Washington – US-Präsident Donald Trump (79) hat Russland mit „sehr schweren Konsequenzen“ gedroht, sollte der russische Staatschef Wladimir Putin (72) beim bevorstehenden Treffen in Alaska am Freitag nicht zu Zugeständnissen bezüglich eines möglichen Stopp des Krieges in der Ukraine bereit sein.
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Trump zufolge gibt es eine gute Chance, dass es auch ein zweites Treffen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin geben wird. Der zweite Gipfel – dann mit Putin UND dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47) – solle bald stattfinden.
Trump sprach am Mittwochmittag (Ortszeit) im Kennedy Center in der US-Hauptstadt. Zunächst wurde er von den US-Journalisten vor allem zu innenpolitischen Dingen befragt.
Dann äußerte sich Trump aber doch zur großen Weltpolitik: „Ich wäre sehr stolz, den Krieg zu beenden“, sagte Donald Trump mit Blick auf die Erfolgsaussichten dieses Unterfangens. Aber er hätte bereits fünf Kriege in den letzten sechs Monaten beendet und „Billionen Dollar für Verteidigung“ ausgegeben.
Trump räumte überraschend ein: „Nein, ich glaube nicht, dass ich Putin überzeugen kann.“
Zu Gipfel-Treffen: „Ich würde es mit einer 10 bewerten!“
Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) hatte zuvor Selenskyj empfangen und ein virtuelles Treffen mit den Staatschefs Großbritanniens, Frankreichs, Polens und Finnlands, den EU-Spitzen sowie der US-Regierung einberufen, um sicherzustellen, dass die Stimmen von EU und Ukraine beim Alaska-Gipfel Gehör finden.
Die Gespräche am Nachmittag mit europäischen Staats- und Regierungschefs sowie Selenskyj bewertet Trump als sehr gut. „Ich würde es mit einer 10 bewerten“, sagte der US-Präsident.
Erst am Freitag war ein Ultimatum Trumps an Putin ausgelaufen, den Ukrainekrieg umgehend zu beenden. Konsequenzen für Russland hatte dies jedoch nicht.
Wie ernst ist die Drohung zu nehmen?
Laut Sicherheits-Experte Peter Neumann (Professor für Security Studies am King’s College London) könnte die Drohung davon zeugen, dass „die Merz-Initiative Erfolg gehabt hat“.
Aber: Bei Trump sei es ja häufig so, „dass er seine Positionen schnell ändert und oftmals das reflektiert, was er zuletzt gehört hat“, so Neumann zu BILD.
Wenn Trump wieder zu einer Position zurückgefunden hätte, die die Interessen der Ukraine und des Westens gegenüber Putin ernsthaft verteidige würde, sei das sicher positiv.
„Jetzt muss er es nur noch bis Freitag durchhalten“, so Neumann.
Trump kündigte zuletzt eine Verdopplung der US-Importzölle für Indien an, das weiterhin Öl aus Russland bezieht. Von konkreten Sanktionen gegen Russland sprach der Präsident auch bei seinem Auftritt am Mittwoch nicht.