Renaturierungen an Ostflanke

Werden Torfmoore einen russischen Angriff abhalten?

29.08.2025 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.

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Finnland und Polen wollen Moore an ihren Ostgrenzen anlegen. (Symbolfoto) (Quelle: Zoonar.com/Olaf Juergens/imago-images-bilder)

Die EU-Länder sind verpflichtet, trockengelegte Moore in den kommenden Jahren wiederherzustellen. Das könnte sich auch militärisch auszahlen.

Sie binden nicht nur eine Menge Kohlendioxid, sondern sind auch für Panzer und anderes militärisches Gerät nahezu unüberwindbare Hürden. Torfmoore wurden in vielen Ländern Europas zwar jahrelang trockengelegt. Jetzt könnten sie allerdings eine Rückkehr feiern: Als Schutz an der Nato-Ostgrenze.

Laut dem Nachrichtenportal „Politico“ planen Polen und Finnland an ihren Ostgrenzen wieder aktiv entsprechende Feuchtgebiete zu kultivieren. Denn das sei nicht nur förderlich für den Klimaschutz, sondern auch eine Sicherheitsmaßnahme gegenüber Russland. „Es ist eine Win-Win-Situation, bei der viele Ziele gleichzeitig erreicht werden“, sagte Tarja Haaranen, Generaldirektorin für Natur im finnischen Umweltministerium.

Laut Vorgaben der Europäischen Union sind die EU-Länder ohnehin verpflichtet, ihre trockengelegten Moore wieder zu renaturieren: Bis 2030 sollen 30 Prozent, bis 2050 50 Prozent der Feuchtgebiete wiederhergestellt werden. Die Vorgaben wurden vor allem aus Klimaschutzgründen aufgestellt: Nur drei Prozent der Erde sind von Mooren bedeckt, allerdings können sie ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffs binden. Das ist mehr als doppelt so viel, wie alle Wälder auf der Welt speichern können.

Allerdings haben die Gebiete auch militärische Vorteile: Für Panzer und andere militärische Fahrzeuge sind die Feuchtgebiete kaum zu durchdringen. Das zeigte sich etwa im April, als in Litauen ein US-Panzer im Schlamm versunken war. Vier Soldaten kamen dabei ums Leben. In der Ukraine wurde unter anderem der russische Vormarsch auf Kiew gestoppt, in dem ein Damm gesprengt wurde und es dadurch zu Überflutungen kam.

Laut dem Bericht sind in anderen Nato-Ländern bislang keine konkreten Renaturierungsmaßnahmen zu militärischen Zwecken aufgestellt worden, auch nicht in den drei baltischen Staaten, deren Staatsgebiete einst zu zehn Prozent von Mooren bedeckt waren.

Auch in Deutschland will man die Feuchtgebiete bislang nicht zu militärischen Zwecken ausbauen: „Die Wiedervernässung von Feuchtgebieten kann für die eigenen Operationen [der NATO] sowohl vorteilhaft als auch nachteilig sein“, sagte ein Sprecher des Infrastruktur- und Umweltamts der Bundeswehr, je nach Land.