AUDIO: Jürgen Deppe zur NDR Kultur Longlist zum Deutschen Buchpreis (5 Min)
Stand: 19.08.2025 10:49 Uhr
20 aus 200: Heute hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekannt gegeben, welche Bücher im Rennen um den Deutschen Buchpreis sind. Mit Gesa Olkusz (Bremerhaven) und Jehona Kicaj (Göttingen) sowie Peter Wawerzinek (Rostock) und Feridun Zaimoglu (Kiel) stehen auch norddeutsche Autor*innen auf der Longlist.
Am 13. Oktober wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen – einer der wichtigsten Buchpreise für deutschsprachige Autorinnen und Autoren. 200 Romane haben die Verlage eingereicht. Daraus hat die Jury nun 20 Werke ausgewählt und auf die Longlist gesetzt. Die aus nur noch sechs Romanen bestehende Shortlist wird am 16. September bekanntgegeben.
- Kathrin Bach: „Lebensversicherung“ (Verlag Voland & Quist, Februar 2025)
- Marko Dinić: „Buch der Gesichter“ (Paul Zsolnay Verlag, August 2025)
- Nava Ebrahimi: „Und Federn überall“ (Luchterhand Literaturverlag, September 2025)
- Dorothee Elmiger: „Die Holländerinnen“ (Carl Hanser Verlag, August 2025)
- Kaleb Erdmann: „Die Ausweichschule“ (park x ullstein, Juli 2025)
- Annett Gröschner: „Schwebende Lasten“ (Verlag C.H.Beck, April 2025)
- Dmitrij Kapitelman: „Russische Spezialitäten“ (Hanser Berlin, Februar 2025)
- Jina Khayyer: „Im Herzen der Katze“ (Suhrkamp Verlag, Juli 2025)
- Jehona Kicaj: „ë“ (Wallstein Verlag, Juli 2025)
- Michael Köhlmeier: „Die Verdorbenen“ (Carl Hanser Verlag, Januar 2025)
- Jonas Lüscher: „Verzauberte Vorbestimmung“ (Carl Hanser Verlag, Januar 2025)
- Thomas Melle: „Haus zur Sonne“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch, August 2025)
- Jacinta Nandi: „Single Mom Supper Club“ (Rowohlt Hundert Augen, Juni 2025)
- Gesa Olkusz: „Die Sprache meines Bruders“ (Residenz Verlag, März 2025)
- Lena Schätte: „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ (S. ִFischer Verlag, März 2025)
- Lina Schwenk: „Blinde Geister“ (Verlag C. H. Beck, August 2025)
- Fiona Sironic: „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ (Ecco Verlag, März 2025)
- Peter Wawerzinek: „Rom sehen und nicht sterben“ (Penguin Verlag, September 2025)
- Christine Wunnicke: „Wachs“ (Berenberg Verlag, März 2025)
- Feridun Zaimoglu: „Sohn ohne Vater“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch, Februar 2025)
Feridun Zaimoglu: „Sohn ohne Vater“
Feridun Zaimoglus „Sohn ohne Vater“ ist eine Geschichte, die von Trauer und Aufbruch erzählt. Dieser Roman ist Schmerzensbuch und flirrendes Roadmovie. Um sich von seinem Vater zu verabschieden und der Mutter beizustehen, muss der Sohn in die Türkei reisen. Da er unter extremer Flugangst leidet und trotz Führerscheins nicht selbst Auto fährt, gestaltet sich das überraschend kompliziert.
Der Autor fesselt in seinem Roman „Sohn ohne Vater“ mit poetischen Bildern. Im Interview spricht er über Familie und Erinnerungen.
Peter Wawerzinek: „Rom sehen und nicht sterben“
Peter Wawerzinek schreibt in „Rom sehen und nicht sterben“ über die menschliche Vergänglichkeit, die unmittelbare Bedrohung durch den Tod – doch jede einzelne Zeile seines Romans birst vor Intensität. In Literatur, Musik, Kunst – vor allem aber in der Liebe, die ihm zufällig begegnet, genau zur richtigen Zeit, findet er die Kraft für die Heilung. Der Roman erscheint am 10. September.
Im NDR 1 Radio MV Literaturcafe spricht Peter Wawerzinek offen und mit Witz über Alkoholismus, Krebs, Kindheitstraumata.
Jehona Kicaj: „ë“
Jehona Kicaj, geboren 1991 in Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, hat unter anderem Neuere Deutsche Literaturwissenschaft in Hannover studiert.
Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist Jehona Kicaj auf der Suche nach Sprache und Stimme. Als der Kosovokrieg Ende der 1990er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent.
Der Roman „ë“ erinnert laut dem Wallstein Verlag an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj zur Sprache gebracht.
Gesa Olkusz: „Legenden“
Gesa Olkusz, Jahrgang 1980, hat es mit ihrem zweiten Roman auf die Longlist 2025 geschafft.
Fast zehn Jahre nach ihrem Debütroman „Legenden“ hat Gesa Olkusz ein neues Buch vorgelegt. Die Schriftstellerin, die aus Bremerhaven stammt, lebt mittlerweile in Berlin. „Die Sprache meines Bruders“ erzählt von Parker und Kasimir, die als Jungen mit ihrer Mutter aus Polen in die USA ausgewandert sind“, heißt es vom Residenz Verlag.
Nach diesem Kraftakt hat die Mutter jede Lebenslust verloren, und so sind aus den Brüdern zwei symbiotisch verbundene Einzelgänger geworden, die sich in der Fremde durchschlagen, ohne jemals heimisch zu werden. Parker fährt als Privatchauffeur durch die Nacht, Kasimir verlässt nie das Haus. Als die Vagabundin Luzia bei ihnen einzieht, bringt sie ihre ganze Lebensfreude mit, sprengt damit jedoch die nahezu wortlose Nähe der Brüder.
Nominierte stellen Romane im Hamburger Literaturhaus vor
Wer mag, kann sich selbst ein Bild von den Autoren und ihren Romanen machen: Am 2. September um 17.30 Uhr werden einige der Nominierten ihre Werke im Hamburger Literaturhaus vorstellen. Je 15 Minuten werden sie aus ihren Romanen lesen und anschließend die Fragen des Moderatorenteams beantworten.
Martina Hefter gewinnt Deutschen Buchpreis 2024
Im vergangenen Jahr gewann Martina Hefter mit ihrem Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“, in dem sich eine Frau ganz bewusst auf Love-Scammer einlässt. Der 2024 ebenfalls nominierte Clemens Meyer hatte nach der Verkündung der Siegerin wutentbrannt den Saal verlassen.
Die Autorin spricht über die jahrelangen Recherchen zu ihrem neuen Roman und die Hauptfigur Hedda, Artistin auf der Reeperbahn um 1933.
Die Autorin erhält den Preis für ihren Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“. Wir sprechen heute mit ihr, zu hören heute um 18 Uhr auf NDR Kultur.
Die Literaturredaktion von NDR Kultur hat vorab ihre eigenen 20 Favoriten gekürt – von Henning Ahrens bis Jan Costin Wagner.
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