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Ein neues Verbot kann bei Missachtung teuer werden. Eine weitere Stadt zieht nach und will damit ihre tierischen Bewohner schützen.
Halle/Saale – Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt hat ein wegweisendes Verbot für Mähroboter erlassen. Diese Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf viele Gartenbesitzer und könnte ein Vorbild für weitere Städte in Deutschland sein. Die Strafen sind bewusst hoch angesetzt.
So hilft man dem Igel im Garten richtig ©
IMAGO / blickwinkel
Wie die Stadt Halle im Amtsblatt verkündete, dürfen ab dem 23. August 2025 Rasenmähroboter nachts nicht mehr betrieben werden: konkret zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens. Das Verbot zielt darauf ab, die gefährdeten Igelpopulationen zu schützen. Die Wildtiere sind besonders nachts unterwegs.
Mähroboter-Verbote: Stadt Halle setzt mit hohen Strafen ein Zeichen
Sie rollen sich bei Gefahr ein und bleiben regungslos liegen anstatt zu fliehen. Diese Verhaltensweise, die in der Natur oft lebensrettend ist, wird ihnen im Zusammentreffen mit Mährobotern zum Verhängnis. Die Geräte erkennen die Tiere nicht immer zuverlässig als Hindernis, was zu schweren Verletzungen oder sogar zum Tod der Igel führen kann.
Bei nachweisbaren Verstößen gegen das neue Verbot drohen empfindliche Bußgelder. Ein Pressesprecher der Stadt Halle teilte auf Anfrage von CHIP mit: „Wenn Mähroboter Igel verletzen oder töten, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Verletzungs- und Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz.“ Die Strafen können je nach Schwere des Verstoßes bis zu 10.000 Euro betragen. Die Einhaltung des Verbots wird vom Ordnungsamt und dem Fachbereich Umwelt kontrolliert.
Igel offiziell als „gefährdet“ eingestuft: Diese heimischen Tierarten stehen ebenfalls auf der Roten ListeFotostrecke ansehen
Die Dringlichkeit solcher Schutzmaßnahmen wird durch den Status der Igel unterstrichen. Seit 2024 gelten Igel als bedrohte Art und stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Das sachsen-anhaltische Halle ist bundesweit nicht die erste Stadt, die solche Maßnahmen ergreift. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Erfurt, Leipzig, Göttingen und Köln. In Nordrhein-Westfalen haben sich einige Städte für und gegen ein Mähroboter-Verbot entschieden. Wahrscheinlich werden weitere Kommunen diesem Beispiel folgen, um ihre Igelpopulationen zu schützen.
Zum Igel-Schutz: Mähroboter besser nur tagsüber nutzen
Wie CHIP berichtet, reagiert die Mähroboter-Industrie auf diese Entwicklungen mit technologischen Innovationen. Einige Hersteller arbeiten an Lösungen, um die Erkennung von Kleintieren wie Igeln zu verbessern. Hier geht es vor allem um eine Erkennung der Bewegung im Dunkeln. Der Naturschutzbund (NABU) empfiehlt, das Gerät besser nur bei Tageslicht zu betreiben und nach Tieren Ausschau zu halten. Von Schnittverletzungen oder Tötungen durch die Landwirtschaftsmaschinen seien auch andere Tiere wie Kröten, Eidechsen, Grashüpfer oder Spinnen betroffen, die im Garten nach Fressbarem suchen.
Die Experten verweisen zudem auf einen Ratschlag der Stiftung Warentest: Besitzer von Mährobotern könnten den Helfer aus einem Teil des Gartens aussperren und dort das Gras hochwachsen lassen. In solchen verwilderten Ecken fänden Igel und andere nachtaktive Wildtiere tagsüber Unterschlupf. Das Verbot in Halle markiert einen wichtigen Schritt im Wildtierschutz im urbanen Raum. Es zeigt, dass der Einsatz moderner Technologie im Garten nicht auf Kosten der lokalen Fauna gehen darf.