Kiel. Das Sommertransferfenster schließt sich immer weiter, ehe am Montag bis zur nächsten Wechselperiode im Winter Schluss ist. Bei Holstein Kiel wird, mit Ausnahme der Personalie Tymoteusz Puchacz, vermeintlich nichts mehr passieren. Störche-Chefcoach Marcel Rapp ist zufrieden mit dem Kader. „Ein guter Kader mit viel Potenzial – so wie wir es uns vorgestellt haben“, lautet das Fazit des 46-Jährigen.
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Wobei Rapp zugibt, dass die Abgänge von Max Geschwill und Finn Porath im Gegensatz zu denen von Shuto Machino und Armin Gigovic nicht eingeplant gewesen sind. Dafür gab es mit dem slowakischen Offensivmann Adrián Kaprálik (23) und dem dänischen Abwehrtalent Frederik Roslyng (19) gleich zwei neue Spieler innerhalb von sieben Tagen.
Rapp: Roslyng noch Talent, aber schon einsetzbar
Der Slowake stand bei den Störchen schon länger auf der „Wunschliste“. „Adrián beobachten wir bereits seit drei Jahren“, verrät Trainer Rapp, er sei für ihn daher kein Unbekannter gewesen. Auch Roslyng vom dänischen Zweitligisten AC Horsens wurde bereits vorher gescoutet, jedoch aufgrund seines jungen Alters noch nicht so lange.
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Deshalb sei Roslyng auch eher ein Spieler, den man noch aufbauen müsse, auch wenn er prinzipiell sofort einsetzbar sei. „Dennoch bringt er bereits viel mit. Er ist groß, ballsicher und kann eine Abwehr gut organisieren“, hebt Rapp die Vorzüge des skandinavischen Transfers hervor.
Kaprálik bei Greuther Fürth schon auf der Bank
Kaprálik charakterisiert der Trainer hingegen als „guten Eins-gegen-eins-Spieler, der schnell und intensiv ist.“ Es passe voll in das Schema, nach dem Holstein seine Offensivspieler aussuche. Beim 2:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth saß der Slowake, wenn auch ohne Einsatz, bereits auf der Ersatzbank. Zuvor hatte er nur eine Trainingseinheit bei seinem neuen Verein absolviert, kannte die Abläufe und Automatismen bei der KSV von daher nicht bis ins kleinste Detail.
Ein guter Kader mit viel Potenzial – so wie wir es uns vorgestellt haben.
Marcel Rapp
Cheftrainer Holstein Kiel
Laut Rapp kein Problem: „Ein Offensivspieler ist ein bisschen mehr Freigeist als ein Defensivspieler, der mehr in der Struktur spielen muss. Deshalb ist es auch einfacher, sich in ein Team zu integrieren.“ Bei einem 1:1 in der 89. Minute spiele der Inhalt auch nicht mehr die größte Rolle, sondern darum, eine Situation gut aufzulösen. Für diesen Fall sei Kaprálik bereits eine Option gewesen.
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Kein Zeitplan für Integration ins Team
Zudem weiß der Trainer viel über die Stärken und die Spielweise seines Neuzugangs. „Dadurch, dass ich von ihm so viele Spiele gesehen habe, würde ich niemanden einwechseln, den ich noch nicht kenne“, erklärt Marcel Rapp. Außerdem habe Kaprálik die „Reise“ nach Franken gutgetan, um sich in die Mannschaft zu integrieren.
Einen Zeitplan, wie schnell es beide Spieler in die Startelf schaffen (sollen), gibt es bei Holstein Kiel nicht. Vor allem Roslyng stehe noch ganz am Anfang seiner Karriere. „Eine Entwicklung muss nicht immer nur nach oben gehen. Man kann nie wissen, was passiert, gerade bei jungen Spielern, die bei ihrer ersten Station im Ausland spielen“, gibt der Trainer zu bedenken.
Mit den Transfers von Kaprálik und Roslyng hat der Kader von Holstein Kiel wieder die Sollgröße, die Sportchef Olaf Rebbe zu Beginn der Vorbereitung ausgegeben hatte. Abgesehen von der eingangs bereits erwähnten Personalie „Puchacz“, geht auch Cheftrainer Rapp davon aus, dass es bis zum „Deadline Day“ keine Veränderungen mehr gibt „Grundsätzlich kann immer etwas passieren, aber die Wahrscheinlichkeit wird von Tag zu Tag geringer.“
KN