Ist die Katze Kiwi im Tierheim Nürnberg tatsächlich ein hoffnungsloser Fall? Die Einrichtung setzt nun auf tatkräftige Unterstützung aus der Öffentlichkeit.
Das Tierheim Nürnberg befindet sich im Stadtteil Erlenstegen, am Rand des Reichswalds, und dient seit vielen Jahren als wichtige Anlaufstelle für Tiere in Not. Nach Angaben der Einrichtung liegt die Hauptaufgabe darin, die vorübergehend aufgenommenen Tiere so schnell wie möglich in verantwortungsvolle Hände zu vermitteln. So wartet aktuell etwa der Malinois-Rüden Aci auf ein neues Domizil. Der junge Hund wurde Opfer von Welpen-Schmugglern.
Die Einrichtung berichtet zudem immer wieder über Schicksale von Katzen – wie im Fall der Brüder Ziter und Rosin, die wiederholt im Tierheim abgegeben wurden. Nun melden sich die fränkischen Tierschützer mit einem besonderen Anliegen zu Wort: Im Fokus steht dabei die Katze Kiwi. Bei ihr handele es sich um einen sogenannten „Systemsprenger“, wie die Verantwortlichen festhalten.
Tierheim Nürnberg startet Aufruf für „Systemsprenger“ Kiwi – Katze schwer vermittelbar
„Systemsprenger nennt man heutzutage gerne verhaltensauffällige Kinder oder Hunde, die sich dem System nicht anpassen wollen oder durch extreme Verhaltensauffälligkeiten herausstechen“, erklärt das Tierheim Nürnberg. „Unsere Kiwi kann man gut und gerne auch in diese Sparte einordnen.“ Das Team hofft in diesem Zusammenhang jetzt auf die Mithilfe der Allgemeinheit.
Nach Angaben der Tierschutzorganisation ist die kastrierte Kätzin circa zwölf Jahre alt. Es handelt sich demnach um ein Fundtier, das nie vermisst wurde. „Kiwi mag sich selbst sehr gerne, bei allem anderen wird es etwas schwierig“, beschreibt das Tierheim den Charakter seines vierbeinigen Bewohners. „Wenn Kiwi etwas nicht passt, dann greift sie an – auch ein Kuscheltier hat sie bei uns schon als Feindbild gesehen. Kinder oder andere Tiere sollten deshalb nicht in ihrer Nähe leben“, geben die Verantwortlichen zu bedenken.
Gegenüber ihren Bezugspersonen zeige sich die Katze jedoch verschmust und verspielt. „Allerdings steht sie eher auf Boxen als auf Ballett“, erklärt die Einrichtung in ihrem Aufruf augenzwinkernd. Für Futter ist das Tier demnach besonders zu begeistern.
Tier ist gesundheitlich angeschlagen – Einrichtung bittet Allgemeinheit um Mithilfe
Zu beachten sei gleichwohl, dass Kiwi gesundheitlich angeschlagen ist und verschiedene Medikamente benötigt. Sie braucht Arznei für die Schilddrüse, für Epilepsie und einen Leberschutz. Wegen ihrer Epilepsie darf sie nur in gesicherten Freigang. Ein Zuhause für sie zu finden, ist augenfällig schwierig, weshalb das Tierheim um Unterstützung beim Teilen seines Aufrufs bittet.
„Die Chancen für Kiwi, ein sehr katzenerfahrenes Zuhause zu finden, sind schwindend gering“, gestehen die Tierschützer. Darüber sei man sich durchaus bewusst. „Aber vielleicht schaffen wir es mit eurer Hilfe? Vielen Dank an alle fürs Teilen und Weitersagen“, hält das Tierheim Nürnberg mit Blick auf seinen „Systemsprenger“ fest.