Kronshagen. Kleinere Wärmenetze, in begrenztem Umfang Erdwärme und sehr viel Potenzial für Wärmepumpen: So sieht im Wesentlichen die von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossene kommunale Wärmeplanung für das Gebiet von Kronshagen aus. Das Werk ist in der Praxis von einiger Bedeutung.

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Muss zum Beispiel im Einfamilienhaus die altersschwache Heizung ausgetauscht werden, gibt die Planung die Richtung vor, auf welche Technik dabei gesetzt werden könnte. „Die kommunale Wärmeplanung hat eher eine Bindung für die Bürger“, erklärte deshalb Gemeindevertreter Winfried Dittmann (Grüne) schon im Juni bei einer Sitzung des Klimaausschusses.

Wärmenetz in Kronshagen umfasst schon 20 Hektar

Das Gute für die Betroffenen ist, dass sie in Kronshagen sehr frühzeitig wissen, woran sie sind. „Wir haben einen deutlichen Vorsprung gegenüber vielen anderen Gemeinden dieser Größenordnung“, sagte Manuela Held (Grüne) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Tatsächlich hätte sich Kronshagen von Gesetzes wegen noch bis Mitte 2028 Zeit lassen dürfen. Ziel der Kommunalpolitik war es aber, so früh wie möglich Klarheit zu schaffen.

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Wir haben einen deutlichen Vorsprung gegenüber vielen anderen Gemeinden dieser Größenordnung.

Manuela Held (Grüne)

Co-Fraktionsvorsitzende

Zwar eher überschaubar, aber eben auch nicht zu vernachlässigen, sind die Potenziale von Wärmenetzen in Kronshagen. Bereits jetzt gibt es entlang des Suchsdorfer Wegs im Norden bis zum Zentrum ein 20 Hektar umfassendes Netz, das nicht zuletzt Großverbraucher wie das Schulzentrum am Suchsdorfer Weg oder den Komplex Grundschule, Sporthalle und Bürgerhaus im Zentrum umfasst.

Versorgungsbetriebe Kronshagen bieten Zwischenlösungen an

Vor allem für das südliche Gemeindegebiet weist das Konzept außerdem größere Flächen aus, die für ein Wärmenetz zumindest infrage kämen und noch genauer überprüft werden sollen. In vielen Fällen bedeutet das, dass Eigentümer, die an ihren Heizungen etwas machen müssen oder wollen, eine Einzelfallberatung in Anspruch nehmen sollten.

Das sollte nicht allzu schwierig sein. Die kommunale Wärmeplanung wurde nicht nur vom Hamburger Ingenieurbüro Averdung verfasst, sondern auch von den Versorgungsbetrieben Kronshagen. Und die, so versichert Geschäftsführer Alexander Baumgärtner, stehe nicht nur jederzeit für Beratungen zur Verfügung. Angeboten werden sollen auch Zwischenlösungen für Gebiete, in denen erst in ein paar Jahren ein Netz kommt, aber kurzfristig Heizungen erneuert werden müssen.

Wärmepumpe könnte in Kronshagen oft erste Wahl sein

Die entscheidende Größe für Netze ist die sogenannte Wärmeliniendichte. Die beschreibt, wie viele Gebäude entlang einer potenziellen Trasse liegen. Eine Leitung lohnt sich logischerweise umso mehr, je mehr Häuser damit erschlossen werden können.

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Weil die Gartenstadt Kronshagen stark von frei stehenden Häusern mit teils relativ großen Grundstücken geprägt ist, wird nach dem Konzept als Alternative zu Fern- oder Nahwärme oft die Wärmepumpe zum Mittel der Wahl. „Hohes Potenzial, geringe Kosten“: So lautet dazu die prägnante Einschätzung der Fachleute.

Geothermie in Kronshagen mit begrenzten Potenzialen

Die Potenziale der Geothermie werden hingegen für Kronshagen als eher begrenzt eingeschätzt. Technisch ließe sich damit zwar viel machen, heißt es in dem Papier. Praktisch stellten aber die hohen Erschließungskosten eine enorme Hürde dar.

Dessen ungeachtet wird der Grandplatz am Suchsdorfer Weg derzeit in großem Maßstab für Geothermie aufbereitet. Die Erdwärme soll im Blockheizkraftwerk nebenan das Gas ersetzen. Sie könnte darüber hinaus neben den schon angeschlossenen Gebäuden weitere Häuser in anliegenden Straßen versorgen. Allerdings rechnet sich die Sache nur dank bereits geflossener und noch erhoffter Zuschüsse.

KN