjahu aufgerufen. Mehrere zehn Millionen Dollar seien dafür online gespendet worden. Der Geistlich soll dazu ein Fatwa, ein religiöses Rechtsgutachten, herausgebracht haben. Besonders nach den US-Angriffen auf iranische Atomanlagen vor rund einem Monat haben solche Aufrufe an Fahrt aufgenommen haben.
Geistliche im Iran fordern Tod von Trump und Netanjahu
Die US-Angriffe folgten parallel zu Israels Militäroperation gegen den Iran. Die Geistlichen sollen laut dem Bericht am Montag einen Brief veröffentlicht haben, in dem Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als „ungläubige Kombattanten“ bezeichnet wurden. Deswegen habe die iranische Website thaar.ir Spenden für ein Attentat auf Trump gesammelt – insgesamt 40.286.867 US-Dollar, schreibt die Newsweek. Die Echtheit dieser Summen wurden jedoch nicht bestätigt.
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„Wir werden jedem, der den Kopf von Trump bringt, 100 Milliarden Tomans (1,14 Millionen US-Dollar) geben“, sagte Mansour Emami, der Provinzdirektor der offiziellen Islamischen Propagierungsorganisation in West-Aserbaidschan, zitierte Iran International einen der Geistlichen.
Die iranische Führung distanzierte sich von solchen Mordaufrufen. In einem Interview mit dem ehemaligen Fox News Moderator Tucker Carlson hatte der iranische Präsident Massud Peseschkian solch eine Fatwa abgelehnt. „Soweit ich weiß, wurden keine Dekrete oder Fatwas gegen Einzelpersonen oder gegen Donald Trump erlassen. Das hat nichts mit der iranischen Regierung oder dem Obersten Führer des Iran zu tun“, zitierte Newsweek den iranischen Präsidenten.
Geistliche im Iran fordern die Ermordung von US-Präsident Donald Trump und auch des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu. © Alex BrandonFatwa aus Iran – Parallelen zum Fall von Salman Rushdie
Die Fatwa zur Ermordung von Trump und Netanjahu werfen Parallelen zu dem Fall des britischen Schriftstellers Salman Rushdie auf. 1989 hatte Irans früherer Führer Ajatollah Khomeini eine Fatwa gegen Rushdie wegen angeblicher Blasphemie gegen den Islam in dessen Roman „Die satanischen Verse“ erlassen. Trotz jahrzehntelangem Leben unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde Rushdie 2022 in New York von einem Angreifer niedergestochen und ist seither auf einem Auge blind. Der Angriff wird mit Khomeinis Fatwa in Verbindung gebracht.
Iranischer Präsident bei israelischen Angriffen verletzt
Unterdessen wurde bekannt, dass der iranische Präsident bei den israelischen Angriffen selbst Ziel wurde und nur knapp dem Tod entkommen sei. Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Fars, bombardierte Israels Luftwaffe drei Tage nach Kriegsbeginn am 16. Juni einen Gebäudekomplex des Nationalen Sicherheitsrats. Die Teilnehmer des Krisentreffens konnten sich zwar in Sicherheit bringen, einige von ihnen, darunter auch Peseschkian, sollen dabei Verletzungen erlitten haben. (erpe/dpa)