Es klingt erfrischend einfach.
Laura: Es war, als würde ich mit meinem Spiegelbild sprechen. Wir verstehen uns, ohne viel sagen zu müssen. Im letzten Jahr haben wir uns an verschiedenen Orten getroffen, kleine Reisen gemacht. Yasin musste mich erst überzeugen, dass Berlin ein Ort sein könnte, an dem ich leben kann. Das hat er großartig gemacht. Ich liebe gutes Essen – und das gibt es in Berlin.
Yasin: Ich habe sie an all die Orten mitgenommen, an denen man richtig gut türkisch isst. Man versteht eine Person sehr schnell, wenn sie mag, was man selbst mag. Das ist der Schlüssel.
Ein organisches Apartment mit wenigen Ecken
Und dann habt ihr gemeinsam nach einer Wohnung gesucht?
Yasin: Ja, ich habe noch eine Wohnung in Neukölln, die mir gehört. Ein großes Loft, super schön, mit industriellen Fenstern, aber es ist dem Voo Store sehr ähnlich. Wir wollten etwas, das ganz unseres ist. Also versuche ich jetzt, die Neuköllner Wohnung zu verkaufen und dann schauen wir weiter.
Laura: Als Yasin mir das Inserat für diese Wohnung geschickt hat, dachte ich: Auf keinen Fall kriegen wir die. Die ist zu schön, die Konkurrenz hier ist doch verrückt. Aber dann hat es doch geklappt.
Die Wohnung hat sehr eindrückliche Einbauten. Was wisst ihr über ihren Architekten?
Yasin: Er heißt Stefan Sterf, wir glauben, er hat sie für sich selbst gebaut. Ich kann mir vorstellen, dass manche Leute sie seltsam finden – ich finde sie absolut großartig. Sie ist nicht unbedingt funktional, aber für mich trotzdem unglaublich! Er hat auch den Tisch entworfen. Alles passt perfekt zusammen. Die Wohnung wurde in den letzten Jahren oft vermietet und jede Mietpartei hat irgendwas hinzugefügt. Die ersten zwei Monate haben wir damit verbracht, Dinge rauszuwerfen, die eigentlich gar nicht ursprünglich hierher gehörten.
„Ich kann mir vorstellen, dass manche Leute die Wohnung seltsam finden – ich finde sie absolut großartig. Sie ist nicht unbedingt funktional, aber für mich trotzdem unglaublich.“
Yasin Müjdeci
Habt ihr je mit ihm gesprochen?
Yasin: Nein, aber das müssen wir eines Tages tun! Ich glaube, dass wir zur richtigen Zeit in diese Wohnung gezogen sind – vielleicht hätten wir sie vor fünf Jahren gar nicht verstanden. Die Farbe des Holzes ist jetzt genau so, wie sie alle wollen. In Deutschland ist Architektur meist sehr funktional. Diese Wohnung ist organisch, hat wenig Ecken. Mit den Einbauten verliert er viel Platz in der Mitte. Aber er war bereit, Raum zu verlieren! Er muss sich gedacht haben: Scheiß drauf, ich mach das jetzt.
Und die Möbel – hattet ihr die schon alle?
Yasin: Wir mögen beide kleine Dinge. Meine Wohnung in Neukölln war viel größer – 150 Quadratmeter – wir haben eigentlich nichts mitgenommen. Im Moment haben wir nicht mal ein Sofa, das steht auf dem Balkon, weil wir hier keinen Platz haben. Die Chaiselongue war schon hier, die hat der Architekt entworfen. Es ist interessant, dass er das alles designt und sogar die Möbelstücke dagelassen hat – sie gehören in diesen Raum.