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Der US-Gesandte Barrack hat mit Kommentaren über Journalisten im Libanon Kritik ausgelöst. Die EU-Kommission bezeichnet den Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen als „völlig inakzeptabel“.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
26.08.2025 • 23:06 Uhr
Wir schließen an dieser Stelle den Liveblog vom Dienstag und danken für Ihr Interesse.
26.08.2025 • 22:44 Uhr
Hunderttausende demonstrieren in Tel Aviv
In Tel Aviv haben erneut Hunderttausende Menschen die israelische Regierung aufgefordert, einer Geisel-Vereinbarung mit der Hamas zuzustimmen. Bei der Sitzung des Sicherheitskabinetts soll das Abkommen aber kein Thema gewesen sein.
26.08.2025 • 20:49 Uhr
Reporter ohne Grenzen fordert Distanzierung der Regierung von Israel
Nach der Tötung mehrerer Journalisten durch die israelische Armee in Gaza hat die Organisation Reporter ohne Grenzen am Dienstagabend eine „deutliche Distanzierung“ der deutschen Bundesregierung von Israel gefordert. „Sechs getötete Medienschaffende in zwei Tagen: Was muss noch passieren, damit die Bundesregierung sich endlich klar und deutlich von der Kriegsführung der israelischen Regierung distanziert?“, fragte die Geschäftsführerin Anja Osterhaus.
Reporter ohne Grenzen verlange zudem von den israelischen Streitkräften, zu benennen, wie sie sicherstellen wollen würden, dass nicht noch mehr Medienschaffende getötet würden
26.08.2025 • 20:47 Uhr
Iran: Europäische Staaten sollen „richtige Entscheidung“ treffen
Nach neuen Atomgesprächen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien hat der iranische Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi die sogenannten E3-Staaten und den UN-Sicherheitsrat dazu aufgerufen, die „richtige Entscheidung“ zu treffen. Sie müssten „der Diplomatie Zeit und Raum geben“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst X.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, hatte im Vorfeld der Gespräche den Willen Teherans bekräftigt, drohende Sanktionen abzuwenden. „Unser Fokus liegt darauf, Handlungen oder Vorfälle zu verhindern, die dem Land teuer zu stehen kommen könnten“, sagte er in Teheran. Die iranische Führung verhandle deswegen „mit aller Kraft“.
26.08.2025 • 20:40 Uhr
Frankreich: Freizeitpark-Leiter verwehrte israelischen Kindern aus „Sicherheitsgründen“ Zutritt
Der Leiter eines Freizeitparks in Südfrankreich, der 150 israelischen Kindern und Jugendlichen den Zutritt verwehrt hatte, hat dies mit angeblichen Sicherheitsrisiken begründet. Das Zutrittsverbot habe „ausschließlich technische und Sicherheitsgründe“ gehabt, teilte der Leiter des Freizeitparks in Porté-Puymorens an der Grenze zu Spanien mit. Er war am Samstag wegen Diskriminierung angeklagt worden, ihm drohen fünf Jahre Haft.
Der 52-Jährige erklärte, infolge von Unwettern in den Tagen zuvor habe es Sicherheitsrisiken in dem Freizeitpark gegeben. Er erklärte, die „Sprachbarriere“ zwischen den französischen Angestellten des Freizeitparks und der israelischen Gruppe habe „die Weitergabe von Sicherheitsanweisungen erschwert“. Die Entscheidung sei „im Voraus“ mitgeteilt worden, die Kinder seien deshalb gar nicht erst angereist. Der Eintritt sei vollständig erstattet worden.
26.08.2025 • 19:38 Uhr
„Zivilisiert bleiben“ – US-Gesandter löst mit Aussage Kritik aus
Der US-Gesandte Tom Barrack hat mit Kommentaren über Journalisten im Libanon für Irritationen gesorgt. Zu Beginn einer Pressekonferenz im Präsidentschaftspalast in Beirut forderte Barrack die anwesenden Medienvertreter dazu auf, sich „zivilisiert“ zu verhalten. Sobald es chaotisch werde, seien er und sein Team weg, sagte er weiter. Denn das sei das Problem in der Region, fügte Barrack hinzu.
Dabei fiel auch ein Wort, das von Journalistinnen und Journalisten vor Ort entweder als „animalisch“ oder „anomalisch“ – also atypisch – verstanden wurde. In einer Mitteilung des Präsidialamts hieß es am Abend, man bedaure die Worte, „die einer seiner Gäste heute versehentlich auf seiner Bühne gesagt hat“ – allerdings ohne Barrack namentlich zu erwähnen.
26.08.2025 • 18:13 Uhr
Israels Armee: Haben Klinik wegen Hamas-Kamera angegriffen
Das israelische Militär hat das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen nach eigenen Angaben wegen einer der Hamas zugeordneten Kamera angriffen. Truppen hätten eine Kamera identifiziert, die „von der Hamas positioniert“ worden sei, um die eigenen Streitkräfte zu beobachten, teilte das Militär mit.
Bei dem Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Süden des Gazastreifens waren am Montag mindestens 20 Menschen getötet worden, darunter fünf Journalisten. Das Büro von Premier Benjamin Netanjahu hatte den Vorfall als „tragisches Missgeschick“ bezeichnet und tiefes Bedauern geäußert.
Das Militär verneinte, die Journalisten der Nachrichtenagenturen AP und Reuters gezielt ins Visier genommen zu haben.
26.08.2025 • 17:46 Uhr
USA: Libanon setzt auf freiwilligen Waffen-Verzicht der Hisbollah
Die Regierung im Libanon setzt im Streit über die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz im Land nach US-Angaben auf Freiwilligkeit. Die Regierung werde am Sonntag einen Plan vorlegen, um die mit dem Iran verbündete Gruppierung zur Abgabe ihrer Waffen zu bewegen, kündigte der US-Sondergesandte Thomas Barrack an. „Die libanesische Armee und Regierung sprechen nicht über einen Krieg. Sie sprechen darüber, wie sie die Hisbollah überzeugen können, ihre Waffen abzugeben“, sagte Barrack nach Gesprächen mit Präsident Joseph Aoun. Barrack signalisierte, die Hisbollah-Kämpfer könnten für eine Abgabe der Waffen belohnt werden.
26.08.2025 • 16:09 Uhr
Atomgespräche: Iran will Sanktionen abwenden
Der Iran hat vor neuen Atomgesprächen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien seinen Willen bekräftigt, drohende Sanktionen abzuwenden. „Unser Fokus liegt darauf, Handlungen oder Vorfälle zu verhindern, die dem Land teuer zu stehen kommen könnten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Der Iran und die sogenannten E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen sich heute zu neuen Atomgesprächen in Genf treffen.
26.08.2025 • 15:37 Uhr
Geldmangel bei Israel-Untersuchung der UN
Eine UN-Untersuchung zu Gewalt durch israelische Siedler und zu Waffenlieferungen an Israel kann einem Dokument zufolge wegen Geldmangels nicht abgeschlossen werden. Die Kommission könne keine Mitarbeiter einstellen, schreibt die Leiterin Navi Pillay in einem Brief an den Präsidenten des UN-Menschenrechtsrates. Daher werde der für März 2026 geplante Bericht nicht vorgelegt werden können. Die Untersuchungskommission wurde 2021 vom Menschenrechtsrat eingesetzt, um Beweise für mögliche internationale Verbrechen zu sammeln.
26.08.2025 • 15:04 Uhr
Entwicklungsministerin verurteilt Siedlungsbau im Westjordanland
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat zu Beginn ihrer dreitägigen Nahost-Reise die Aktivitäten israelischer Siedler im Westjordanland und in Ost-Jerusalem scharf verurteilt. „Es ist wichtig für uns zu sehen, was hier passiert“, sagt die Ministerin nach der Besichtigung eines zerstörten Hauses in dem Dorf Al-Dschudaira im besetzten Westjordanland.
Deutschland habe leider „in den letzten Jahren die Augen verschlossen“, was den Siedlungsbau betrifft, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic, der sie auf der Reise begleitet.
26.08.2025 • 14:53 Uhr
Merz kritisiert israelischen Angriff auf Krankenhaus
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den israelischen Angriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen mit zahlreichen Toten scharf kritisiert. Was die israelische Armee tue, sei „nicht akzeptabel“, sagte er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem belgischen Regierungschef Bart De Wever in Berlin. „Dieses Ereignis von gestern wirft einen schweren Schatten auf die ansonsten ja in jeder Hinsicht berechtigte Vorgehensweise gegen die Hamas.“
Bei dem israelischen Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im südlichen Gazastreifen waren nach Klinikangaben 19 Menschen getötet worden. Unter den Toten sind auch fünf Journalisten. Er glaube im Augenblick nicht, dass es sich um einen gezielten Angriff auf Journalisten gehandelt habe, sagte Merz. Er wolle vor einem abschließenden Urteil erst einmal das Ergebnis der zugesagten umfassenden Untersuchung des Vorgangs abwarten.
26.08.2025 • 14:47 Uhr
Radovan: Deutschland bereitet Hilfen für Menschen in Gaza vor
Deutschland bereitet nach den Worten von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan konkrete Hilfen für die Menschen im Gazastreifen vor. Geplant seien Übergangsunterkünfte, die Instandsetzung von Wasserleitungen und Schulen sowie „Cash-for-Work“-Programme für kurzfristige Jobs, kündigt die SPD-Politikerin am Rande ihrer Nahost-Reise an. Modulare Unterkünfte seien bereits bestellt und sollten, sobald die Lage es zulässt, nach Gaza gebracht werden, teilt das Ministerium ergänzend mit.
„Familien brauchen ein Dach über dem Kopf, Kinder ein Bett und eine Waschgelegenheit“, erklärt Alabali Radovan. „Wir wollen helfen, aus Trümmern wieder ein Zuhause zu machen.“ Dafür brauche es aber „einen dauerhaften Waffenstillstand – die israelische Regierung muss die Kämpfe einstellen, die Hamas ihre Waffen niederlegen und die Geiseln bedingungslos freilassen“
26.08.2025 • 14:28 Uhr
Palästinenser: Mindestens 16 Tote bei israelischen Angriffen
Israelische Angriffe haben im Gazastreifen nach palästinensischen Angaben mindestens 16 Menschen das Leben gekostet. Vertreter der Krankenhäuser Nasser, Schifa und Scheich Radwan sagten, unter den Getöteten seien Kinder.
Das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium teilte mit, drei weitere Erwachsene seien an Unterernährung und Hunger gestorben. Damit stieg die Zahl der durch Unterernährung verursachten Todesfälle seit Ende Juni, als das Ministerium mit der Zählung in dieser Altersgruppe begann, auf 186.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch Konfliktparteien können in der aktuellen Lage zum Teil nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
26.08.2025 • 14:08 Uhr
Medien: Ägypten verstärkt Truppen entlang Grenze zu Gaza
Ägypten plant offenbar, seine militärische Präsenz an der Grenze zum Gazastreifen zu verstärken. Dazu sollen rund 40.000 Soldaten, Luftabwehrsysteme und Panzer in das Gebiet entsandt werden, berichteten israelische und arabische Medien. Das Land befürchtet demnach, dass die von Israel geplante Einnahme von Gaza-Stadt und Zwangsumsiedlung der dort lebenden palästinensischen Zivilisten zu Massenflucht und chaotischen Zuständen an der gemeinsamen Grenze führen könnten.
Das Nachrichtenportal Al-Arabi Al Jadeed berichtet unter Berufung auf ranghohe ägyptische Quellen, die Verstärkung der Truppen entlang der zwölf Kilometer langen Grenze sei auch ein Signal an Israel, dass Ägypten jeden Versuch ablehne, Palästinenser gewaltsam in andere Länder zu vertreiben.
26.08.2025 • 13:51 Uhr
EU-Kommission: Angriff auf Gaza-Klinik „völlig inakzeptabel“
Die EU-Kommission bezeichnet den israelischen Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als „völlig inakzeptabel“. Bei dem Angriff am Montag seien mindestens 20 Menschen getötet worden, darunter fünf Journalisten, sagt ein Sprecher der Brüsseler Behörde. „Zivilisten und Journalisten müssen nach internationalem Recht geschützt werden“, betont er.
26.08.2025 • 13:41 Uhr
USA: Wirtschaftshilfe aus Golfstaaten für Südlibanon geplant
Im Rahmen der geplanten Entwaffnung der Hisbollah im Libanon wollen Katar und Saudi-Arabien dem US-Sondergesandten Tom Barrack zufolge wirtschaftliche Unterstützung für die Bevölkerung leisten. „Wir müssen Geld in das System bringen“, sagte Barrack nach einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in der Hauptstadt Beirut. Im Südlibanon würde ein Teil der Bevölkerung im Rahmen der Entwaffnung schließlich dazu aufgefordert, ihre Lebensgrundlage aufzugeben.
Barrack betonte, dass eine Entwaffnung der Hisbollah nicht einfach sei, da rund 40.000 Kämpfer vom Iran bezahlt würden. Man könne ihnen nicht einfach die Waffen wegnehmen und sie mit dem Hinweis entlassen, sie könnten nun Olivenbäume pflanzen. Vielmehr müsse ihnen geholfen werden, so Barrack. „Wir alle, der Golf, die USA, die Libanesen, werden gemeinsam handeln, um ein wirtschaftliches Forum zu schaffen, das einen Lebensunterhalt ermöglicht, der nicht davon abhängt, ob der Iran will oder nicht“, so der US-Gesandte.
Libanons Regierung hatte Anfang August einen Plan der USA angenommen, der eine vollständige Entwaffnung der schiitischen Hisbollah-Miliz bis Jahresende vorsieht. Die staatliche Armee soll bis Ende des Monats ausarbeiten, wie das äußerst schwierige und politisch riskante Vorhaben konkret umgesetzt werden soll.
26.08.2025 • 13:14 Uhr
Palästinenser: 20 Verletzte bei Razzia in Ramallah
Israelische Soldaten sind zu einer Razzia ins Zentrum der palästinensischen Stadt Ramallah im Westjordanland eingedrungen. Ziel des Einsatzes seien Geldwechselunternehmen, hieß es in palästinensischen Medienberichten. Eine israelische Armeesprecherin bestätigte lediglich, dass sich Soldaten in Ramallah aufhielten. Israel hatte einigen Geldwechslern nach israelischen Medienberichten vorgeworfen, Geld an Terrororganisationen zu übermitteln.
Es sei bei dem Einsatz in Ramallah zu Konfrontationen mit Einwohnern gekommen, bei denen die Soldaten unter anderem scharfe Munition und Tränengas eingesetzt hätten, berichteten Augenzeugen. Nach Angaben des Rettungsdienstes Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS) wurden rund 20 Menschen verletzt. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, drei Menschen seien festgenommen worden.
In Ramallah sitzt die palästinensische Regierung, dort befindet sich auch der Amtssitz des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. In den vergangenen Monaten war es in weiteren palästinensischen Städten des Westjordanlands zu ähnlichen Einsätzen der Armee gekommen. Dabei wurden Berichten zufolge mehrere Millionen Schekel beschlagnahmt.
26.08.2025 • 13:01 Uhr
Syrien: Ein Toter bei israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff im Süden Syriens ist nach syrischen Angaben ein Mann getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die israelische Armee habe das Dorf Tarnadscha auf den Golanhöhen angegriffen, die Israel zum Teil besetzt hat. Am Tag zuvor hatte das syrische Außenministerium bereits ein Vordringen israelischer Soldaten im Süden Syriens gemeldet.
Rund 60 Soldaten seien in die Region Beit Dschinn eingedrungen, hieß es in der Mitteilung von gestern. Das Außenministerium verurteilte das Vorgehen als „unverhohlene Verletzung“ der Souveränität Syriens und sprach von einer „gefährlichen Eskalation“.
26.08.2025 • 12:12 Uhr
Lapid fordert Abkommen mit Hamas
Israels Oppositionsführer Jair Lapid hat die Regierung dazu gedrängt, ein Abkommen mit der Terroroganisation Hamas über ein Ende des Kriegs und die Freilassung der Geiseln abzuschließen. Dem israelischen Nachrichtenportal „ynet“ sagte er, ein ranghoher Repräsentant eines der vermittelnden Länder habe ihm gesagt, Israel sei immer noch eine Antwort auf den jüngsten Vorschlag schuldig.
Der Vorschlag enthalte demnach 98 Prozent dessen, was der US-Sondergesandte Steve Witkoff zuvor übermittelt habe, sagte Lapid. Dieser Plan sieht eine 60-tägige Waffenruhe vor, während der zunächst zehn lebende Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge freikommen.
26.08.2025 • 12:05 Uhr
Saar: Staat Palästina wäre „Akt des Suizids“
Israels Außenminister Gideon Saar hat die Ankündigungen mehrerer westlicher Länder scharf kritisiert, Palästina als Staat anzuerkennen. „Linke Regierungen in verschiedenen Ländern, darunter Frankreich, Großbritannien, Kanada und Australien, versuchen, Israel einen palästinensischen Staat aufzuzwingen“, sagte Saar laut israelischen Medienberichten.
Er kritisierte die geplante Anerkennung als politische Kampagne gegen Israel. Israel werde einen solchen Schritt nicht zulassen, weil er einen „Akt des Suizids“ für das Land bedeutete und seine Sicherheitsinteressen begrübe, wird Saar zitiert. Westlich des Jordans dürfe es „keine ausländische Souveränität oder militärische Präsenz“ geben.
26.08.2025 • 12:05 Uhr
Israel stuft diplomatische Beziehungen zu Brasilien herab
Israel hat die diplomatischen Beziehungen mit Brasilien heruntergestuft. Hintergrund sei eine Entscheidung ses südamerikanischen Landes, der Ernennung von Gali Dagan zum neuen israelischen Botschafter in Brasilia nicht zuzustimmen, teilte eine Sprecherin des Außenministeriums in Jerusalem mit. Welche konkreten Auswirkungen Israels Schritt haben wird, ging aus der Mitteilung nicht vor.
Die Auseinandersetzung beider Länder über den Gaza-Krieg war bereits im vergangenen Jahr eskaliert, als der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den israelischen Militäreinsatz in Gaza mit dem Holocaust verglichen hatte.
Die Sprecherin des Außenministeriums betonte nun aber, ungeachtet der Vorfälle pflege man weiter „enge Kontakte mit den zahlreichen Freunden Israels in Brasilien“.
26.08.2025 • 11:19 Uhr
Merz will Palästinenserstaat nicht anerkennen
Deutschland wird im Gegensatz zu anderen Staaten wie Kanada oder Frankreich vorerst keinen eigenen Staat Palästina anerkennen. Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney noch einmal deutlich gemacht. „Wir werden uns dieser Initiative nicht anschließen“, sagte Merz in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Carney. „Wir sehen die Voraussetzungen für eine staatliche Anerkennung gegenwärtig in keiner Weise als erfüllt an.“
26.08.2025 • 10:44 Uhr
Vatikan bestürzt über Angriff auf Krankenhaus
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat sich bestürzt über den Angriff Israels auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen geäußert. „Wir sind entsetzt über das, was in Gaza geschieht – trotz Verurteilung durch die ganze Welt“, sagte die Nummer zwei des Vatikans nach Angaben des Portals Vatican News.
Parolin äußerte sich am Rande einer kirchlichen Veranstaltung in Neapel und sprach von einem „sinnlosen“ Vorgehen. Es gebe im anhaltenden Gaza-Krieg leider keine Anzeichen für eine Lösung, die humanitäre Lage werde immer prekärer.
26.08.2025 • 10:00 Uhr
Festnahme nach Graffiti an Grabeskirche
Die Grabeskirche in Jerusalem ist mit einem Graffiti mit den Worten „Es findet ein Holocaust in Gaza statt“ besprüht worden. Erneut nahm die Jerusalemer Polizei einen 27 Jahre alten Tatverdächtigen fest, wie sie am Dienstagmorgen mitteilte. Er war bereits vor zwei Wochen unter dem Verdacht festgenommen worden, vergleichbare Graffiti mit Bezug zu Gaza und zum Mord an den europäischen Juden während der NS-Zeit an die Klagemauer und die große Synagoge gesprüht zu haben.
26.08.2025 • 09:59 Uhr
Kirchenführer fürchten Massenvertreibung
In einer gemeinsamen Stellungnahme beklagen der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruders, Patriarch Theophilos III., das erklärte Vorhaben Israels, die Kontrolle der Stadt Gaza zu übernehmen und Hunderttausende Zivilisten in den Süden des Gazastreifens umzusiedeln.
Für eine „absichtliche und gewaltsame Massenvertreibung“ gebe es keine Rechtfertigung, heißt es in dem Schreiben. Bereits jetzt lägen Evakuierungsbefehle für mehrere Stadtteile vor. Ferner gebe es Berichte über schwere Bombardierungen und eine massive Mobilisierung der israelischen Armee.
Die Spirale der Gewalt im Gazastreifen müsse beendet und das Gemeinwohl der Menschen in den Vordergrund gestellt werden, fordern beide Kirchenführer in Jerusalem. „Wir wissen nicht genau, was vor Ort passieren wird; nicht nur für unsere Gemeinschaft, sondern für die gesamte Bevölkerung.“
26.08.2025 • 09:24 Uhr
Israel kündigt Untersuchung an
Israel hat nach den tödlichen Angriffen auf das Nasser-Krankenhaus im Süden des Gazastreifens Bedauern geäußert. „Israel schätzt die Arbeit von Journalisten, medizinischem Personal und von allen Zivilisten“, hieß es in einer Stellungnahme aus dem Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Israel bedauere den tragischen Vorfall zutiefst.
Die Militärbehörden führten eine gründliche Untersuchung durch, hieß es weiter. In einer Erklärung von Armeesprecher Effie Defrin hieß es, Israel greife nicht absichtlich Zivilisten an. „Die Hamas hat diesen Krieg begonnen und unmögliche Bedingungen geschaffen“, so Defrin.
26.08.2025 • 09:13 Uhr
Landesweiter Protesttag startet in Israel
Mit der Forderung nach einer sofortigen Freilassung der Geiseln und einem Ende des Gaza-Krieges hat in Israel ein großer Protesttag begonnen. Es kam landesweit zu Demonstrationen und Straßenblockaden. Eine zentrale Schnellstraße im Bereich der Küstenstadt Tel Aviv wurde blockiert.
Das Forum der Geisel-Angehörigen hatte unter dem Motto „Israel steht zusammen“ zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. Sie werfen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, den Krieg aus politischen Gründen zu verlängern. Seine rechtsextremen Koalitionspartner, von denen sein politisches Überleben abhängt, sind gegen eine Waffenruhe.
Demonstrationen gab es auch vor den Wohnsitzen israelischer Minister. „Wir werden ein weiteres Hinauszögern nicht vergeben“, hieß es in einer Mitteilung des Forums der Geiselfamilien. „Hört auf das Volk: Beendet diesen Krieg und bringt alle heim.“
Die Demonstranten versammelten sich vor den privaten Wohnsitzen von sechs Regierungsmitgliedern, darunter Verteidigungsminister Israel Katz und Außenminister Gideon Saar. Am Abend ist eine große Kundgebung auf dem „Platz der Geiseln“ im Zentrum von Tel Aviv geplant.
26.08.2025 • 06:10 Uhr
Australien weist Irans Botschafter aus
Australien hat den iranischen Botschafter nach mutmaßlich von Teheran gesteuerten antisemitischen Angriffen ausgewiesen und seine eigene Botschaft in Teheran geschlossen. Premierminister Anthony Albanese erklärte vor Journalisten, der Inlandsgeheimdienst ASIO habe bestätigt, dass die iranische Regierung hinter den Attacken gegen die jüdische Gemeinde stehe.
Betroffen waren unter anderem eine Synagoge in Melbourne und ein koscheres Restaurant in Sydney. „Dies waren außergewöhnliche und gefährliche Akte der Aggression, orchestriert von einer fremden Nation auf australischem Boden“, sagte Albanese. „Das waren Versuche, unser gesellschaftliches Miteinander zu untergraben und Zwietracht in unserer Gemeinschaft zu säen.“
26.08.2025 • 04:50 Uhr
Nachrichtenagenturen fordern Aufklärung nach Angriff
Nach einem israelischen Luftangriff auf ein Krankenhaus im Gazastreifen mit 20 Toten fordern die Nachrichtenagenturen AP und Reuters in einem gemeinsamen Brief eine Erklärung von den israelischen Behörden. Unter den Toten waren auch fünf Journalisten. „Wir sind empört, dass unabhängige Journalistinnen und Journalisten zu den Opfern dieses Angriffs auf das Krankenhaus gehören, einen Ort, der durch das Völkerrecht geschützt ist“, hieß es in dem Schreiben.
Die Reporter seien in ihrer beruflichen Funktion vor Ort gewesen und hätten wichtige Arbeit als Zeugen geleistet. Israel habe internationalen Journalisten seit Beginn des Konflikts die Einreise in den Gazastreifen untersagt, abgesehen von Besuchen, die vom Militär organisiert worden seien, monierten die Agenturen weiter.
26.08.2025 • 00:20 Uhr
Norwegens Staatsfonds stößt Beteiligung an israelischen Banken ab
Der norwegische Staatsfonds setzt seine Ankündigungen um und stößt wegen der Lage im Gazastreifen Beteiligungen an weiteren israelischen Unternehmen ab. Aus ethischen Gründen habe man sich von den Anteilen an fünf israelischen Banken getrennt, teilte der mit zwei Billionen Dollar weltweit größte Vermögensfonds am Montag mit. Bei den fünf Banken handele es sich um Hapoalim, Bank Leumi , die Mizrahi Tefahot Bank, die First International Bank of Israel und FIBI Holdings. Ebenfalls aus ethischen Gründen habe man auch die Aktien des US-Konzerns Caterpillar verkauft.
Finanzminister Jens Stoltenberg hatte erklärt, es dürfe keine Investitionen in Unternehmen geben, die sich an der Besetzung des Westjordanlandes und dem Gaza-Krieg beteiligten. Einen pauschalen Rückzug aus allen israelischen Unternehmen schloss er damals aus.
26.08.2025 • 00:10 Uhr
Israels Sicherheitskabinett kommt erneut zusammen
Das israelische Sicherheitskabinett kommt am Dienstag zu erneuten Beratungen über den Gazakrieg zusammen. Das Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu bestätigte am Montag das für Dienstagabend geplante Treffen, ohne Angaben zu dessen Inhalt zu machen. Medienberichten zufolge soll sich das Sicherheitskabinett mit möglichen neuen Verhandlungen für eine Waffenruhe im Gazastreifen und eine Freilassung der in dem Palästinensergebiet festgehaltenen Geiseln befassen.
Am vergangenen Donnerstag ordnete Netanjahu sofortige Verhandlungen für eine Geiselfreilassung an. Zuvor hatte die Hamas einem Vorschlag für eine Waffenruhe zugestimmt, der eine schrittweise Freilassung der Geiseln über einen Zeitraum von 60 Tagen vorsieht.