Stand: 26.08.2025 18:42 Uhr

Nachdem Dirk Balster, Chef des Klinikverbundes Aurich-Emden-Norden, ein Verkaufsverbot ostfriesischer Zeitungen in seinen Häusern verhängt hatte, folgt nun harsche Kritik. Auch Rücktrittsforderungen werden laut.

Die Ratsfraktion der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Emden“ (GFE) hat am Montagabend einstimmig beschlossen, einen Antrag auf Abberufung von Balster beim Aufsichtsrat des Klinikverbundes zu stellen. Balster habe demokratische Regeln missachtet, zudem neben den Zeitungen auch der Fraktion des Öfteren Informationen vorenthalten, sagte ein Sprecher der Partei. Die Linken fordern vom Aufsichtsrat, dass Balster wenigstens gerügt werde. Die Auricher Kreistagsabgeordnete Gila Altmann (Grüne) hatte mitgeteilt: „Die Menschenführung und die Kommunikation des Klinik-Chefs sind unterirdisch“.

Der SPD-Fraktions-Chef im Auricher Kreistag, Johannes Kleen, hatte gesagt, dass die SPD weiterhin hinter Dirk Balster stehe. Die gesamt-ostfriesische CDU will Gespräche im Aufsichtsrat zunächst abwarten. Balster selbst stehe aktuell für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung, sagte ein Kliniksprecher dem NDR Niedersachsen. Der Aufsichtsrat, bestehend aus Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Aurichs Landrat Olaf Meinen (beide parteilos), wolle sich vor der nächsten Sitzung am 9. September nicht mehr äußern.

Zum Hintergrund: Die Kliniken in Aurich, Emden und Norden sollen geschlossen werden, wenn voraussichtlich 2029 die neue Zentralklinik in Uthwerdum (Landkreis Aurich) eröffnet. Das Krankenhaus Norden ist bereits geschlossen. Auch wird es dann in den Orten keine eigene Notaufnahme mehr geben – entgegen aller Versprechen im Vorfeld. Darüber berichteten die ostfriesischen Zeitungen immer wieder auch kritisch, nach eigenen Angaben oft ohne ausreichende Beantwortung journalistischer Fragen durch Balster. Der Chef des Klinikverbundes reagierte dafür mit dem vielfach kritisierten Verkaufsverbot.