Mit einem Satz bringt Alexander Legsding das Charakteristikum der Tennis-Bundesliga auf den Punkt: „Du weißt nie, was du bekommst.“ Der „ewige“ Teamchef von Kurhaus Aachen – seit 1996 im Amt – weiß aus Erfahrung, wovon er spricht: „Es wird sich nicht ändern: Vor den Spielen ist es genauso spannend wie währenddessen. Uns Teamchefs kostet diese Unvorhersehbarkeit viele Nerven; die Zuschauer dürfte es freuen.“

Das Wetter

Auch mit Blick auf das Heimspiel an diesem Sonntag ab 11 Uhr gegen Grün-Weiss Mannheim gilt natürlich Legsdings Leitsatz. Da wäre einmal das Wetter: Die Aussichten für Sonntag sind nicht die besten. „Wir wissen nicht, wieviel herunterkommen wird. Ich rechne aber damit, dass es nicht so schlimm werden wird“, hofft der Teamchef, dass es keine Wiederholung des von Wetterkapriolen überschatteten Auftaktspiels bei Blau-Weiss Aachen geben wird.

Und da wäre natürlich die vor jedem Spiel gestellte Frage: Welche Spieler stehen zur Verfügung? Und auch da gibt es nicht überraschend noch ein paar Fragezeichen. Legsding rechnet fest mit Louis Weßels, dem Österreicher David Pichler, Timofey Skatov (Kazachstan) und Francesco Maestrelli (Italien). Ob Maestrellis Landsmann Francesco Passaro oder der Stuttgarter Hendrik Jebens am Sonntag in Aachen aufschlagen werden, entscheidet sich noch.

Eine Niederlage wäre verheerend, dann hätten wir bereits vier Minuspunkte. 

Alexander Legsding

Kurhaus-Teamchef

Besser sieht es bei einem wichtigen Spieler des Lambertz-Teams aus: Der Argentinier Sebastian Báez – bislang mit einer makellosen 3:0-Bilanz – ist beim ATP-Turnier im schwedischen Bastad am Freitag im Viertelfinale ausgeschieden. „Es könnte für Sonntag noch klappen“, hofft Legsding auf seinen Spitzenspieler, der in Abwesenheit von Flavio Cobolli bislang die Nummer eins bei Kurhaus war.

Bislang mit einer makellosen Bilanz: Sebastian Báez. Foto: Marcel Decoux

Báez könnte das Lambertz-Team am Sonntag gut gebrauchen. Denn als dritte Variable wäre da noch der Gegner, der in der Tabelle mit 3:3 Punkten einen Platz hinter den viertplatzierten und noch unbesiegten Aachenern (4:2) liegt. Dass die Bundesliga sehr ausgeglichen ist, gehört nicht zu den großen Geheimnissen im Tennis. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein 3:3 geben wird, ist sehr hoch“, findet auch Legsding.

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Großen Respekt hat der Kurhaus-Teamchef vor den Doppeln der Mannheimer: „Ich rechne damit, dass der zweimalige French-Open-Sieger und ATP-Finals-Gewinner Kevin Krawietz am Sonntag dabei sein wird. Mannheim hat immer starke Doppel. Deshalb wünsche ich mir eine 3:1-Führung nach den Einzeln.“ Noch besser und nervenschonender wäre natürlich ein 4:0, so wie Neuss es am vergangenen Wochenende vorgemacht hat. Beide Doppel gingen anschließend an Mannheim.

Auf mindestens ein 3:3 hofft Legsding an diesem Sonntag – auch mit Blick auf das ausgegebene Saisonziel. „Eine Niederlage wäre verheerend, dann hätten wir bereits vier Minuspunkte. Im vergangenen Jahr haben wir um den Titel mitgespielt mit der Vorgabe, die letzten drei Partien zu gewinnen. In eine ähnliche Situation zu kommen, wäre meine Wunschvorstellung. Da würde eine Niederlage am Sonntag nicht gut passen, wir wollen im oberen Drittel dabei sein.“ Ob das funktionieren wird, hängt an vielen Variablen – man weiß schließlich nie, was man bekommt.