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Ein auf Schweißgeräte spezialisiertes Traditionsunternehmen wird abgewickelt. Ein Investorenprozess war nicht erfolgreich (Symbolfoto). © IMAGO/Zoonar.com/Alfred Hofer
Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren für ein traditionsreiches Technikunternehmen eröffnet. Mittlerweile steht fest, dass es keine Rettung mehr gibt.
Uhingen – Die Insolvenzwelle in Deutschland hat in den vergangenen Monaten ihren Tribut gefordert. Während manche Unternehmen aus der Schieflage gerettet werden konnten, mussten Unternehmen wie zuletzt ein Industrieunternehmen aus dem Südwesten endgültig aufgeben. Wie IPPEN.MEDIA auf Nachfrage erfahren hat, gibt es auch für ein international tätiges Technikunternehmen aus Baden-Württemberg keine Hoffnung mehr.
Die 1974 ursprünglich in Stuttgart gegründete REHM GmbH u. Co. KG Schweißtechnik hatte im April am Amtsgericht Göppingen Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen produziert am Sitz in Uhingen (Kreis Göppingen, Baden-Württemberg) mit rund 100 Mitarbeitern Schweißgeräte und Zubehör, die international vertrieben werden. Der eingeleitete Investorenprozess war nicht von Erfolg gekrönt. Bei zwei anderen Unternehmen im Südwesten dauern die Insolvenzverfahren dagegen weiter an.
REHM Schweißtechnik wird abgewickelt – Investorenprozess für Traditionsunternehmen nicht erfolgreich
Nach dem Antrag hat das Amtsgericht Göppingen am 1. April das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet und den Rechtsanwalt Marcus Winkler von der Stuttgarter Anwaltskanzlei Winkler & Partner zum vorläufigen Verwalter berufen. „Unser oberstes Ziel ist es, das Unternehmen fortzuführen und gemeinsam mit allen Beteiligten eine tragfähige Sanierungslösung zu finden“, hatte er im April erklärt, als das Verfahren noch am Anfang stand. Zur potenziellen Sanierungslösung gehörte offenbar auch ein Investorenprozess.
Die Firma REHM aus Uhingen (Baden-Württemberg) ist ein weltweit tätiger Spezialist für Schweißtechnik. © REHM GmbH u. Co. KG Schweißtechnik
Gegenüber unserer Redaktion erklärte die zuständige Pressestelle von Winkler & Partner nun aber, dass ein solcher Prozess nicht erfolgreich war. „Aufgrund des Umstandes, dass kein Investor gefunden werden konnte, befinden wir uns seit mehreren Wochen bereits in der Abwicklung durch Verwertung sämtlicher Vermögensgegenstände“, heißt es konkret. Eine Abwicklung ist der klassische Weg eines Insolvenzverfahrens, wenn eine Sanierung oder eine Übernahme nicht möglich ist.
Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehrFotostrecke ansehenAbwicklung eines Unternehmens bedeutet Verlust der Arbeitsplätze
Eine Abwicklung bedeutet in erster Linie zwar, dass Vermögenswerte zugunsten der Gläubiger zu Geld gemacht werden, um finanzielle Rückstände auszugleichen. Am Ende einer solchen Unternehmensabwicklung steht aber auch die Liquidation der Firma und damit der unmittelbare Verlust der Arbeitsplätze zu diesem Zeitpunkt. Bei REHM Schweißtechnik stehen demnach rund 100 Mitarbeiter vor einer unsicheren Zukunft. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass auch ein anderes Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg die Insolvenz nicht übersteht.