Stand: 08.08.2025 19:23 Uhr
Der Lieferdienst Lieferando plant, bundesweit etwa 2.000 Beschäftigte zu kündigen. Hamburg ist von dem Plan besonders betroffen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief deshalb am Freitag zu einer Demonstration in der Hansestadt auf.
Dem Aufruf folgten rund 100 Beschäftigte von Lieferando, die am Freitagabend vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof gegen den geplanten Stellenabbau protestierten. Lieferando teilte mit, keine Einschränkungen bei den Zustellungen zu erwarten. Nur rund fünf Prozent der Fahrer seien Mitglied in der NGG. Der Lieferdienst hatte Anfang Juli angekündigt, bundesweit rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrer entlassen zu wollen, viele davon in Hamburg.
NGG: Mehr als 500 Fahrer in Hamburg betroffen
Nach Angaben der NGG sind von dem Stellenabbau in Hamburg mehr als 500 Fahrerinnen und Fahrer betroffen. Das Liefergeschäft solle vollständig an Subunternehmen ausgelagert werden. Nach Einschätzung der NGG werden sich Arbeitsbedingungen künftig verschlechtern. Die NGG fordert gesetzliche Regelungen zur Direktanstellung wie in der Fleischbranche sowie Abfindungen und Qualifizierungsangebote für die Betroffenen.
Die Gewerkschaft wirft Lieferando außerdem vor, sich Betriebsräten entledigen zu wollen. Das Unternehmen selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert. Geplant sind die Änderungen bei Lieferando spätestens zum ersten Quartal nächsten Jahres. Lieferando gehört dem niederländischen Unternehmen Just Eat Take Away.
Rund 2.000 Fahrer sollen entlassen und durch Kuriere von Subunternehmen ersetzt werden. Arbeitnehmervertreter sind entsetzt.
Die Lieferkette soll am Freitag und Sonnabend bestreikt werden. Der Konzern weigert sich nach Gewerkschaftsangaben, einen Tarifvertrag abzuschließen.
Essen bestellen ist so einfach wie nie. Lieferdienste machen es möglich. Doch was bedeutet das für Gastronomen und Kurierfahrer?
Dieses Thema im Programm:
NDR Fernsehen | Hamburg Journal | 08.08.2025 | 19:30 Uhr