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Ein Wolkenkratzer, der von einem Asteroiden herabhängt. Dieses innovative Konzept könnte Wirklichkeit werden. Architekten planen den Bau des Analemma Towers.

München – Stellen Sie sich vor, Sie erwachen morgens über New York, schweben mittags über der Karibik und genießen abends den Sonnenuntergang über dem Atlantik – all das, ohne Ihr Zuhause zu verlassen. Was wie Science-Fiction klingt, könnte laut Architekten bald Wirklichkeit werden.

Das Architekturbüro Clouds AO aus New York hat ein beeindruckendes Konzept präsentiert: den „Analemma Tower“. Dieser gigantische Wolkenkratzer wäre nicht auf der Erde verankert, sondern an einem Asteroiden im All befestigt und würde über uns schweben. Der Turm würde sich nicht an einem festen Standort befinden, sondern täglich auf einer festgelegten Bahn die Erde umkreisen. Diese Umlaufbahn hätte die Form einer Acht, sodass das Gebäude zwischen der nördlichen und südlichen Hemisphäre pendeln würde, wie verschiedene Medien berichten.

„Ein Wolkenkratzer im Orbit“: Visionäres Konzept für das Wohnen der Zukunft

Der höchste Punkt des „Analemma Tower“ läge in etwa 32 Kilometern Höhe, wo das Kabel am Asteroiden befestigt wäre. Je höher man im Gebäude ist, desto extremer sind die Bedingungen: In den oberen Stockwerken würden Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius herrschen, und die Bewohner könnten sich nur mit Schutzanzügen nach draußen wagen, so das Portal Forschung und Wissen. Das Konzept sieht eine klare Struktur vor: Oben sind Gebetsräume und Aussichtsplattformen geplant, in der Mitte befinden sich Wohnungen, und im unteren Bereich gibt es Büros, Einkaufsmöglichkeiten und Shuttle-Stationen zur Erde, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Die Energieversorgung des schwebenden Wolkenkratzers soll durch Solarpaneele im Weltraum sichergestellt werden. „Über der dichten und diffusen Atmosphäre installiert, würden diese Paneele permanent Sonnenlicht erhalten“, erklärt das Portal. Auch die Wasserversorgung ist durchdacht: Ein halb geschlossenes Kreislaufsystem soll Wasser filtern und wiederverwenden. Zusätzlich würden Regenwasser und Kondensat aus Wolken den Wasserkreislauf ergänzen. Andere Unternehmen planen sogar, Asteroiden für den Rohstoffabbau zu nutzen.

Wohnen im Weltall: Architekten planen Wolkenkratzer an einem Asteroiden

Interessanterweise soll der Turm laut den Architekten in Dubai gebaut und anschließend zu seinem endgültigen Standort transportiert werden. Der Grund dafür sind die hohen Baukosten, die in Dubai nur ein Fünftel dessen betragen, was in New York City anfallen würde. So fantastisch die Idee auch klingt – die Architekten halten sie für durchaus realisierbar. Sie verweisen auf die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die 2015 bewies, dass ein Rendezvous mit einem Kometen möglich ist. Auch die NASA plant für 2021 eine Mission, bei der ein Asteroid eingefangen und umgeleitet werden soll.

„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebautDas „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch.Fotostrecke ansehen

Dennoch bleiben viele Fragen offen: Wie findet man einen geeigneten Asteroiden? Wie entwickelt man Kabel, die stark genug sind, um einen ganzen Wolkenkratzer zu halten? Und wie verhindert man, dass bei einem Kabelriss das gesamte Gebäude abstürzt? Der „Analemma Tower“ ist bisher nur ein Konzept – aber eines, das zeigt, wohin sich die Architektur entwickeln könnte. Ob wir in den kommenden Jahrzehnten tatsächlich in schwebenden Wolkenkratzern leben werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Die Vorstellung eines Gebäudes, das an einem Asteroiden hängt und täglich über die Erde schwebt, fasziniert und regt die Fantasie an. (kiba)