Berlin – Malern, Wasserhahn tauschen, Leuchtstoffröhren installieren. Selbst ist der Handwerker! Berlins Polizisten und Feuerwehrleute können kleine Mängel in ihren Wachen bald selbst übernehmen. Erstmals stellt Innensenatorin Iris Spranger (63, SPD) Geld fürs Material zur Verfügung.

„Mir ist bei meinen Besuchen immer wieder von den Kollegen gesagt worden, dass sie vieles auch schnell alleine erledigen könnten“, sagt die Senatorin. Für solche Kleinigkeiten einen Auftrag bei dem zuständigen Immobiliendienstleister (BIM) auszulösen, finden viele zu aufwendig und langatmig.

Deshalb startet die SPD-Politikerin einen Versuch, macht im kommenden Jahr für jeden Standort 5 Euro pro Quadratmeter locker – bis zu 5000 Euro je Wache. Allein bei der Feuerwehr sind es 37 Liegenschaften und 35 Freiwillige-Feuerwehren, die mit 366.770 Euro gefördert werden.

Wie in der Feuerwache Charlottenburg Nord können die Feuerwehrleute bald selber kleinere Reparaturarbeiten übernehmen

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Foto: Sven Meissner

Do-it-Yourself-Hilfen für Feuerwehr und Polizei

Angesichts des riesigen Investitionsstaus (Polizei 1,7 Milliarden, Feuerwehr 257 Millionen Euro) sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin wird es aber neben den Do-it-Yourself-Hilfen auch deutlich mehr Geld für umfangreiche Sanierungen geben. Bei der BIM erhöht sich das Budget von aktuell 15,5 auf 57,9 Millionen Euro im kommenden Jahr. Und bei der Feuerwehr von 6,7 auf 10,2 Millionen.

Wo geht Berlin beim Geld ausgeben noch auf Nummer sicher?

FAHRZEUGE: Allein bei der Polizei gibt es einen Nachholbedarf in Höhe von 40 Millionen Euro. Deshalb ist es ein Ausgabeschwerpunkt mit 13 Millionen in 2026 und 12 Millionen in 2027. Dafür gibt’s neben insgesamt 118 neuen Funkstreifen, u. a. neue Motorräder, Video- und Gefangenenwagen.

Innensenatorin Iris Spranger (63, SPD) startet einen Reparatur-Bonus für Polizei- und Feuerwehrwachen

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Foto: Katharina Kausche/dpa

SIRENEN: Auf Berliner Dächern gibt’s derzeit nur um die 300 Anlagen, die im Katastrophenfall warnen. Im kommenden Jahr soll um 215 aufgestockt werden (Kosten: 510.000 Euro). Eigentlich sollte es schon viel mehr geben, aber vor der Installation muss es Schallgutachten geben und Statiker müssen das Gebäude prüfen. Spranger: „Ich hoffe, dass die meisten erstmals am Warntag, dem 11. September, zu hören sein werden.“

PERSONAL: Es bleibt dabei, dass 1224 Nachwuchskräfte ausgebildet werden können. Neu ist, dass zwei Jahre lang 488 Azubis übernommen (Feuerwehr 258) und auf zusätzliche Stellen gesetzt werden können.

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Ein wichtiger Einnahme-Posten der Zukunft ist noch offen. Mit dem Bund muss Berlin noch den neuen Hauptstadt-Finanzierungsvertrag aushandeln. Der alte läuft seit 2018 über zehn Jahre – derzeit bekommt Berlin für die speziellen Sicherheitsaufgaben 120 Millionen Euro, gibt aber 180 Millionen aus.

Spranger: „Berechnungen zeigen, dass wir mindestens 350 Millionen Euro bräuchten. Es sei denn, der Bund übernimmt selbst mehr Aufgaben.“