Düsseldorf. Nach zwei Demos von Syrern in der Innenstadt trafen Teilnehmende aufeinander. Die Polizei ist mit starken Kräften vor Ort.

Vor dem Hauptbahnhof Düsseldorf ist es am Sonntagabend (20. Juli) zu einem Tumult gekommen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage berichtete, seien Teilnehmer zweier Demonstrationen auf dem Bahnhofsvorplatz aneinander geraten. Es sei zu Prügeleien gekommen. Der Straßenbahn-Verkehr am Hauptbahnhof wurde gestoppt.

Mit einem Großaufgebot an Kräften, auch von Bereitschafts- und Bundespolizei, versucht die Polizei die Lage zu befrieden, berichtete der Sprecher. Gegen 17 Uhr sei der Tumult gemeldet worden, sagte er.

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Tumult vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof: Kurden und Syrer geraten aneinander

Mehrere hundert Menschen hatten sich zuvor in der Innenstadt zu zwei Demonstrationen versammelt, laut einem Reporter dieser Zeitung hatten beiden das Geschehen in Syrien zum Thema und würden gegensätzliche Meinungen vertreten, berichtet er in einem Posting auf Instagram. So handele es sich auf der einen Seite um Angehörige von in Syrien lebender Minderheiten – insbesondere Drusen und Kurden,– die den aktuellen Machthabern Gräueltaten und Menschenrechtsverletzungen vorwerfen. Auf der anderen Seite hätten sich Anhänger der aktuellen syrischen Regierung gesammelt.

Der 29-Jährige Dafar Attallah erzählte im Gespräch mit unserem Reporter vor Ort von zahlreichen brutalen Übergriffen, von denen seine in Syrien lebenden Verwanden berichtet hätten. Aus diesem Grund sei er heute nach Düsseldorf gekommen, er wolle sich mit seinen Verwandten solidarisieren. „Die Krankenhäuser haben keinen Strom, trotz Waffenruhe wird immer wieder angegriffen“, erzählt er. „Die syrische Regierung ist nicht für ihr ganzes Volk da. Das sind Dschihadisten.“ Bei diesen Worten zeigt sich deutlich, warum sich die beiden Gruppen so unversöhnlich gegenüberstehen.

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Zusammenstöße am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Das berichtet die Polizei

Laut eines Polizeisprechers habe die „kurdisch Demonstration“ am späten Nachmittag am Bahnhofsvorplatz stattgefunden. Die Düsseldorfer Polizei rechnet hier mit rund 500 Teilnehmenden. Die zweite Demonstranten-Gruppe sei hier dann dazugestoßen. Die Polizei vermutet aufgrund der Fahnen und Plakate, die diese zweite Gruppe mit sich führte, eine Zugehörigkeit zu einer bereits beendeten Demo pro der syrischen Regierung. „Ob diese Personen mit Gewaltabsicht dorthin gegangen sind oder ob die Lage dort erst nach Wortgefechten eskaliert ist, das wissen wir nicht“, so der Polizeisprecher am Sonntagabend.

Letztlich sei es aber zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der sich zwischen 50 und 60 Personen geprügelt hätten. Mit Verstärkung hätten die Polizeibeamten die Gruppen dann getrennt. Im Zuge der Auseinandersetzung seien vier Polizisten leicht verletzt worden. Die Polizei geht auch von einzelnen Verletzten in der kurdisch-drusischen Gruppe aus, kann hier jedoch keine genauen Zahlen nennen. Auch Berichte über eine Festnahme konnte der Polizeisprecher am Sonntagabend nicht bestätigen.

Der Zugang durch den Hauptbahnhof war am Abend nur schwer möglich, Reisende wurden zum Seiteneingang gelotst. Zwischenzeitlich flogen Plastikflaschen und Schuhe durch die Menge. Ein Polizeibeamter sei von einer Flasche getroffen worden, berichtete der Sprecher. Es wären vereinzelt auch Steine geflogen.

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Seit 19.30 Uhr, so berichtet unser Reporter vor Ort, entspannte sich die Lage langsam. Gegen ungefähr 20 Uhr hat sich die Lage am Düsseldorfer Hauptbahnhof wieder beruhigt und die Versammlungen sich aufgelöst. Dies bestätigte auch die Düsseldorfer Polizei.