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Kreml-Insider berichten: Putin plant, den Ukraine-Krieg fortzusetzen und territorial auszudehnen. Trumps Friedensinitiativen erweisen sich als erfolglos.

Moskau – Wladimir Putin zeigt keine Bereitschaft, den Ukraine-Krieg zu beenden, bevor der Westen seine umfassenden Friedensbedingungen akzeptiert. Nach Informationen aus dem engsten Kreml-Umfeld könnte der russische Präsident seine territorialen Ambitionen sogar noch ausweiten, sollten seine Truppen weitere militärische Erfolge verzeichnen.

Drei hochrangige Quellen mit direktem Zugang zum Kreml bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Putin die russische Wirtschaft und Militärmacht für widerstandsfähig genug hält, um westlichem Druck standzuhalten. Trotz mehrfacher Telefonate mit US-Präsident Donald Trump und Besuchen des US-Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau sei Putin überzeugt, dass sich niemand ernsthaft mit ihm über die Einzelheiten des Friedens in der Ukraine verständigt. Er werde laut den Quellen so lange weitermachen, bis er bekommt, was er will.

Putin hat unverrückbare Bedingungen im Ukraine-Krieg

Putin schätzt die Beziehung zu Trump, aber die Interessen Russlands stehen über allem.

Die Friedensbedingungen des Kreml bleiben unverändert: ein rechtlich bindendes Versprechen gegen die NATO-Osterweiterung, ukrainische Neutralität mit begrenzten Streitkräften, Schutz der russischsprachigen Bevölkerung und internationale Anerkennung der russischen Gebietsgewinne. Eine der Quellen betonte gegenüber Reuters: „Putin schätzt die Beziehung zu Trump, aber die Interessen Russlands stehen über allem.“

Diese Position steht laut Kyiv Post in direktem Widerspruch zu Kiews Haltung. Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt jede Anerkennung russischer Territorialansprüche kategorisch ab und beharrt auf dem souveränen Recht der Ukraine, über einen NATO-Beitritt selbst zu entscheiden.

„Russland wird auf der Grundlage der Schwäche der Ukraine handeln“ – Trump in Sackgasse

Besonders beunruhigend: Zwei der Kreml-Quellen deuteten an, dass Russland auf dem Schlachtfeld die Oberhand gewinne und Putin weitere Gebiete ins Visier nehmen könnte. „Der Appetit kommt mit dem Essen“, erklärte eine der Quellen – ein Hinweis darauf, dass militärische Erfolge Putins territoriale Ambitionen nur verstärken könnten.

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Die dritte Quelle präzisierte: „Russland wird auf der Grundlage der Schwäche der Ukraine handeln.“ Nach der Eroberung der vier östlichen Regionen könnte Moskau seine Offensive einstellen – oder bei schwachem Widerstand weiter vordringen: „Wenn es fällt, wird es zu einer noch größeren Eroberung von Dnipropetrowsk, Sumy und Charkiw kommen.“

Trumps Bemühung
en um eine diplomatische Lösung zeigen bisher wenig Erfolg. Nach mindestens sechs Telefonaten mit Putin und dem Rückzug der US-Unterstützung für einen NATO-Beitritt der Ukraine reagierte der Kreml mit verstärkten Drohnenangriffen auf ukrainische Städte statt mit Zugeständnissen.

Ukraine-Krieg könnte zum Bruch zwischen Trump und Putin führenDer russische Präsident Wladimir Putin (links) und Verteidigungsminister Sergei Schoigu (rechts) begutachten 2022 ausgestellte Militäruniformen.Der russische Präsident Wladimir Putin (links) und Verteidigungsminister Sergei Schoigu (rechts) begutachten 2022 ausgestellte Militäruniformen. © MIKHAIL KLIMENTYEV/afp

Am Montag kündigte Trump frustriert neue Waffenlieferungen an die Ukraine an, darunter Patriot-Raketensysteme, und drohte mit weiteren Sanktionen, sollte innerhalb von 50 Tagen kein Friedensabkommen erzielt werden. Dennoch betonte er in einem BBC-Interview: „Mit Putin bin ich noch nicht fertig.“

Fachleute befürchten jedoch eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen den beiden größten Atommächten der Welt in den kommenden Monaten. (lm)