Leipzig. In Baggy-Jeans und weitem Poloshirt sitzt Pepe bei Sonnenschein auf einer der steinernen Bänke der Sachsenbrücke. „Ich bin gern hier“, sagt der Jugendliche und grinst. Der junge Rapper aus Leipzig ist gerade 17 Jahre alt geworden und zumindest in der Musikszene besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Yung Pepp“. Seinen vollständigen Namen möchte er aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich machen. In seinen Texten rappt Pepe unter anderem gegen Rechtsradikalismus.
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Auch am Freitag, 18. Juli, wird er an der Sachsenbrücke sein. Dann spielt er gemeinsam mit den Leipziger Künstlern „HeXer“ und „Liebestrunken“ auf dem kostenlosen „Parkkonzert“. Aber schon jetzt plant er einen weiteren Auftritt in Leipzig. Dass Yung Pepp plötzlich so gefragt ist, hat sich erst vor drei Monaten ergeben.
„Junge Träume aus Gold“
Im April nahm seine Karriere als Musiker richtig Fahrt auf, sagt Pepe selbst. Mit der Veröffentlichung seiner Single „Junge Träume aus Gold“ erschien der damals noch 16-jährige Yung Pepp auf dem deutschen Rap-Radar. „In dem Song wurde es das erste Mal auch ein bisschen politisch“, sagt er. „Das war der Knackpunkt, damit habe ich dann mehr Leute erreicht.“ Etwa 21.000 neue Follower habe er seitdem auf Instagram.
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Musik hat er aber schon lange vorher gemacht, sagt der junge Künstler. „Mit 10 habe ich von meinem Vater eine Studio-Session geschenkt bekommen“, erinnert er sich. Sein Vater, ebenfalls Musiker, habe ihn dann in die richtigen Kreise gebracht, so beschreibt er es. Drei Jahre später veröffentlichte Pepe das Album „13“ mit fünf Songs, in denen ihm zumindest an der Stimme das noch junge Alter anzuhören war.

„Yung Pepp“ ist in diesem jahr schon beim Splash-Festival in Ferropolis (Gräfenhainichen) aufgetreten.
Quelle: Andre Kempner
Mittlerweile hat Yung Pepp mehr als 40.000 Hörerinnen und Hörer beim Musik-Streaminganbieter Spotify. Vor wenigen Wochen erschien sein neuster Song „Wassereis“. Videos auf Instagram und Tiktok, auf denen der 17-Jährige gemeinsam mit Freunden zu dem Song tanzt oder rappt, wurden bereits tausendfach geliked.
Mit Rap gegen Faschismus
In dem Song rappt Yung Pepp auf einem leichten Beat über den Sommer in Leipzig, Ausflüge zum „Kulki oder Cossi See“, die Zeit mit Freunden – aber auch weniger leichte Themen. „Ich mag meine Welt nicht braun, ich mag sie farbenfroh“, heißt es da zum Beispiel.
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Ein Zeichen setzen gegen Faschismus und Diskriminierung, das sei ihm wichtig. Bei jungen Menschen, die sich vorher nicht damit beschäftigt haben, kann Musik etwas verändern, glaubt Pepe. „Musik auf den Ohren kann berühren.“ Mit einigen Aussagen in seinen Songs zieht er aber auch negative Kommentare auf sich. „Was mir manche Leute schreiben, weil sie sich provoziert fühlen, ist schon eklig“, sagt der junge Rapper. Wichtig sei ihm aber, dass Gewalt an der Stelle keine Lösung sei. „Das wird nie irgendwie helfen.“
Erstes eigenes Konzert soll in Leipzig stattfinden
Seit er mit 13 Jahren angefangen hat, Musik zu machen, geht er mit einer „Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß an die Sache ran“, sagt Pepe. „Musik zu machen und auf der Bühne zu stehen, war immer schon ein Traum.“ Auf dem Splash-Festival in Ferropolis (Gräfenhainichen) Anfang Juli kam er dem schon sehr nah: Zwei kürzere Auftritte hatte der junge Künstler dort. „Bei einem kamen ungefähr 5000 Leute vorbei“, erzählt er. „Das war krass.“ Zuvor hatte Pepe etwa 15 kleinere Auftritte.
Sein nächster Auftritt ist am Freitag an der Sachsenbrücke geplant. Bei dem kostenlosen Open-Air-Konzert treten neben Yung Pepp auch der Leipziger Rapper „HeXer“ und die Band „Liebestrunken“ auf. Der nächste Live-Auftritt ist dann am 13. September. „Bei meinem ersten eigenen Konzert in der Moritzbastei.“
Mit der neu gewonnenen Aufmerksamkeit nimmt es Pepe gelassen. „Das macht mir keinen Druck“, sagt der 17-Jährige. Aber sich selbst verändern, das möchte er nicht. „Hoffentlich bin und bleibe ich immer Pepe aus Leipzig.“
LVZ