Symbolbild. Das Gebäude der Handwerkskammer Schwaben. Foto: Handwerkskammer für Schwaben
Mehr als 3.400 Menschen starten 2025 eine Ausbildung im schwäbischen Handwerk. Doch 1.000 Plätze bleiben unbesetzt. Gelingt die Wende im Kampf gegen den Fachkräftemangel?
Das Handwerk in Schwaben startet mit Rückenwind ins neue Ausbildungsjahr. Zum 1. September 2025 verzeichnet die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) erneut einen Anstieg bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Doch trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Nachwuchssicherung im Handwerk eine der zentralen Herausforderungen für die Region.
Zuwachs bei Ausbildungsverträgen
Aktuell wurden 3.447 neue Ausbildungsverträge im schwäbischen Handwerk abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von knapp sechs Prozent. Im Vorjahr waren es 3.260 Verträge. Ein Aufwärtstrend, der sich laut HWK nun schon über mehrere Jahre hinweg beobachten lässt und Hoffnung für die Zukunft des Handwerks gibt. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, sieht diesen Trend als Bestätigung für die Attraktivität handwerklicher Berufe. Eine Ausbildung im Handwerk biete exzellente Karrierechancen und sichere Zukunftsaussichten. Darüber hinaus handele es sich immer um sinnvolle und gesellschaftsrelevante Tätigkeiten, die von Künstlicher Intelligenz nur unterstützt, aber niemals ersetzt werden können.
Rund 1.000 Ausbildungsplätze noch offen
Trotz des erfreulichen Zuwachses ist der Bedarf an neuen Fachkräften weiterhin deutlich größer als die aktuelle Nachfrage. In der Lehrstellenbörse der HWK Schwaben sind derzeit noch rund 1.000 offene Ausbildungsplätze für das laufende Jahr gelistet. Mehr als im Vorjahr, in dem knapp 840 freie Stellen gemeldet waren. Besonders gefragt sind Auszubildende in Bereichen wie Elektrotechnik, Bau- und Ausbaugewerbe, Holz- und Metallhandwerk sowie im Kfz-Gewerbe und im Lebensmittelfachverkauf. Doch nicht alle offenen Stellen sind in der Online-Lehrstellenbörse erfasst. Weitere Angebote bestehen direkt über die Betriebe oder über Alternativen. Auch ein verspäteter Ausbildungsstart ist möglich. Interessierte Jugendliche können noch bis Jahresende einsteigen.
Für Unentschlossene soll es nach Aussagen der HWK Schwaben einen zusätzlichen Anreiz geben, denn rund 60 Prozent der Betriebsinhaber in Schwaben sind über 55 Jahre alt. In den kommenden Jahren würden viele Betriebe Nachfolger suchen. Die Chancen auf eine Betriebsübernahme und damit den Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit seien noch nie so hoch gewesen.