Ein wahrer Höhepunkt für Oldtimer-Enthusiasten und Liebhaber historischer Technik: Am Sonntag fand das 30. Oldtimertreffen in Teicha statt, das auch in diesem Jahr wieder eine große Zahl an Fahrzeugen und Besuchern anzog. Auf dem Sportplatz des SV Traktor Teicha und entlang der 70 Kilometer langen Strecke der „Rallye rund um den Petersberg“ zeigten 125 Oldtimer, was sie noch können. Dazu gab es einen Teilemarkt, der ebenfalls keine Wünsche offenließ und eine Reise durch die Automobilgeschichte ermöglichte.
Rollende Zeitzeugen: Von 1920 bis 1970
Das älteste Fahrzeug des Treffens war ein Aiglon-Motorrad aus dem Jahr 1920, das noch immer in Betrieb ist. Doch auch bei den Automobilen beeindruckte ein Fahrzeug aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts: Der Adler 10/50, ein Klassiker aus dem Jahr 1924, glänzte mit seinen 100 Jahren und 68 PS. Dieses Fahrzeug gilt als Paradebeispiel für die damalige Ingenieurskunst und zeigte, wie viel Liebe zum Detail in der Produktion steckte. Besonders auffällig war die nostalgische Gestaltung des Kühlers und der filigran gestalteten Scheinwerfer.
Andere Vorkriegsraritäten, die am Start waren, reichten von britischen bis zu amerikanischen Fahrzeugen. Ein Douglas H3 (1930) aus Großbritannien zog mit seinem unverwechselbaren Design und der eleganten Linienführung die Blicke auf sich. Der BSA G 27 von 1927, ein weiteres britisches Motorrad, war ebenso ein seltenes Exemplar, das nur wenige Sammler in Deutschland ihr Eigen nennen können.
Ein echtes Schmuckstück aus Deutschland war der Ford Typ A Phaeton (1928), ein elegantes Cabriolet, das die damalige Avantgarde des amerikanischen Automobilbaus repräsentiert. Das Fahrzeug bestach durch seine geschwungene Form und die für damalige Verhältnisse großzügige Innenausstattung.
Nicht weniger faszinierend war der Adler Trumpf Junior (1934), ein Limousinenmodell aus der legendären deutschen Marke Adler. Der in seiner Zeit äußerst erfolgreiche Adler-Trumpf brachte damals hohe Fahrleistungen bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten, was ihn zu einem beliebten Auto der Mittelklasse machte.
Ein weiteres Highlight aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war der BMW R12 (1936), ein Motorrad, das heute zu den gefragtesten Sammlerstücken der deutschen Motorradgeschichte gehört. Besonders bemerkenswert war der Fiat Balilla (1934), der in Italien in den 1930er-Jahren als „Volkswagen“ galt und auch heute noch als eines der besten Beispiele für italienisches Fahrzeugdesign gilt.
Nachkriegszeit: Aus Ost und West
Die Nachkriegszeit war in Teicha ebenfalls gut vertreten. Fahrzeuge aus der DDR und dem Ostblock boten ein faszinierendes Kontrastprogramm zu den westlichen Modellen. Der Trabant P60 (1964) mit seiner charakteristischen Duroplast-Karosserie, Räng-Däng-Knattern und der ständigen Beliebtheit in der ehemaligen DDR konnte ebenso bestaunt werden wie der Wartburg 311 (1962), ein Modell, das für seinen robusten Motor und seine Widerstandsfähigkeit bekannt war.
Nicht minder spannend war der Sachsenring P3 (1962), ein Fahrzeug, das besonders durch seine einzigartige Erscheinung und die technische Raffinesse bestach. Die Teilnehmer konnten zudem den GAZ 21 Wolga (1958) bewundern – ein sowjetischer Klassiker, der in den 1950er-Jahren als Staatskarosse für hohe Funktionäre diente.
Die Lada 21011 (1976) und der Moskwitsch 408 (1968) erinnerten an die Automobilgeschichte der ehemaligen UdSSR. Auch der Saporoshez SAS 968 (1973), ein weiteres Fahrzeug aus der sowjetischen Produktion, war ein kurioser Anblick, das im Westen eher selten anzutreffen war.
Westliche Klassiker: Vom Opel Manta bis zum Porsche 356
Die westdeutsche Automobilindustrie zeigte ebenfalls eine beeindruckende Auswahl an Fahrzeugen, die Nostalgie weckten. Besonders hervorzuheben war der Porsche 356 Super 90 (1962), der bei den Besuchern durch seine edle Ausstrahlung und sportliche Linie ins Auge fiel. Der Porsche, der in den 1950er- und 1960er-Jahren als „Volks-Porsche“ bekannt wurde, ist heute eines der gefragtesten Sammlerstücke weltweit.
Das beliebte Opel Manta B (1970) und der Opel Rekord P1 (1958) stellten einen deutlichen Kontrast zur legendären BMW Isetta (1959) dar, einem der kleinsten und kultigsten Fahrzeuge, das je gebaut wurde. Der Ente des deutschen Automobilmarktes wurde nicht nur als ein charmantes Alltagsauto, sondern auch als wahrer „Ikone“ der Wirtschaftswunderjahre gefeiert.
Der Mercedes Benz 180b (1961) war ein weiteres Highlight und spiegelte den Ingenieurgeist der westdeutschen Automobilindustrie wider. Der Wagen hatte sich in den 1950er- und 1960er-Jahren als besonders stabil und zuverlässig erwiesen, was ihn bei vielen Behörden und Taxiunternehmen zu einem beliebten Modell machte.
Auch der Volkswagen Karmann Ghia Typ 14 (1971) zog die Blicke auf sich. Das sportliche Design, das an den legendären VW Käfer erinnerte, machte den Karmann Ghia zu einem Liebling der 1960er und 1970er-Jahre.
Nicht nur Autos: Oldtimerbusse und Motorräder
Nicht nur PKWs, sondern auch historische Busse waren Teil des Treffens. Besonders die Halleschen Straßenbahnfreunde überraschten mit ihrem Auftritt und brachten zwei historische Busse mit: einen H6B aus dem Jahr 1956 und einen Ikarus aus 1967. Die Busse, die besonders in den sozialistischen Ländern verbreitet waren, gaben den Besuchern die Möglichkeit, die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs aus einer anderen Perspektive zu erleben.
Auch die Motorräder waren in Teicha ein Thema für sich. Die MZ (Motorradwerke Zschopau) mit ihren legendären Maschinen und auch die Simson aus Suhl konnten sich einer hohen Aufmerksamkeit erfreuen.
Die Rallye rund um den Petersberg: In Aktion und hautnah
Das Herzstück des Treffens war natürlich die „Rallye rund um den Petersberg“, die die Teilnehmer auf eine 70 Kilometer lange Strecke durch die Region führte. Besonders spannend war, dass die Oldtimer hier nicht nur als Ausstellungsstücke, sondern in voller Aktion erlebbar waren. Dabei mussten sie diverse Zwischenprüfungen in Orten wie Hohenthurm, Schwerz und Wallwitz absolvieren.