Erst Nordhorn, dann Rheine und jetzt Greven – die Revitalisierung ehemaliger Textilflächen ist längst ein Kompetenzschwerpunkt der Nordhorner GMP-Unternehmensgruppe. Die Kompetenz der Nordhorner ist aktuell bei einem Stadtteilprojekt in Greven gefragt: Die Sanierung und Revitalisierung des knapp sieben Hektar großen Betriebsgeländes Textilfirma Setex. In Abstimmung mit der Stadt Greven wird GMP die Fläche entlang der Ems zu einem „urbanen Quartier mit Schwerpunkt Wohnen“ entwickeln.
Noch gehören die Gewerbeflächen an der Ems der Setex-Textilgruppe aus Hamminkeln-Dingden. Doch die Produktion dort ist ausgelaufen, Setex wird den Standort spätestens zum Jahresende abwickeln. Anschließend will die Stadt Greven die zwischen Münsterdamm und Ems gelegenen Gewerbeflächen für den Wohnungsbau nutzbar machen – und setzt dabei auf die Kompetenzen der Nordhorner GMP-Unternehmensgruppe.
„Unsere ganze Region war ja sehr stark textilgeprägt. Wir verfügen aus verschiedenen Projekten über reichlich Erfahrung in der Sanierung und Vermarktung ehemaliger Textilflächen“, sagt GMP-Geschäftsführer David Korte. „Deshalb setzt die Region immer wieder auf unser Know-How, und wir können es nun auch nach Greven transferieren.“
GMP wird die Flächen Ende 2025 von Setex erwerben und zunächst aufstehende Gebäude abtragen, Bodenverunreinigungen sanieren lassen und die notwendigen Erschließungsarbeiten organisieren. Danach wird sie die Grundstücke parzellieren und für den Bau von Geschosswohnungen in verschiedenen Größen und Gebäudetypen vermarkten. Der Bau von Einfamilienhäusern ist in dieser Kernstadtrandlage nicht vorgesehen.
„Urbane Blöcke“ und ein grüner Uferpark
Wie das städtebauliche „Gesicht“ dieses „Ems-Auen-Quartiers Greven“ einmal aussehen soll, steht seit Kurzem fest. In einem Planungswettbewerb hatte die von GMP gegründete Projektgesellschaft Ems Auen Greven GmbH Vorschläge für die Gestaltung und Bebauung der bisherigen Firmenflächen gesammelt. Ziel dieses sogenannten Einladungswettbewerbs war laut Auslobungstext, „durch eine zukünftige Bebauung dieses Areals (…) eine städtebauliche Aufwertung sowie eine stärkere Verknüpfung der Ems über das neue Quartier mit dem Stadtkern“ zu erreichen.
Entwürfe für das Quartierskonzept hatten sieben Teams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten aus ganz Deutschland eingereicht. Seit dem 10. Juni liegt das Ergebnis des Wettbewerbs vor. Den ersten Preis sprach das Preisgericht dem Gestaltungs- und Bebauungskonzept einer Kölner Bewerbergemeinschaft zu: Der Stadtplaner Philipp Skoda und der Landschaftsarchitekt Johannes Böttger wollen mit „urbanen Blöcken“ ein „kompaktes, lebendiges und nachhaltiges Quartier“ schaffen, das etwa 630 Wohneinheiten ermöglicht. Grevens Bürgermeister Dietrich Aden lobte den Siegerentwurf als „mutigen Schritt“, der „gut nach Greven hineinpasst“.
Als „urbane Blöcke“ bezeichnen Skoda und Böttger eine verdichtete Bebauung mit verschiedenen Mehrgeschossblöcken und Reihenhäusern. Entlang des Münsterdamms sollen diese Blöcke bis zu fünf Geschosse aufweisen. Erhalten werden soll ein Teil der ortsprägenden Textil-Sheddachhallen. Sie werden zu „Townhouses“ umgebaut. Damit erhalte das Quartier einen „identitätsstiftenden Bezug zur Textilindustrie“. Als „grüner Rücken des Quartiers“ ist entlang der Ems ein Uferpark mit Fuß- und Radwegen sowie Sport- und Spielmöglichkeiten vorgesehen. Und es soll einen zentralen Quartiersplatz geben.
Bis Jahresende erster Entwurf für einen Bebauungsplan?
Doch bis die ersten Baugrundstücke verkauft und bebaut werden können, ist noch viel zu tun. Nach dem Erwerb des Areals beginnt GMP sofort mit dem Abbruch der Textilgebäude und der Sanierung von Bodenaltlasten. „Wir haben keine Zeit zu verschwenden“, betont GMP-Geschäftsführer David Korte. „ Zeit kostet Geld, und wir kaufen das Gelände sicher nicht für einen Euro.“
Auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses arbeitet GMP bereits am künftigen Bebauungsplan. „Der Siegerentwurf wird jetzt weiterentwickelt. Wir hoffen, dass zum Jahresende der erste Entwurf eines Bebauungsplanes fertig ist“, meint GMP-Geschäftsführer Henning Zwafink. „Mit einem gewissen Optimismus“ könne dann in der zweiten Jahreshälfte 2026 ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegen.
Parallel dazu beginnt GMP bereits 2026 mit dem Verkauf der parzellierten und erschlossenen Baugrundstücke an Investoren wie Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften. Zwafink: „Wir können uns vorstellen, dass nicht nur große, sondern auch kleinere Investoren zum Zuge kommen, die vielleicht nur ein einzelnes Mehrfamilienhaus bauen wollen.