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Borussia Mönchengladbach blieb seinem Versprechen an Florian Neuhaus treu. Das ist wohl auch dem Zutun des Spielers zu verdanken.
Mönchengladbach – Viel ist im Juli gesagt und geschrieben worden über Florian Neuhaus. Die Mallorca-Affäre war auch im Trainingslager am Tegernsee (19. bis 25. Juli) noch ein großes Thema, dabei hatte Borussia Mönchengladbach gehofft, die Akte stilllegen zu können. Ganz so einfach war es aber nicht.
Florian Neuhaus (r.) ist seit Montag im Training von Borussia Mönchengladbach. © IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler
Zu groß war der Wirbel, den Neuhaus nicht ganz freiwillig ausgelöst hat. Im Urlaub auf Mallorca hat sich der frühere deutsche Nationalspieler mit Fans unterhalten, die die Konversation als Video festgehalten und in den sozialen Netzwerken geteilt haben. „Er ist der schlechteste Manager der Welt“, hieß es in Bezug auf Gladbachs Sportchef Roland Virkus. Anschließend plauderte Neuhaus sein Jahresgehalt aus.
Gladbach öffnet Neuhaus die Tür – und hält das Versprechen ein
Der Klub hätte nach der ausgesprochenen Geldstrafe inklusive Suspendierung auf unterschiedliche Weisen reagieren können. Kaum ein Fan wäre wohl überrascht gewesen, hätte man das Tischtuch endgültig zerschnitten und Neuhaus die Chance auf eine Rehabilitation verwehrt. Einige äußerten in den sozialen Netzwerken ihren Zuspruch für den Spieler, der Großteil aber hatte auf eine schärfere Sanktion gehofft.
Die Verantwortlichen, allen voran Sport-Geschäftsführer Roland Virkus, legten eine andere Haltung an den Tag. Der einhellige Tenor: Kehrt Neuhaus nach einem erneuten Gespräch ins Mannschaftstraining zurück, liegt der Fehdehandschuh bei ihm – denn unter Gerardo Seoane, auch wenn da mancher Fan widersprechen würde, zählt das Leistungsprinzip.
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Den wohl entscheidenden Schritt ist Neuhaus selbst gegangen. Am Montag bat der einstige Leistungsträger in einer öffentlichen Stellungnahme um Entschuldigung und beteuerte, „alles dafür tun“ zu wollen, das Vertrauensverhältnis zu Borussia wieder aufzubauen. „Borussia Mönchengladbach ist und bleibt mein Herzensverein“, so Neuhaus.
Es war das erste Mal, dass sich der 28-Jährige zur Mallorca-Affäre geäußert hat – und seine Worte der Entschuldigung waren angesichts des großen Wirbels um seine Person die einzig zulässigen. Im Gegenzug haben die Borussia-Bosse ihr Wort gehalten und Neuhaus die Tür für das Comeback bei den Profis geöffnet.
Gladbach ist besonnen mit Neuhaus umgegangen, zugleich war der Verweis auf den Leistungsgedanken ein cleverer Schachzug. Es liegt jetzt am Spieler, der mehr denn je den Beweis erbringen muss, sich einen Platz in der ersten Elf verdient zu haben. Bleibt Neuhaus diesen Nachweis schuldig, kann sich Borussia darauf besinnen, ihm alle Chancen eröffnet zu haben, die er selbst aber hätte ergreifen müssen.
Dennoch bleibt abzuwarten, ob Neuhaus die anstehende Saison in Gladbach verbringen wird. Mit Fortuna Düsseldorf hat sich ein erster Klub dem Gedankenspiel hingegeben, den früheren deutschen Nationalspieler zu verpflichten. Vielleicht werden auch andere Vereine diese Möglichkeit prüfen. Nach aktuellem Stand will Neuhaus aber alles dafür tun, um sich beim VfL zu rehabilitieren.