Kiel. Christian Strauch hat in seinem 30-jährigen Berufsleben schon viel erlebt. Doch auch nach so vielen Jahren kommen noch neue Erfahrungen und neue Herausforderungen auf ihn und seine Mitarbeiter zu. Der 59-Jährige ist Geschäftsführer von Ehlert und Söhne. Das Hamburger Familienunternehmen ist für den Abriss des RBZ-Hochhauses am Westring verantwortlich. Was die Abbrucharbeiten so aufwendig macht und warum Christian Strauch gerne Aufträge in Kiel annimmt.
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„Alltäglich ist es nicht, was wir hier machen.“ Der Abriss der 55 Meter hohen und 14 Stockwerke umfassenden ehemaligen Ludwig-Erhard-Schule gehört nicht zu den typischen Aufträgen, die Christian Strauch mit seinem Unternehmen ausführt. „Das RBZ-Hochhaus ist in den Top Ten der höchsten Gebäude, die wir abgerissen haben“, sagt Strauch, der das 1907 gegründete Familienunternehmen in vierter Generation führt.
Abriss vom RBZ-Hochhaus in Kiel: Höhe sorgt für Herausforderung
„Es ist immer etwas Besonderes, in so einer Höhe zu arbeiten.“ Was es für die Abriss-Mitarbeiter so speziell macht: „Der Transportweg nach oben ist herausfordernd. Die Arbeiten sind aufwendiger als sonst“, erklärt Strauch. In den oberen Stockwerken können nur Abrissroboter zum Einsatz kommen. Es gibt keine Baumaschinen, die groß genug sind, um den Abriss vom Boden aus zu steuern.
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Da die Arbeiter auf der Fläche stehen, die abgerissen wird, muss der Abriss für jedes einzelne Geschoss gut vorbereitet sein. „Wir dürfen nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen“, sagt Christian Strauch. Die Statiker müssen genau berechnen, ob sich die Bauarbeiter noch gefahrlos auf der Etage aufhalten können.
Das RBZ-Hochhaus ist in den Top Ten der höchsten Gebäude, die wir abgerissen haben.
Christian Strauch
Geschäftsführer Ehlert und Söhne
Gleichzeitig werden Strauch und seiner Arbeiter mit einer spektakulären Aussicht belohnt. Von den einstigen 55 Metern sind zwar nur noch 40 Meter vom RBZ übrig, das Gebäude ist von 14 auf zehn Stockwerken geschrumpft. Bis Mitte Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, im Dezember kann das Grundstück übergeben werden.„Wir haben von hier oben aber immer noch einen tollen Blick über Kiel“, sagt der Geschäftsführer.
Nicht nur die Förde und der Rathausturm sind aus der luftigen Höhe zu sehen. Mit einem geschulten Blick lässt sich in der Entfernung auch eine weitere Baustelle erkennen, die Christian Strauch mit seinem Familienunternehmen in Kiel verantwortet. Am Hauptcampus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein an der Feldstraße leitet Ehlert und Söhne die Abrissarbeiten.
Ehemalige Berufsschule: Regen hilft bei RBZ-Abriss
„Wir kommen immer gerne nach Kiel“, sagt Christian Strauch. Die Zusammenarbeit mit den Akteuren in der Stadt laufe sehr gut. Und selbst das Wetter spielt mit. Dass der Sommer lange verregnet war, hat den Abrissarbeiten nicht geschadet – im Gegenteil. „Natürlich ist es für die Arbeiter nicht angenehm, aber dafür gibt es die richtige Kleidung.“
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Der Vorteil durch den Regen: Um die Staubemission gering zu halten, müssen die abgerissenen Wände gewässert werden. Die Nässe verhindert, dass zu viel Staub aufgewirbelt und in der Luft verteilt wird. Der Regen war eine natürliche Bewässerung. So konnte Leitungswasser, das mit langen Schläuchen bis auf die obersten Stockwerke gepumpt werden muss, gespart werden.
Christian Strauch ist nicht täglich auf der Baustelle am Westring. Er vertraut seinem Team vor Ort um Bauleiter Sven Francke. In regelmäßigen Abständen macht sich der Geschäftsführer ein eigenes Bild vom Abrissfortschritte. Die Entwicklung schaut sich der 59-Jährige gerne an. Und das liegt nicht nur daran, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen. „Ich komme immer gerne nach Kiel. Kiel ist eine schöne Stadt.“ Und das gilt nicht nur, wenn Christian Strauch vom Dach des ehemaligen RBZ die Aussicht genießt. „Ich mag Städte mit Wasser und mit einem Hafen.“
KN