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Ein Mann hat Schmerzen am Fuß Eine Schuhkette schließt endgültig alle Filialen.  (Symbolbild) © Zoonar.com/IMAGO

Die Schuhkette Onygo schließt endgültig alle Filialen. 150 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Alle Rettungsversuche sind endgültig gescheitert.

Hamburg – Die Hamburger Schuhkette Onygo steht vor dem endgültigen Aus. Nach monatelangen Rettungsversuchen hat Geschäftsführer Frank Revermann die Schließung aller bundesweiten Standorte bekanntgegeben. Rund 150 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz.

Das letzte verbliebene Onygo-Geschäft in der Hamburger Europa Passage wird ebenfalls geschlossen. Bereits zuvor hatte die Filiale im Elbe Einkaufszentrum (EEZ) dichtgemacht. „Das Management von Onygo sah sich trotz der bislang erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen nach intensiver Abwägung der Gesamtumstände dazu veranlasst, den Geschäftsbetrieb kurzfristig einzustellen“, teilte Revermann dem Hamburger Abendblatt mit.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehrDie Geräte- und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm (links). Die bedeutende Farbenfabrik Siegle in Stuttgart (Mitte). Die Schokoladenfabrik Roth in Stuttgart (rechts). Fotostrecke ansehenLetzte Onygo-Filiale schließt ihre Türen: Massive Konsumzurückhaltung als Hauptgrund

Als Hauptursache für das Scheitern nannte Revermann gegenüber der Textil Wirtschaft die „massive Konsumzurückhaltung im Segment Schuhe“. Trotz erheblicher Zugeständnisse von Vermietern und Lieferanten konnte der Investorenprozess nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Die Schuhkette hatte im April 2025 noch 23 Filialen betrieben, bevor sie Insolvenz in Eigenverwaltung anmeldete.

Onygo hatte verschiedene Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, um das Unternehmen zu retten. Geplant war eine Erweiterung des Sortiments um Textilien und Wohnaccessoires. Auch eine Schrumpfkur der Filialanzahl sollte zur Kostensenkung beitragen. Der Hamburger Unternehmer Frank Revermann, der die ehemalige Deichmann-Tochter erst im März 2024 übernommen hatte, wollte als Investor fungieren und das Unternehmen weiterführen.

Schuhkette Onygo: Von Deichmann-Tochter zum insolventen Einzelhändler

Die Schuhkette Onygo war ursprünglich als Tochtergesellschaft der Deichmann-Gruppe mit Sitz in Essen gegründet worden. Das Unternehmen richtete sich hauptsächlich an junge Frauen und bot trendige Sneaker sowie modische Bekleidung an. Im Herbst 2023 hatte Deichmann überraschend das Ende der Marke angekündigt, da das Geschäftsmodell langfristig nicht wirtschaftlich zu betreiben sei. Mit der endgültigen Schließung aller Onygo-Filialen verlieren rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Revermann dankte den Beschäftigten laut Hamburger Abendblatt für ihren Einsatz während der schwierigen Phase. Die Läden sollen nun geordnet geschlossen werden, um die Interessen aller Beteiligten zu wahren.

Das Aus von Onygo reiht sich ein in eine Serie von Insolvenzen im deutschen Einzelhandel. Besonders die Textilbranche leidet unter der anhaltenden Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Kürzlich hatte schon das Premium-Label Closed aus Hamburg Insolvenz beantragt, gleiches gilt für das Mönchengladbacher Casualwear-Label Colours & Sons. Und 2024 musste auch der börsennotierte Modekonzern Esprit – mit juristischem Sitz in Bermuda und operativen Zentren in Hongkong und Ratingen – Insolvenz beantragen. (ls)