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Düsseldorf – Der Rüstungskonzern Rheinmetall steht vor der Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen (NVL). Das Unternehmen wolle damit den militärischen Bereich der familiengeführten Firma erwerben, wie BILD aus Branchenkreisen erfahren hat. Rheinmetall ist bislang vor allem auf die Fertigung von Panzern und Munition fokussiert und erschließt sich mit diesem Zug ein zusätzliches Geschäftsfeld.

Die Lürßen-Familie will sich von den Militärwerften in Hamburg, Wilhelmshaven und Wolgast trennen, um sich künftig auf die Produktion von Megajachten zu konzentrieren. Neben Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) aus Kiel ist die NVL mit einem Jahresumsatz von zuletzt einer Milliarde Euro der führende Hersteller von Marineeinheiten.

Die Peene-Werft von Lürssen in Wolgast

Die Peene-Werft von Lürssen in Wolgast

Foto: picture alliance/dpa

Aktuell fertigt das Unternehmen in Kooperation mit der niederländischen Damen-Werft mit der F126 die neueste Generation von Fregatten für die Bundeswehr. Das Projekt allerdings verzögert sich aufgrund einiger Probleme mit den elektronischen Systemen um einige Jahre.

Sollte der Deal zustande kommen, dann würde dies die Konsolidierung der deutschen Rüstungsbranche beschleunigen. Gerade beim Bau von Marineschiffen konkurrieren mit TKMS, NVL und German Naval Yards allein aus Deutschland drei Werften um Aufträge. Auch aus Sicht der Bundesregierung wäre ein Zusammenschluss der Unternehmen zu einem großen Verbund hilfreich, um einen Ansprechpartner in der Industrie zu haben.

Rheinmetall sieht Zukunft in Marine

Rheinmetall-Chef Armin Papperger (62) rechnet mit einer deutlich höheren Nachfrage nach Schiffen in Zukunft. So will Deutschland seine Marine stärken, um Gefahren durch Russland in der Ostsee abzuwehren. Das Unternehmen aus Düsseldorf ist der führende Rüstungshersteller in Deutschland.

Die Unternehmen lehnen einen Kommentar zu dem geplanten Deal ab. In Kreisen hieß es, dass der Aufsichtsrat von Rheinmetall sich in den kommenden Wochen mit einem Kauf beschäftigen wolle. Eine mit dem Fall vertraute Person verwies darauf, dass der Erwerb noch scheitern könnte, da auch die Mitglieder der Lürßen-Familie zustimmen müssten.

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Rheinmetall würde mit einem Zuschlag bei NVL sein Wachstum beschleunigen. Bereits seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist die Gesellschaft massiv gewachsen und zählt nach der Börsenbewertung inzwischen zu den wertvollsten Rüstungskonzernen in der Welt.

Mit diesem Rückenwind will Vorstandschef Papperger das Geschäft deutlich ausweiten. Künftig fertigt Rheinmetall auch Rumpfteile für den US-Kampfbomber F35. Zudem plant das Unternehmen einen Erwerb von Teilen der Iveco-Rüstungssparte. Diese produziert Logistikfahrzeuge für das Militär. Der Erwerb ist Branchenkreisen zufolge für das erste Quartal 2026 geplant.