Unter Freunden ist es bekanntermaßen üblich, einem Besuch einen Gegenbesuch folgen zu lassen. Wenn also schon im August die halbe Nachbar- und Kollegenschaft in den ristoranti von Lazise, Cesenatico oder auf Elba erfolglos versucht, eine Pizza Hawaii zu bestellen, dann ist es nur recht und billig, wenn zeitnah auch eine motorisierte italienische Walze in Richtung Norden über den Brenner rollt. So oder so ähnlich entstand das „Italiener-Wochenende“ auf dem Münchner Oktoberfest. Immer am zweiten Wiesn-Wochenende, heuer rund um den 27./28. September, navigieren besonders viele Francescos oder Massimos ihre Wohnmobile gen Monaco. Dort trinken sie dann ihr Mineralwasser oder auch zwei und versuchen, dem Prosit der Gemütlichkeit phonetisch und auch sonst zu folgen.

In diesem Jahr – sei es dem Langzeit-Brückenneubau auf dem Brenner geschuldet oder auch nicht – gibt es eine Neuerung. Erstmals setzt die italienische Staatsbahn Trenitalia eine Direktverbindung Rom-Wiesn ein, das heißt vielmehr eine von Rom nach Baustelle-Hauptbahnhof-München. Und zwar über Nacht und unter dem Namen „Espresso Monaco“. Wobei von „Espresso“ nicht die Rede sein kann, allenfalls im Speisewagen, denn die Fahrzeit beträgt stolze 18,5 Stunden. Vorteil: Ist schon Zeit für ein Mineralwasser mehr, quasi zum Vorglühen. Trenitalia verspricht dazu echt bayerische Unterhaltung.

Eine Hochgeschwindigkeitsverbindung von Rom nach München wird noch lange auf sich warten lassen

Im Frühjahr übrigens hat der Betreiber angekündigt, Ende 2026 Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Rom und München einführen zu wollen. Auf deutschem Boden, so viel ist sicher, wird das dann eher ein Bummelzugerlebnis. Bis der so umstrittene Brenner-Nordzulauf in die Gänge kommt, wird die Wiesn noch viele „Italiener-Wochenenden“ erleben.

  • Andreas Frei

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