Wie bauen wir morgen?Baustelle der Zukunft in Aachen eröffnet26. August 2025 um 18:52 Uhr
von Daniel Pfaender
Die RWTH Aachen testet seit fünf Jahren digitale Bau-Innovationen. Unterstützung kommt unter anderem von NRW-Ministerin Brandes. Ziel sind schnellere und klimafreundlichere Baustellen.
Forschung seit fünf Jahren
Wie können Bauprojekte schneller, nachhaltiger und digitaler umgesetzt werden? Antworten darauf sucht die Rheinisch-Westfälisch-Technische Hochschule (RWTH) Aachen auf Europas erster digitaler Referenzbaustelle. Auf dem Campus Melaten wird seit fünf Jahren geforscht, wie Robotik, künstliche Intelligenz und neue Materialien das Bauwesen revolutionieren können. „Wir forschen hier in realen Baustellenumgebungen“, erklärt Prof. Dr. Sigrid Brell-Cokcan, wissenschaftliche Leiterin des Center Construction Robotics. „Dabei entwickeln wir IT-Infrastrukturen und Baurobotik der Zukunft.“ Im Fokus stehen klimaneutraler Beton, automatisierte Maschinenprozesse und eine bessere Nutzung von Wasser und Energie.
Innovationen mit politischer Rückendeckung
Am Dienstag (26.08.) eröffnete NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) die Open Campus Week unter dem Motto „Open Minds meet Open Campus“. Sie betonte die Bedeutung des Projekts: „Bauen muss schneller, ökologischer und digitaler werden. Die Forschung im Reallabor hat großes Potenzial, zu erfolgreichen Geschäftsmodellen zu werden.“ Unterstützt wird die Arbeit zudem durch das neue Exzellenzcluster „CARE – Climate- and Resource-Neutral Civil Engineering“. Dort entwickeln Wissenschaftler Methoden, um CO₂-Emissionen zu verringern und Bauwerke ressourcenschonender zu gestalten.
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Praxisnahe Forschung für die Bauindustrie
Die digitale Testbaustelle ist mit 5G ausgestattet und umfasst 4.000 Quadratmeter. Dort können Studenten und Unternehmen neue Verfahren direkt erproben. Ein Beispiel ist eine automatisierte Betonsäge, die den Arbeitsprozess um bis zu 80 Prozent verkürzen soll. „Das Besondere ist, dass wir Arbeitsschritte, die bisher manuell und gefährlich waren, automatisiert und präzise ausführen können“, sagt Christoph Heuer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der RWTH. Für die Baubranche mit Fachkräftemangel, Kostensteigerungen und Lieferproblemen könnten solche Entwicklungen ein entscheidender Fortschritt sein. Ziel ist es, die Baustellen von morgen effizienter, sicherer und klimafreundlicher zu gestalten.