Am kommenden Sonntag, dem 31. August 2015, ist es wieder soweit: Die Giebichensteinbrücke wird zur Bühne für Nervenkitzel, Eleganz und sportliche Höchstleistung. Ab 13 Uhr lädt Vize-Olympiasieger Andreas Wels zum mittlerweile traditionellen Brückenspringen ein – und das mit mehr Teilnehmern, mehr Technik und einem deutlich erweiterten Sicherheitskonzept. Splashdiving, Freestyle, Katzensprünge, Handstandsprünge oder Auerbachsalto werden geboten.
20 Springer, 20 Geschichten – und jede Menge Adrenalin
Gleich 20 Springerinnen und Springer wagen in diesem Jahr den Sprung von der Brücke in die rund 14 Meter tiefe Saale – vier mehr als im Vorjahr. Wels konnte nicht nur lokale Talente, sondern auch nationale Größen aus München, Düsseldorf, Freiburg und Karlsruhe für das Event gewinnen. „Sie davon waren bereits bei vergangenen Brückenspringen dabei und wissen genau, worauf sie sich einlassen“, erklärt der Initiator, zudem seien sie alle Wasserspring-Profis.
Mit dabei sind zudem unter anderem die ehemaligen Deutschen Meister René Kohlmann und Florian Fandler sowie Nachwuchsspringer Nils Kirchhöfer, der bereits Medaillen bei den Juniorenwettkämpfen erringen konnte.
Nachwuchstalente auf wackeliger Bühne
Für frischen Wind sorgen in diesem Jahr auch die Nachwuchsspringer, die sich beim Casting in der Vorwoche qualifizierten. Gino und Ben überzeugten bereits vom Zehn-Meter-Turm. Beim aktuellen Probespringen wagten sie sich nun erstmals auf die mobile Hebebühne, die neben den Zehner aufgestellt wurde und von der es kommenden Sonntag von die Giebichensteinbrücke in die Tiefe geht. Für viele eine neue Erfahrung, wie Wels betont: „Das Sprunggefühl ist ein ganz anderes – die Bühne wackelt leicht und wirkt dadurch viel instabiler.“
Auch drei weitere junge Talente nutzten das Probespringen zur Bewährung. Einer von ihnen, Wolf, sicherte sich mit einer starken Leistung ein spontanes Ticket für den Sonntag.
Sprünge aus bis zu 18 Metern Höhe
Während die Giebichensteinbrücke allein schon 14 Meter hoch ist, sorgt die mobile Hebebühne für zusätzliche Höhe – bei optimalen Bedingungen sind bis zu 20 Meter möglich. Beim Probespringen ließ das Wetter allerdings nur 18 Meter zu – ein respektabler Wert, wie Wels betont: „Von da oben auf den Zehner im Nordbad runterzuschauen – das sorgt selbst bei erfahrenen Springern für Gänsehaut.“
Neu in diesem Jahr: Die Hebebühne ist deutlich breiter als ihre Vorgänger. Das erlaubt es, gleich drei Springer gleichzeitig nach oben zu befördern – perfekt für Synchronsprünge, die ebenfalls beim Training geübt wurden.
Sicherheit an erster Stelle – mit Tauchern und Robotertechnik
Auch in puncto Sicherheit setzt das Brückenspringen in diesem Jahr neue Maßstäbe. Drei professionelle Taucher sichern die Eintauchzonen unter der Brücke ab. Jeder Springer gibt nach dem Auftauchen ein Zeichen, um seinen Zustand zu bestätigen – ein etablierter Ablauf bei solchen Veranstaltungen.
Besonders innovativ: Zum ersten Mal kommt ein Unterwasserroboter zum Einsatz. Das sogenannte ROV (Remotely Operated Vehicle) des Fraunhofer IOSB-AST liefert in Echtzeit Livebilder an die Einsatzleitung der DRK-Wasserrettung. Der Hightech-Helfer ist mit mehreren Kameras, Scheinwerfern, einem Greifarm, Sonarsystemen und sogar Atemluftreserven ausgestattet und soll im Ernstfall für noch schnellere Reaktionen unter Wasser sorgen.