Berlin. Sommerzeit ist Gartenzeit. Doch wo und wie steigt man als Hobby-Gärtner am besten ein? Die Berliner Morgenpost hat den Überblick.

Bunte Blüten, grüne Sträucher und Bäume – die am besten vollhängen mit dem eigenen Obst und Gemüse. In der Sommerzeit blühen auch in Berlin vielerorts die Gärten auf. Ob im Garten hinterm Haus, auf dem Balkon oder im Kleingarten: Viele Menschen erfreuen sich an ihren eigenen Pflanzen und vor allem an deren Ertrag. Denn was gibt es besseres, als das eigene Obst und Gemüse direkt vor der Haustür zu ernten?

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Für viele ist das Gärtnern deswegen längst zum Hobby geworden. Andere dagegen überlegen vielleicht erst, wie und wo sie am besten einsteigen können. Für die Unentschlossenen hat die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt nun einen Leitfaden entwickelt, um sich im unübersichtlichen Gestrüpp des Gartens besser zurechtfinden zu können. Mit dem „Berlin gärtnert!“-Test können Berlinerinnen und Berliner herausfinden, welcher Garten am besten zu ihnen passt. Ganz auf die individuellen Vorlieben und Möglichkeiten zugeschnitten.

Gartentyp

Sollen Obst, Gemüse und Kräuter geerntet werden können? Soll es einen Austausch mit anderen Gärtnerinnen und Gärtnern aus der Nachbarschaft geben? Oder soll das Gartenprojekt lieber alleine und ganz in Ruhe gestaltet werden? Mit insgesamt sieben kurzen Fragen verspricht die Senatsverwaltung allen Interessierten, spielerisch herauszufinden, wie der Start in das Gärtnern am besten gelingen kann.

Wer keinen eigenen Garten vor oder hinter dem Haus hat, kann auf andere Weise aktiv werden. So könnte beispielsweise eine Patenschaft für ein Beet in einer Grünanlage infrage kommen. Außerdem bieten sich Gemeinschaftsgärten oder Parklets für Bepflanzung an. Die Berliner Morgenpost hat einige dieser Möglichkeiten zusammengefasst.

Gemeinschaftsgärten: Zusammen macht das Gärtnern noch mehr Spaß

Ein Gemeinschaftsgarten ist – wie der Name schon sagt – ein Garten, in dem verschiedene Menschen gemeinsam gärtnern können. Oft kommen diese Menschen aus der Nachbarschaft rund um den Garten. Dort können sie Gemüse, Kräuter und Blumen anpflanzen. In manchen Gemeinschaftsgärten gibt es auch Obstbäume.

Dem Himmel über Berlin-Neukölln ein Stück näher: Erika Rendant auf ihrem Balkon in der High-Deck-Siedlung.

Das Konzept kann dabei unterschiedlich sein. In einigen Gemeinschaftsgärten gibt es nur gemeinschaftlich bewirtschaftete Beete und die Ernte wird geteilt, in anderen haben alle Gärtnerinnen und Gärtner ihre eigenen Beete. In Berlin gibt es über 200 Gemeinschaftsgärten. Bei einigen, vor allem im Innenstadtbereich, gibt es lange Wartelisten. Andere suchen händeringend nach Unterstützung. Nachfragen lohnt sich in jedem Fall.

Patenschaften für Beete in Grünanlagen: Pflanzen, wo es schon grün ist

In Absprache mit den Grünflächenämtern der jeweiligen Bezirke ist es möglich, eine Patenschaft für ein Beet in einem Park oder einer Grünanlage zu übernehmen. Die Paten sorgen dafür, dass die Pflanzen regelmäßig gegossen und gepflegt werden, Unkraut entfernt wird und das Beet sauber bleibt. In manchen Beeten übernehmen die Engagierten sogar die Bepflanzung selbst.

Velbert: 15 Jahre Blumen Hattermann

Das Konzept hat den Vorteil, dass die Gärtnerinnen und Gärtner sich in ihrem Hobby austoben können und gleichzeitig die öffentlichen Grünflächen gepflegt und verschönert werden. Ein Beispiel für diese Art von Beeten gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs in Friedrichshain. Dort ist entlang der Helsingforser Straße das „GleisBeet“ entstanden, ein urbanes Gartenprojekt.

Parklets: Grüne Oasen am Straßenrand

Passanten sitzen in einem Parklet an der Bergmannstraße in Kreuzberg.

Passanten sitzen in einem Parklet an der Bergmannstraße in Kreuzberg. 
© picture alliance/dpa | Paul Zinken

Parklets sind kleine, meist aus Holz gebaute Erweiterungen des Gehweges auf ehemaligen Parkflächen. Auf dem Podest gibt es meistens Sitzgelegenheiten als Treffpunkte für die Nachbarschaft oder auch die Möglichkeit, in kleineres Kästen Beete anzulegen. Doch Vorsicht: Leere Kästen dürfen nicht einfach so bepflanzt werden. Dafür braucht es die Genehmigung vom Straßen- und Grünflächenamt. Denn die Bepflanzung darf die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen und muss die geltenden Vorschriften einhalten. 

Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi): Frisches Gemüse gegen Gartenarbeit und Gebühr

Auch in Berlin erfreut sich die sogenannte SoLaWi zunehmend an Beliebtheit. Das Konzept dahinter: Kundinnen und Kunden zahlen einen festen Betrag an einen landwirtschaftlichen Betrieb. Diese liegen meist im Umland von Berlin. Im Gegenzug bekommen sie regelmäßig frisches Obst und Gemüse direkt vom Hof geliefert und haben sogar die Möglichkeit, gelegentlich beim Anbau und der Ernte zu helfen.

Insgesamt lässt sich sagen: Informieren lohnt sich. Das geht am besten über die Berliner Gartenkarte. Dort sind die verschiedenen Gärten der Stadt eingezeichnet.