Ein Foto der toten 16-Jährigen steht mit einer Kerze und einer roten Rose am Bahnhof Friedland.

Stand: 29.08.2025 19:40 Uhr

Die thüringische Gemeinde Geisleden (Landkreis Eichsfeld) trauert um eine 16-Jährige. Die Ukrainerin war am Bahnhof von Friedland (Landkreis Göttingen) tot aufgefunden worden.

Auf ihrer Homepage hat die Gemeinde einen Spendenaufruf gestartet. Die Eltern haben demnach nicht genügend finanzielle Rücklagen für die nun anstehende Beerdigung, heißt es dort. Man wolle sicherstellen, dass die Familie Abschied nehmen könne, „ohne sich mit den finanziellen Sorgen der Beerdigung belasten zu müssen“. Die 16-Jährige war im Juli 2022 zusammen mit ihren beiden jüngeren Brüdern und ihren Eltern vor dem Krieg in der Ukraine geflohen, wie die Gemeinde mitteilt. Sie verließen dabei ihre Heimatstadt Mariupol, die seit Februar 2022 von russischen Streitkräften belagert wurde. Zunächst fand die Familie in Geisleden Zuflucht, bevor sie ins benachbarte Heilbad Heiligenstadt zog.

16-Jährige begann Ausbildung in Friedland

Die 16-Jährige hatte nach Gemeindeangaben erst vor einigen Wochen ihren Schulabschluss gemacht. Im August habe die Jugendliche eine Lehre zur Zahnmedizinischen Fachangestellten in Friedland begonnen. Sie pendelte demnach täglich zwischen der Ausbildungsstelle und ihrem Zuhause. Die Tochter war den Angaben nach die große Stütze der Familie. Trotz der Berufstätigkeit beider Eltern sei ihnen in der kurzen Zeit nicht möglich gewesen, ausreichende finanzielle Rücklagen für die Beerdigung zu bilden, heißt es auf der Homepage. 

31-Jähriger steht unter Verdacht

Bei dem Fall vom 11. August ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen wegen eines mutmaßlichen Gewaltverbrechens. Ein 31-Jähriger wird verdächtigt, die 16-Jährige gegen einen Güterzug gestoßen zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitag mitteilte, wurde ein Unterbringungsbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erlassen. Der Mann mit irakischer Staatsangehörigkeit sei nun in einer Psychiatrie untergebracht. 

Ein Foto der toten 16-Jährigen steht mit einer Kerze und einer roten Rose am Bahnhof Friedland.

Der Mann wird verdächtigt, die Jugendliche gegen einen Güterzug gestoßen zu haben. Behrens fordert genaue Aufarbeitung des Falls.

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